Singen und Stimme Aktuell des Schwäbischen Chorverbandes

Der Weblog des Schwäbischen Chorverbandes

HNO-Arzt Dr. med. Achim Gros rät

bei Erkrankungen des Stimmapparates Folgendes:

Laryngitis (Kehlkopfentzündung)
Häufig kommt es zu einer heiseren Stimme im Rahmen eines Infekts, nur relativ selten aber handelt es sich tatsächlich um eine Laryngitis. Meist ist die Stimme nur durch die veränderte Resonanz schlechter. Bei Fortbestehen der Heiserkeit sollte unbedingt ein HNO-Arzt aufgesucht werden, denn nur dieser kann auch tatsächlich den Kehlkopf beurteilen.

Gurgeln nutzt hier nichts, ist eher schädlich. Nur Dampf, am besten Ultraschall- oder zumindest elektrisch
vernebelt, kommt an den Kehlkopf und die unteren Atemwege.

Auch hier gilt das oben Gesagte. Singen sollte, sobald die Stimme wieder klar ist, nur in einem engen
Frequenzumfang (Quint) und in einer komfortablen Höhe unter Vermeidung der Begrenzung des natürlichen Stimmumfangs stattfinden. Mehrere kurze Übungsblöcke anstatt eines langen sind besser.

Stimmbandpolypen
Sind typischerweise einseitig und treten häufig nach fehlerhaftem Stimmgebrauch (z.B. im Rahmen eines
Infekts) auf. Aber auch das Rauchen oder Singen in ungünstiger Umgebung favorisieren die Entstehung
eines Polypen. Dieser muss bei Beeinträchtigung der Stimme operativ abgetragen werden.
Reinke-Ödeme
Sind eine relativ häufig auftretende Veränderung der Stimmlippen, die in einer Wassereinlagerung zwischen Stimmbandmuskel und bedeckender Schleimhaut resultiert. Grund ist fast immer das Rauchen,
wobei vor allem Frauen betroffen sind. Im Anfangsstadium ist das Ödem noch reversibel, im fortgeschrittenen Stadium muss es abgetragen werden, wobei aber eine dauerhafte Beeinträchtigung der
Stimmqualität die Regel ist (alsobesser nicht rauchen).
Stimmbandknötchen
Der Schrecken jedes Sängers ist Ausdruck eines nicht ganz optimalen Stimmgebrauchs. Glücklicherweise
ist aber nicht jedes Knötchen symptomatisch und eine Abtragung kann unterbleiben. Bei Zunahme des Knötchens sollte aber an der Stimmbildung gefeilt werden. Chorsingen Ein besonderes Augenmerk ist
dem Chorsingen beim Vorliegen einer der oben genannten Erkrankungen zu widmen: Die Kontrolle der
eigenen Stimme geht im Chorgesang meist verloren, so dass sich der Chorsänger nur schlecht selbst kontrollieren kann. Häufig wird deswegen noch lauter gesungen, dabei gepresst und die Stimmschädigung ist vorprogrammiert. Oft wird vergessen, ausreichend einzusingen – auch nach Abschluss des Singens sollte noch ein paar Minuten wieder in entspannter Stimmgebung gesungen oder phoniert werden. Viele Ältere profitieren von den Segnungen des gemeinschaftlichen Singens. Hier ist – wieder im Hinblick auf die eigene Stimmkontrolle – das Hörvermögen zu überprüfen und beim Vorliegen einer entsprechenden Indikation auch eine Hörgeräte- Versorgung vorzunehmen.

Wie hat Ihnen der Beitrag gefallen?
1 Sterne2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Danke für Ihre Meinung!)
Loading ... Loading ...

Autor: Sigi Bütefisch
Seit einigen Jahren für den Schwäbischen Chorverband in Sachen Marketing und Kommunikation aktiv. Mit unserer Firma Bütefisch Marketing und Kommunikation betreuten wir Ministerien, Verbände, sowie klein- und mittelständische Unternehmen. Unsere Philosophie: Erfolg in Balance ist möglich. Gute Geschäfte und Leistungsorientierung müssen – und können – mit Menschlichkeit und Lebenssinn in Balance gebracht werden. Mehr darüber im gleichnamigen Buch "Erfolg in Balance" (erschienen 2010 im Cornelsen Verlag) sowie in Coachings und Seminarveranstaltungen.

Geschrieben am 27. Apr 2007 19:13, Rubrik: Singen und Stimme,
Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL


14 Reaktionen zu “HNO-Arzt Dr. med. Achim Gros rät”

  1. sara schreibt

    welche bücher sind für eine abiturarbeit über die stimme empfehlenswert?
    bitte bei mir melden!
    gruß sara

  2. Achim Gros schreibt

    Ist die Anfrage noch aktuell ? Bitte direkt an mich wenden. hno-bottwartal@web.de

  3. Sandra schreibt

    Hilfe! Hab seit 3 wochen eine heisere Stimme mit Schnupfen. Singe in einer Band und hab die kommenden Samstage Konzerte. Hab es schon mit homöopatischem Spray für Sänger und Emser Lutschtabletten versucht. HIlft leider nix. Was nehmen die berühmten Sänger wenn die Stimme kaputt ist? Danke für die Antwort im Voraus.

  4. Chris Pohlmann schreibt

    Ich bin 11 Jahre alt.
    Ich habe ein problem, ich überhöre manchmal die Klingel und
    ich schreibe bei Diktaten immmer eine 4 oder 5 und meine
    Lehrerin hat gesagt ich hörte nicht gut also waren wir beim
    HNO und haben einen hötest gemacht da stellte sich heraus
    das ich eine seichte Hörminderung habe.
    Und ich habe so ein Piepen in meinem Ohren.
    Kann das noch schlimmer werden?
    Bitte schreiben sie nichts an meine Eltern!
    Das ist meine eigene E-mail adresse.

  5. Susi schreibt

    Kann Dir nur eines sagen, bin selber Sängerin Blues und B9oogie #Woogie und sth kurz vor einer Op. diagnose Reinke Ödem, muß aber auch noch singen, leben davonund habe jetzt sehr viel Geschäft, wegen Weihnachten.
    Kortison ist die einzige Hilfe dies da gibt, aber auf keine Fall eine Dauerlösung!
    Nach der op. Gsangsunterricht zwingend und nicht mehr raucghen zwingend ist das einzige was Du tun kannst

  6. Sara schreibt

    ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, brauche aber dringend einen Rat. Mein Mann ist 36 und hat eine sehr schwache Stimme, am Telefon denkt man immer dass er eine Frau sei, das ist total peinlich, ich vermeide jeden Treffen mit Freunden und Bekannten, und jedes Mal wo er vor den Leuten spricht, habe ich das Gefühle alle lachen ihn aus. Er selber sagt : ich fühle mich normal, und jedes Mal wo ich ihm sage dass er einen Arzt fragen muss, fängt er an die Kinder anzuschreien um zu beweisen dass seine Stimme in Ordnung sei. Bitte um einen Rat. Schreiben Sie mir bitte.

  7. Layer schreibt

    Hallo Sara,

    wenn eine Stimme schwächer ist als andere, kann es dafür viele Gründe geben. Es gibt viele Menschen, die nuscheln in sich hineien und es ist kaum möglich, sie zu verstehen. Ich würde das als Nachlässigkeit und auch ein wenig Rücksichtslosigkeit anderen gegenüber bezeichnen. Doch der Grund kann auch ein anderer sein. Es kann eine Stimmstörung vorliegen. Diese kann organischer oder psychogener Natur sein. Hier finden Sie im Internet unter http://www.vocalis-projekt.de/html/stimme/stimmstoerungen.htm mit Sicherheit die richtigen Hinweise.

    Sicher spürt ihr Mann, dass Ihnen seine Stimme in Gegenwart anderer peinlich ist. Hier fängt dann ein verhängnisvoller Kreis an, denn wenn es sich um psychische Faktoren handelt, wird er durch jede Reaktion in der von Ihnen beschriebenen Art zusätzlich verunsichert.

    Wenn es sich freilich um keinen mangelnden Stimmbandverschluss (nur ein Beispiel!) und auch um keine psychischen Probleme handelt, dann könnte doch ganz einfach mangelnde Übung bzw. mangelnder regelmäßiger Stimmeinsatz der Grund sein. Singen Sie im Chor? Kennen Sie eine/n Stimmbildner/in oder eine/n Chorleiter/in, der ein gutes Gefühl für Stimmen hat? Dann treffen Sie sich doch mal (rein zufällig) mit ihm/ihr und Ihrem Mann, unterhalten sich und bitten den/die Stimmspezialisten/in um seine/ihre Meinung.

    Viel mehr kann man auf dem Weg der Ferndiagnose leider nicht leisten.

  8. Layer schreibt

    Hallo Sara,

    Der Pressedienst pressetext.de hat vor zwei Wochen folgende Meldung gebracht, die im Zusammenhang mit Ihrer Anfrage fast weihnachtlich versöhnlich wirkt:

    “Männer mit höherer Stimme sind bessere Väter
    Anthropologin sucht Zusammenhang zwischen sozialen Zuschreibungen und Tonhöhe

    Cambridge/Frankfurt (pte/04.12.2008/06:05) – Die Tonhöhe hat Einfluss auf die Auffassung, die Menschen vom anderen Geschlecht haben. Das behauptet die Anthropologin Coren Apicella von der Havard-Universität http://www.fas.harvard.edu/~anthro, die in einer Feldforschung den Stamm der Hadza im Norden Tanzanias beobachtet hat. Dieses Jäger- und Sammlervolk sei bisher kaum in Kontakt mit medial vermittelten Rollenbildern gekommen und sollte daher Rückschlüsse auf die ursprüngliche psychologische Prägung des Menschen erlauben, so Apicella. Sie ließ Männer und Frauen der Hadza den Shwahili-Gruß “Hujambo” durch eine am Computer jeweils höher und tiefer modifizierte Stimme des anderen Geschlechts hören. Die Befragten mussten dann angeben, welche Stimme sie als Heiratspartner bevorzugen würden.

    Männer fühlten sich umso mehr zu Frauenstimmen angezogen, je höher ihre Tonlage war, und bezeichneten tiefe Stimmen als “gute Sammlerinnen”. Bei den Frauenvorlieben zeigten sich weniger klare Unterschiede, jedoch bevorzugten stillende Mütter die hohen Männerstimmen. Apicalla deutet das als Auswirkung ihrer größeren Abhängigkeit von den Männern, da die Stillperiode für Hadza-Frauen das Ende ihrer Sammlertätigkeit bedeutet. “Vielleicht ist eine hohe Männerstimme daher ein Signal für ein mehr fürsorgliches Verhalten”, so die Studienautorin.

    “Die Stimmtonhöhe spielt in der Bewertung des anderen Geschlechts keine Rolle”, dementiert die Phonetikerin Vivien Zuta vom Frankfurt Institute for Advanced Studies http://fias.uni-frankfurt.de im Gespräch mit pressetext. Zwar entnehme man der Stimme viele Informationen über den momentanen emotionalen Zustand des Gesprächspartners, Rückschlüsse auf Charaktereigenschaften seien jedoch nicht möglich. “Die Stimme ist wie auch die Sprechweise sehr punktuell und vergänglich, sie erlaubt daher keine Pauschalurteile. Selbst der oft vermutete Zusammenhang zwischen Körpergröße, Testosteron und Stimmhöhe hat sich in Untersuchungen als falsch herausgestellt”, so die Sprechforscherin. Sie erforscht derzeit in Deutschland, inwiefern die Stimme die Attraktivität einer Person beeinflusst.

    Zuta warnt zugleich davor, Rückschlüsse über die Auswirkung der Stimme zwischen verschiedenen Kulturen zu ziehen. “Stimmverwendung und Intonation ist kultur- und sprachabhängig. In südeuropäischen Ländern ist die Grundfrequenz generell höher als im Norden.” Unterschiedliche Wirkungen der Stimme könne man bei interkulturellen Sprechkonflikten beobachten. “Selbst bei den verschiedenen Dialekten eines Landes kann man Unterschiede feststellen, wenn etwa manche Bayern und Norddeutsche den jeweils anderen Tonfall nicht mögen”, so die Phonetikerin abschließend.” (Ende)

  9. Bettina Maier schreibt

    Hallo Herr Dr. Grevers,

    Ich bin 22 Jahre und habe seit 4 Wochen ( da habe ich es bemerkt) Tinnitus.
    Ich hatte ein Kopfrauschen und bin gleich darauf zum HNO und der hat mir Kortison-infusion gegeben.
    Es wurde dadurch nicht besser, in der Behandlung entstand auch immer so ein Druck in der Stirn und in den Ohren.
    Das legte sich nach einer zeit wieder. Der HNO-Arzt meinte es kommt alles von meinen Verspannungen der HWS.
    Jetzt bekomme ich manuelle
    Therapie. Habe mich auch schon von Orthopäde einrenken lassen. Jetzt war ich eine woche im skiurlaub und hatte mir dort 2 fußreflexmassagen geben lassen, gleich nach der 1. Massage wurde es am abend schlechter, was ja heißt dass die therapie angeschlagen hat.
    Das Fiepen wurde dann wieder leiser teilweise konnte ich es kaum mehr hören, nach der 2. Behandlung war nicht mehr viel änderung. jetzt bin ich fast eine woche zuhause und ich hab jetzt beim Schlucken laute Geräusche im ohr. Das fühlt sich an wie ein Druckauslgeich, so eine Art knacken. Muss aber dazu sagen dass ich dann auch noch eine Erkältung hatte und noch ein bisschen habe. Ich habe bemerkt nach einer Nasenspülung wird das Schluckgeräusch für ganz kurze zeit besser, kann das jetzt mit der Erkältung zusammen hängen oder ist es die hws im Bezug mit Tinnitus?!

    Können die Verspannungen durch massagen gelöst werden oder ist das alles hoffnungslos?

    Heute habe ich wieder im Schulter-bereich starke schmerzen. kann man mir noch helfen oder muss ich damit leben? zugleich bemerke ich dass wenn ich mein Kopf ins Kissen fallen lasse das mir dann ein zahn weh tut! ich habe auch öfters ein Stechen in der Ohren!

    Ich habe jetzt einen Termin beim Zahnarzt gemacht und mache auch mit der Fußreflexmassage weiter und 4 manuelle HWS-therapien habe ich auch noch.

    Ich hatte auch beim Skifahren einen gewaltigen Druck auf den Ohren bei Höhenunterschiede, die sich aber durch Schlucken und Gähnen lösten, seitdem hab ich auch diese Geräusche beim Schlucken, habe ich das viell. zu oft dann gemacht?

    Was sagen Sie dazu?
    Bitte antworten Sie mir doch, würde mich freuen, denn ich bin ziemlich am verzweifeln und alles ist mit Angst verbunden.

    Vielen Dank

    Bettina Maier

  10. Wolfgang Layer schreibt

    Hallo Frau Maier,

    da ich weder HNO noch sonst ein Arzt bin, kann ich Ihnen nur aus eigener Erfahrung sagen, was Sie alles falsch gemacht haben.

    Mit einem Tinnitus zum Skifahren, das ist in etwa so wie mit neuem Kniegelenk auf die Zugspitze. Wenn es etwas gibt, was man bei Hörstürzen oder Tinnitus empfehlen kann, dann ist es Ruhe und Entspannung. Fußreflexzonenmassagen halte ich für völlig ungeeignet. Das muss schon ein wirklicher Spezialist sein, um keinen Schaden anzurichten. Fußreflexzonenmassagen sind nicht immer nur entspannend, sie können im Körper unter Umständen auch organische Krankheiten zum Ausbruch bringen. Das ist weder durch eine Dissertation noch durch eine wissenschaftliche Studie, die ich kenne, belegt, sondern wieder nur durch eigene Erfahrung.

    Vieles von dem, was Sie an sonstigen Beschwerden schildern, kann im Zusammenhang mit ihrer Haupterkrankung und ihrem momentanen körperlichen Missbefinden als psychosomatisch gesehen werden. Die Verspannungen z.B. können auch ganz andere Ursachen haben. Wenn Sie all die Symptome zusammennehmen, die Sie schildern, dann gehe ich nicht davon aus, dass Sie nachts entspannt liegen. Also werden Sie am Morgen Verspannungen haben.

    Mein Rat:

    1. Ruhe über mehrere Tage; kein TV, kein MP3, kein Radio
    2. Salbei, Thymian oder was auch immer – auf alle Fälle viel Inhalieren, damit die Erkältung weggeht
    3. sanfte Bewegungstherapie
    4. sofortige Ernährungsumstellung – so etwas bringt den Körper (positiv gesehen) oft so durcheinander, dass er alle anderen Macken vergisst.
    5. Konzentration auf das Hauptproblem – und das scheint mir tatsächlich der Tinnitus zu sein. Da werden Sie um einen Arzt Ihres Vertrauens nicht herumkommen.

    Gute Besserung wünscht Ihnen
    Wolfgang Layer

  11. Rene schreibt

    hallo

    ich bin in einem gesangsverein (MGV) und sollte morgen singen gehen. Leider bin ich erkältet und kann daher keine hohe stimme singen.. gibt es irgendeine art das ich morgen wieder singen kann ?

    Danke

  12. Autor schreibt

    Es gäbe sicher einige Arten, allerdings ist das einzige empfehlenswerte die Stimme zu schonen.

  13. Eva Hayer schreibt

    Hallo, ich habe ein Stimmlippenödem, was soll ich tun? ich hatte im Herbst eine Grippe und ein lästiger, vor allem morgendlicher Husten, ist geblieben und die veränderte Stimme. ch gbrauche meine Stimme beruflich ( musikalische Früherziehung, Chorleitung, Stimmbildung ,gebe Gesangsunterricht)
    EVA HAYER

  14. Autor schreibt

    Sehr geehrte Frau Hayer,

    sie sollten die Stimme schonen und dringend einen Spezialisten, einen Facharzt für Stimmstörungen, aufsuchen.

    Mit freundlichen Grüßen

Einen Kommentar schreiben

Mit dem Klick auf "Senden" erkläre ich mich damit einverstanden, dass alle eingegebenen Daten und meine IP-Adresse nur zum Zweck der Spamvermeidung durch das Programm Akismet in den USA überprüft und gespeichert werden.

Copyright © 2010, Bütefisch Marketing & agentur einfach-persoenlich
49 queries, 0,430s | Beiträge (RSS) & Kommentare (RSS) | powered by wp