John Newton befreit sich von Gleichgültig­keit, Hass und Angst

Über 600 Menschen sehen das Musical „Amazing Grace“  von „Vocal Dream“   in Schwendi

Der Chor „Vocal Dream“ aus Schwendi hat am Wochenende ein überzeugendes Musical auf die Bühne gebracht. Rund 600 Menschen sahen die beiden Aufführungen  von „Amazing  Grace“.

Ein halbes Jahr intensive Probearbeit steckt in dem Projekt, erzählt die musikalische Leiterin Sonja Walter vor dem Konzert. Am Gymnasium Ochsenhausen, wo sie auch Musiklehrerin ist, ist das Stück in einer Schülerfassung bereits einmal aufgeführt worden. Jetzt haben die 20 Sänger von „Vocal Dream“ es umgesetzt. Unterstützt wurden sie von den Schülern und Musikern aus der Region.

Die Geschichte des „Amazing-Grace“-Autors John Newton steht im Vordergrund des Musicals. Der erlebt darin eine wundersame Wandlung vom saufenden Nichtsnutz zum ehrbahren Pfarrer, vom Kapitän eines Sklavenschiffs zu einem Bekämpfer des Menschenhandels. Genug Stoff Für emotionale 90 Minuten. „Halten Sie Ihre Taschentücher bereit“, sagt Silke Letzgus, Vorsitzende von Vocal Dream, vorab.

Die Schauspieler und Sänger entführen die Zuschauer in verschiedene Lebensphasen von John Newton. Als Junge (Joshua Beck) träumt Newton bereits von der großen weiten Welt. Aber dann stirbt seine Mutter, er kommt in ein Internat und wird irgendwann erwachsen (Marco Huberle) – aber ein Taugenichts.

Schließlich fährt er zur See, sortiert und verlädt Sklaven in Afrika. Es ist eine Gewissensfrage Für den jungen John Newton. Die Gleichgültigkeit (Dunja Striebel), die Angst (Elena Ruopp) und der Hass (Dennis Lang) hinterfragen immer wieder Newtons Entscheidungen aus ihrer jeweiligen Sichtweise: lautstark, energisch, hochnäsig. Er ist zerissen und denkt ständig nur an seine Polly Maria Catlett (Regine Mayr), die er irgendwann heiraten möchte. Immer wieder thematisiert das Stück die lange Zeit glücklose Beziehung der beiden.

Die Musik ist mal schnell, mal langsam, mal getragen oder Fröhlich. Sonja Walter sitzt am E-Piano und hat ihre Musiker im Griff. Voller Eifer dirigiert sie Chor, Solisten und Band. Als John Newton schließlich zum Glauben findet, wird die Musik noch lebhafter, noch mehr Gospelklänge sind zu hören. Das Publikum feiert die neue Zuversicht von Newton und lässt sich von dem Gospelquartett (Leonie Lüthy, Joanna Frieß, Dario Klawitter und Noah Mayer) mitreisen.

Und Amazing Grace? Die berühmten Zeilen textet John Newton, der inzwischen Pfarrer ist, tatsächlich im zweiten Teil der Aufführung. Damit befreit er sich auch schlussendlich von der Gleichgültigkeit, dem Hass und der Angst. Das Publikum feiert das große Finale natürlich gebührend. Und tatsächlich kommen auch einige Taschentücher zum Einsatz.

Das Erfolgsrezept von „Vocal Dream“ sei der Spaß in der Gruppe und die Musik, erklärt Sonja Walter. „Es ist die Musik, die berührt und begeistert.“ Normalerweise singen die Musiker bei kleineren Auftritten und einem Jahreskonzert im Oktober. Dass die Aufführungen des Musicals trotz gleichzeitig stattfindendem Heimatfest angenommen wurden, freut die Vorsitzende Silke Letzgus.

 

Die Einnahmen aus den Auftritten gehen jeweils zur Hälfte an das Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach und das Hospiz „Haus Maria“ der St. Elisabeth Stiftung in Biberach.

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Klaus Haid, 6. Aug 2017, Chorgattung, gemischte Chöre, Oberschwäbischer Chorverband, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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