Singen und Stimme Aktuell des Schwäbischen Chorverbandes

Der Weblog des Schwäbischen Chorverbandes

5 Chöre in Unterweissach auf einem „Sänger-Haufen“

Das Motto war Programm – „Schmieds Starken Sängerhaufen“ begeisterte sein Publikum!

Der Liederkranz Unterweissach und sein Chor „Schmieds Starken Sängerhaufen“ haben viel Mut bewiesen mit ihrem Konzert unter dem Motto „5 Chöre aus einem Haufen“. Denn es brachten tatsächlich fünf verschiedene Formationen des Unterweissacher Chors ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm auf die Bühne. Den Auftakt bildete ein stimmgewaltiges „Grüß Euch Gott“ aus der Operette „Der Vogelhändler“. Der Vorsitzende Wolfgang Seitz erwähnte bei seiner Begrüßung, dass vor 20 Jahren der damals neu gegründete Chor sein erstes Konzert in der Seeguthalle präsentierte.
Den programmatischen Einstieg in den Abend bildeten die sechziger Jahre mit Paul McCartneys „Michelle“, gefolgt von „Sound of Silence“, das 1966 dem Duo Simon and Garfunkel zum Durchbruch verhalf. Dem Chor gelang es bei diesem Lied hervorragend, auch die leisesten Passagen und die fast nur gehauchte Stille in den Raum zu zaubern. Die inhaltsbezogene Moderation durch Chormitglieder stimmte die Besucher jeweils auf die einzelnen Lieder ein. Dies war auch nötig bei der von Prince geschriebenen Ballade „Nothing Compares to You“, die erst später durch die irische Sängerin Sinead O‘ Connor bekannt wurde. Der sechsstimmige Satz war eine große Herausforderung, die der Chor mit Bravour meisterte und dabei von Helmut Dinkelaker am Piano gefühlvoll begleitet wurde. Den Abschluss der ersten Formation des gesamten Chors bildete „Gabriellas Song“, der durch das schwedische Musikfilmdrama „Wie im Himmel“ bekannt wurde und musikalisch den Befreiungswunsch einer Frau aus häuslicher Gefangenschaft beschreibt.
Konzert2015 Frauenchor mit Solistin I'm so prettyIm Kontrast zu den getragenen Liedern trat der Frauenchor auf, in dem junge Sängerinnen des letztjährigen Queen-Projektchors inzwischen längst integriert sind. Die Damen in ihrem ansprechenden Outfit und das harmonische Bühnenbild waren eine Augenweide. Bei dem Song „I am pretty“ verstand es eine Sängerin anschaulich, ihre Schönheit und Eleganz tänzerisch zum Ausdruck zu bringen. Der Evergreen „Lollipop“ ließ die Frauenstimmen voll zur Geltung kommen. Die partnerschaftliche Unterstützung durch zwei Männer als vokales Schlagzeug ergänzte die humorvolle Darbietung. Dass ein Chor auch Geselligkeit pflegt, brachten die Sängerinnen mit ihrem Lied „Ein Likörchen für das Frauenchörchen“ zum Ausdruck. Rauschender Beifall verabschiedete den Frauenchor und die beiden Kellner, die den Wunsch erhört hatten und den singenden Damen ein Likörchen servierten.

Konzert2015 Premiere des FrauenterzettPremiere hatte die dritte Formation auf der Bühne, ein neu gegründetes Frauentrio, das durch bezaubernde und klare Stimmen das Publikum faszinierte. Die Lieder „Bei mir bist Du schön“, „Moonlight Shadow“ und „You raise me up“ wurden brilliant dargeboten und waren eine hervorragende Bereicherung des Programms. Es ist zu hoffen, dass das Trio die gelungene Premiere zu weiteren Aktivitäten motiviert.
Konzert2015 M+ñnnerquartett mit humorvollem EinsatzDie vierte Chorformation, das Männerquartett „Koiner Voices“, wurde von vielen Fans bereits mit großem Beifall empfangen, sind die vier doch längst für ihre humorvollen und selbstironischen eigenen Texte bekannt. Nach dem Beatles-Titel „Obladi, Oblada“ sinnierte das Quartett zunächst gesanglich über das Älterwerden mit den eigenen Titeln „Auch wir war’n mal jung“, danach mit „Warum nur gibt es Haare“ über den fragwürdigen Sinn männlicher Körperbehaarung. Die Choreografie und die humorvollen Texte forderten dem Quartett eine Zugabe ab, bei der die Allroundhandwerker gesanglich eindrucksvoll ihre Spuren hinterlassen haben mit dem eigenen Lied „GmbH & Co KG“.
Konzert2015 MaennerchorDer Männerchor aus Schmieds Starken Sängerhaufen trat als fünftes Ensemble auf die Bühne und präsentierte „Für Frauen ist das kein Problem“ von Max Raabe, ein Loblied auf die Fähigkeiten des weiblichen Geschlechts. Mit den Liedern „Schau doch nicht immer zu dem Tangogeiger hin“ und „Ich hab das Fräul’n Helen baden sehn“ wurde das Publikum augenzwinkernd mit geheimen Empfindungen der Männerwelt konfrontiert und in die zwanziger Jahre entführt.
Zu einem rasanten Finale trat der Gesamtchor auf und begeisterte mit „You can’t hurry love“, einem Lied der Surpremes, das erst durch Phil Collins zum Klassiker wurde. Das Lebensgefühl der 60er Jahre mit Freiheit, Lust und Freude wurde mit „I get around“ von den Beach Boys in der Seeguthalle verbreitet und mancher Zuhörer schnippte insgeheim mit. Den Abschluss des vielfältigen und anspruchsvollen Programms bildete ein Medley von Rock’n-Roll-Titeln, das unsere Chorleiterin zusammen mit dem Männerquartett für Schmieds Starken Sängerhaufen arrangiert hat, „Rock oft the 50th“. Dem Publikumswunsch nach einer Zugabe kam der Chor mit „An Tagen wie diese“ gerne nach, schließlich wird der Tag bei vielen in guter Erinnerung bleiben.
Der seit zehn Jahren den Chor leitenden Dirigentin Ute Kabisch war es gelungen, die Sängerinnen und Sänger so zu fordern und zu motivieren, dass die gute Leistung des Chors – das meiste wurde auswendig und a capella gesungen – hörbar war und das Publikum berechtigten Beifall zollte. (sz)

Auto: Wolfgang Seitz (Vorsitzender des Liederkranzes Unterweissach)

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Autor: Claudia Weise
Chorverband Friedrich Schiller e. V., Marbach am Neckar

Geschrieben am 31. Dez 2015 14:32, Rubrik: Chorverband Friedrich Schiller, Frauenchöre, gemischte Chöre, Männerchöre,
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