Schlaflos in Seattle in der Lichtensteinhalle
Der Jugendchor “Sweet Sixteen” des Sängerbundes Lichtenstein hat in bewährter Kooperation mit dem Schulchor des Gymnasiums Münsingen das semiszenisch inszenierte Musical “Schlaflos in Seattle” aufgeführt. Mit der Wahl dieses Stückes wagten sich die nahezu 80 Jugendlichen unter der Leitung von Helma und Steffen Hinger erfolgreich auf musikalisches Neuland: Statt der sonst rockigen Songs untermalten dieses Mal sowohl mitreißende als auch ergreifende Swing-Klassiger die szenischen Darstellungen auf der Bühne. Es war deshalb auch das erste Mal seit acht Jahren, dass die Unterhausener Rockband Quo Vadis nicht die musikalische Begleitung bot, sondern statt dessen eine eigens für das Musical zusammen gestellte Projektband (Stefan Schwarzer – Keyboard/Trompete, Philipp Bakchaus – Keyboard/Gitarren, Petra Reiber – E-Bass/Kontrabass und Steffen Wolpert – Schlagzeug), welche die schwierige Aufgabe mit nicht weniger Können meisterte.
Die Solisten, der Chor und die Band bildeten ein harmonisches Ensemble, das Dank der Visagistin Szuszanna Hildebrand eine wahre Augenweide war. Die gelungene, an den gleichnamigen Film angelehnte Inszenierung stammt aus der Feder von Getraude Vatter und Helma Hinger. Szenen, die nicht dargestellt werden konnten, wurden wieder in Kurzfilmen von Michael Hagmaier gezeigt.
Die Handlung des Stücks: Der kleine Jonah Baldwin (mit Bravour dargestellt vom 12-jährigen Bastian Ostertag) ruft am Weihnachtsabend bei einer Radiopsychologin an, um für seinen verwitweten Vater Sam (Martin Wille) eine neue Frau zu finden. Die Sendung wird von Frauen in den ganzen USA mit Herzklopfen verfolgt, so auch von der Journalistin Annie (Natalia Siebert). Trotz ihrer Heiratspläne mit Walter (Julian Bayer) kann sie die Stimme des Unbekannten nicht vergessen und fährt, unter dem Vorwand, für ihre Zeitung eine Story über Sam zu schreiben, nach Seattle.
Aufgrund eines Irrtums hält Annie eine Freundin von Sam für dessen neue Partnerin, fährt enttäuscht nach Hause zurück und schreibt Sam einen Brief, in dem sie ihn bittet, sich mit ihr am Valentinstag auf dem Dach des Empire State Buildings in New York zu treffen. Jonah ist sofort Feuer und Flamme für die Schreiberin, doch Sam will davon nichts wissen, da er glaubt, in einer Kollegin eine neue Partnerin gefunden zu haben. Mit Hilfe seiner Freundin Jessica (Julia Hinger) bucht Jonah einen Flug nach New York, wo er Annie anzutreffen hofft. Beim Valentinstags-Dinner mit Walter erkennt Annie, dass sie diesen nicht heiraten kann, da sie sich sonst ihr Leben lang fragen würde, was gewesen wäre, wenn sie Sam getroffen hätte. Walter gibt sich verständnisvoll und Annie eilt auf das Dach des Empire State Buildings. Nur ein Zufall bewirkt, dass sie dort tatsächlich Jonah und Sam, der als besorgter Vater seinem Sohn nachgereist ist, antrifft.
Zufall und Schicksal sind die beiden Begriffe, die in diesem Stück gegeneinander aufgewogen werden. Annie, die zunächst nicht an Schicksal glaubt, wird durch Zufall oder auch Schicksal mit Sam zusammengeführt, dem es ähnlich geht.
Das sich Auseinandersetzen mit sich selbst und seinen Gefühlen, den Zwiespalt beim Abwägen von Zeichen als Zufall oder Vorbestimmung haben alle Schauspieler überzeugend dargestellt. Auch die Musik spiegelte stets stimmgewaltig vorgetragen die Situation der Protagonisten wider und die Szenen wurden mit stimmungsvollen Songs unterlegt, in denen zahlreiche Solisten brillierten. Der Jugendchor und der Schulchor boten wieder einmal eine gelungene Aufführung, die das Publikum nicht für beendet sehen wollte, bevor nicht zwei Zugaben erklungen waren.
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(Danke für Ihre Meinung!)Autor: Fahr
Geschrieben am 4. Aug 2008 15:18, Rubrik: Chorverband Ludwig Uhland, Jugendchöre, Veranstaltungen,
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