Aussprache beim Chorsingen
Eine grundlegende Voraussetzung zur richtigen Aussprache beim Chorsingen: Der Chorleiter muss nicht nur Bescheid wissen, sondern auch selbst korrekt sprechen, möglichst nicht Mundart (“senged au richdig”).
Hilfen: gemeinsames Sprechen, Singen auf einem Ton (dazu klatschen), Texterklärungen einstreuen.
1. VOKALE
Beginnt ein Wort mit einem Vokal, so wird es nicht an die vorhergehende Silbe angebunden, weder an Vokal noch Konsonant. Lustige Beispiele erläutern dieses Problem:
…nie kann ohne (Kanone) Wonne deinen Glanz ich sehen.
…wie ein stolzer Adler (Radler) durch die Lüfte fliegt.
…und alles (und Dulles)
Vokale sind lang oder kurz, geschlossen oder offen. Meist sind lange Vokale geschlossen, kurze offen.
“a”: Im Gegensatz zum Schwäbischen sind sie kurz: heran, was, das;
und lang: Spaß, Magd, gehabt, Nachbar.
“e”: lang, geschlossen: Feder, Erde, Weg, werden, Wert, Efeu, schwer, wer.
kurz, offen: Held, Eltern, Herberge, Rebhuhn, Ferse.
“i”: lang, geschlossen: siebzig, Kritik, Fabrik, Paris, Notiz, Nische, Wiesbaden, Krokodil.
“o”: kurz, offen: wollen, fordern, Most, Frosch, floss, Geschoss, ob, Lorbeer.
lang, geschlossen: Schloße, Obst, Vogt, Mond, Montag, Herzog.
“ö”: lang, geschlossen: Herzöge, Bischöfe, höchst, Vögte, Österreich, Behörde.
kurz, offen: Köche.
“u”: lang, geschlossen: Uhu, -tum, ruchlos, pusten, Geburt, Konsum.
kurz, offen: Rum.
“ü”: lang, geschlossen: Küchlein, düster, Rüster.
2. DIPHTONGE
Der Diphtong ae (gechrieben ai oder ei) entsteht durch die Gleitbewegung von kurzem a zu einem sehr kurzen geschlossenen e; ao (geschrieben au) durch die Gleitbewegung von einem etwas dunkleren kurzen a zu einem sehr kurzen geschlossenen o; eu oder äu durch eine Gleitbeweung von kurzem offenem o zu sehr kurzem geschlossenem ö.
3.KONSONANTEN
“s”: stimmhaftes s wird gesprochen im Anlaut vor Vokal, auch in Zusammensetzungen: sehen, Gesang, Drangsal, seltsam; im Inlaut zwischen Vokalen: Rasen, Wiese.
“ch” wird gesprochen in der Endung -ig im Silbenschluß vor Konsonanten: ewig, befriedigt, freudigste.
Alle “b, d, g” im Silben- oder Wortauslaut sind stimmlos zu sprechen. Sie unterscheiden sich in nichts vom stimmlosen “p, t, k”.
Die Schreibung chs wird als ks gesprochen, wenn das s mit dem ch in allen Formen fest verbunden ist: Dachs, sechs, Deichsel, Wechsel.
Die Regeln sind nach Siebs zitiert. Weitere Ausspracheregeln sind zu finden bei
1. Kurt Thomas, Lehrbuch der Chorleitung, Bd.1, S. 75 ff (Breitkopf und Härtel),
2. Wilhelm Ehmann, die Chorführung, Bd.2, S.43 ff (Bärenreiter),
3. “der kleine Hey”, die Kunst des Sprechens (Schott),
4. Siebs, Deutsche Hochsprache (Walter de Gruyter & Co, Berlin) und
5. (für die Arbeit mit Kindern:) Die Pflege der Kinder- und Jugendstimme (Schott).




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Autor: Sigi Bütefisch
Seit einigen Jahren für den Schwäbischen Chorverband in Sachen Marketing und Kommunikation aktiv. Mit unserer Firma Bütefisch Marketing und Kommunikation betreuten wir Ministerien, Verbände, sowie klein- und mittelständische Unternehmen. Unsere Philosophie: Erfolg in Balance ist möglich. Gute Geschäfte und Leistungsorientierung müssen – und können – mit Menschlichkeit und Lebenssinn in Balance gebracht werden. Mehr darüber im gleichnamigen Buch "Erfolg in Balance" (erschienen 2010 im Cornelsen Verlag) sowie in Coachings und Seminarveranstaltungen.
Geschrieben am 27. Mai 2008 10:09, Rubrik: Fortbildungen, Singen und Stimme,
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