Singen und Stimme Aktuell des Schwäbischen Chorverbandes

Der Weblog des Schwäbischen Chorverbandes

Popchöre zu Gast bei Vocals On Air

Popchöre und Vocal Bands mit Schwerpunkt Popularmusik sind im Trend und haben es bis international sogar schon in die Charts geschafft. Doch dabei ist Pop nicht gleich Pop. Das Radiomagazin „Vocals On Air“ präsentiert in seiner neuesten Ausgabe am Donnerstag, 15. und 22. Juni 2017 zwei Popchöre und eine Publikation zum Thema Stimmbildung.

A-cappella-Pop aus Ulm: Choriosity

„Unser Chor singt A-cappella-Pop und moderne Arrangements“, so der Leiter von Choriosity, Martin „Monty“ Winter. „Wir singen einen vielstimmigen Mix aus Pop, Rock und Jazz. Die Lieder werden vom Chor gewählt und mit Leidenschaft umgesetzt.“ Erst 2013 gegründet, hat Choriosity heute bereits mehr als 100 Choristen. „Unser Ziel ist es, ein unvergessliches Chorerlebnis zu erschaffen.“ In der Sendung spricht Moderator Holger Frank Heimsch mit dem Chorleiter über ihre aktuellen Projekte und einen Auftritt in der New Yorker Carnegie Hall.

Fünf Chöre – Eine Gemeinschaft: Erster allgemeiner Popchor Frankfurt e.V.

„Hinter dem Popchor Frankfurt verstecken sich Maingroove, Mainvoices, Mainstimmig, Mainmelodien und Mainevent.“ so die zweite Vorsitzende Kirsten Frehse. „Wir konzentrieren uns darauf, in unseren Chören vier- bis sechsstimmige Arrangements von Stücken aus dem Rock-/Pop- Bereich einzustudieren, um diese unserem Publikum zu präsentieren.“ Im Interview spricht mit Kirsten Frehse über aktuelle Projekte und stellt die Chöre musikalisch vor.

Medientipp: Warm Up Your Choir (Schott Verlag)

Vor jeder guten Probe oder Konzert steht ein ausgiebiges und gelungenes Einsingen: ’Warmup’. Damit dieses nicht immer gleich abläuft braucht es Motivation, Abwechslung, unterschiedliche Methoden und Kreativität. Der renommierte Chorleiter und Dozent Bertrand Gröger (Jazzchor Freiburg) hat in seinem Buch 22 Einsingprogramme verfasst, die mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden jeden Chor ansprechen.

Das Radiomagazin Vocals On Air können Sie am Donnerstag, 15. & 22. Juni 2017 um 18:00 Uhr im Internetradio unter www.vocalsonair.de als Stream hören. Diese und viele weitere Sendungen gibt es als Podcasts unter www.soundcloud.com/vocals-on-air

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Alles auf Anfang: Haben Sie Kinder? (Prof. Robert Göstl)

Falls Sie diese Frage mit „ja“ beantworten, müsste man jetzt noch weiterfragen, wie alt die sind, um genauer zu erfahren, wie ihre Gefühlslage bei dieser Frage ist. Aber im Grunde genommen ist es egal, ob sie erst vor kurzem Eltern geworden sind (herzlichen Glückwunsch!) oder ob sie gerade mit den aus dem Kindergarten eingeschleppten Krankheiten kämpfen oder ob sie erste Berührungen mit dem „Ernst des Lebens“ in der Grundschulzeit erleben oder ob sie den steigenden Druck am Übergang zu weiterführenden Schulen spüren oder ob sie kopfschüttelnd die Kapriolen ihres pubertierendes Nachwuchses bestaunen oder ob sie gerade knapp bei Kasse sind, weil sie ein Studium (selbstverständlich im Ausland) finanzieren müssen oder ob sie all das bereits hinter sich haben und deshalb diesen ersten Absatz bis hierher lächelnd lesen konnten. Egal ist all das deshalb, weil sie sich in gleich welcher Lebens- bzw. Elternphase für ihre Kinder vor allem eins wünschen: dass ihre Kinder gesund bleiben (werden) und glücklich sind (werden). So einfach ist das.

So einfach ist das – gesund und glücklich. Ja, so einfach ist das im Grunde genommen auch, wenn wir als Chorleute (Verbandsfunktionäre, Vorstände, Chorleiter, Jugendbeauftragte, Musiklehrer, Stimmbildner) überlegen, was denn im Singen mit Kindern eigentlich wichtig ist und was wir uns wünschen. Es kommt im Kern aufs Gleiche raus: die Kinder sollen in ihrem Singen und Musizieren gesund bleiben (werden) und glücklich sein (werden).

„Stop!“, mag da mancher sagen, „Mir geht es doch auch um die Lösung meines Nachwuchsproblems in meinem Gesangsverein und um eine moderne Außendarstellung unserer Arbeit, außerdem um mehr Publikum für unsere Auftritte?!“.

Ich will hier gleich zu Beginn Farbe bekennen und deutlich sagen: meine feste Überzeugung ist es, dass eine nachhaltig funktionierende und blühende Kinder- und Jugendarbeit im Chorbereich nur dort gelingen kann, wo all diese letzten Gründe nicht die Grundmotivation der Bemühungen sind, sondern lediglich angenehme und erwünschte Nebeneffekte. Andersrum, positiver gesprochen: wo der junge Mensch und sein Wohl im Mittelpunkt steht, haben wir eine reelle Chance, ihn dauerhaft für unsere Sache – das Singen in Gemeinschaft – zu begeistern. Wünschen sie sich also einfach, dass die ihnen zum gemeinsamen Singen anvertrauten Kinder gesund bleiben (werden) und glücklich sind (werden). Zwar ergibt sich alles andere dann nicht von ganz alleine und schon gar nicht immer gleich, aber sie werden staunen, wie viele der gewünschten Effekte sich einstellen.

Da sie diese Seite aufgerufen haben und falls sie bis hierher gelesen haben, sind sie bereits im weitesten Sinne im Bereich Kinder- und Jugendchorarbeit tätig oder sie haben vor, demnächst aktiv zu werden. Ich möchte sie an dieser Stelle einladen, jetzt nicht sofort weiterzulesen, sondern Papier und Bleistift (oder Tastatur) zur Hand zu nehmen und zu dieser Ausgangsüberlegung ein paar Notizen zu machen. Beantworten sie (wie gesagt wenn möglich schriftlich) folgende Fragen:

  • Kann ich zum bisher Gesagten „ja“ sagen?
  • Wenn nicht zu allem – wozu schon, wozu nicht?
  • Ist in meiner Arbeit tatsächlich das Wohl der Kinder und Jugendlichen Hauptbeweggrund?
  • Wenn ja – wie vermittelt sich das den Kindern, den Eltern und der Öffentlichkeit?

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Kinder singen gerne! (Johannes Pfeffer)

Kinder singen gerne. Und Kinder singen gerne gemeinsam. Dies lässt sich insbesondere im Kindergarten und der Kindertagesstätte erleben. Im Kindergartenalltag soll das gemeinsame Singen seinen festen Platz haben. Lieder können den Tag strukturieren, z.B. durch ritualisierte Lieder beim gemeinsamen Essen, oder Herausforderungen des Alltags leichter bewältigen helfen, z.B. Schuhe binden oder traurige Momente. Aber gemeinsames Singen ist auch ein Ausdruck des Besonderen, deshalb singen wir zum Geburtstag oder wenn wir fröhlich sind. Der Schwäbische Chorverband unterstu?tzt pädagogische Fachkräfte dabei, die Freude am Singen in der Kinder- und Jugendhilfe qualitätsvoll zu fördern.

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Juni-Ausgabe von SINGEN ist erschienen!

Vereine sind wichtige Träger kultureller Arbeit in der Gemeinschaft. In der aktuellen Ausgabe werden Projekte unter die Lupe genommen, die ohne einen starken Zusammenhalt der ganzen Gemeinschaft kaum möglich gewesen wären. Außerdem geht es um das Landes-Musik-Festival 2017 in Horb und die Verleihung der Conradin-Kreutzer-Tafel als höchste Vereinsehrung im Amateurmusikbereich im Bundesland Baden-Württemberg.

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Jazz? Im Chor? (Bertrand Gröger & Klaus Frech)

Worin liegt die Herausforderung? Für die Erarbeitung eines Chorwerkes braucht der Jazzchorleiter eine Klangvorstellung und eine Gestaltungsidee; um beides für die Probenpraxis hinreichend konkretisieren zu können, muss er das zu erarbeitende Werk wirklich durchdrungen haben – da unterscheidet sich der Jazzchorleiter nicht von seinen„regulären“ Kolleginnen und Kollegen. Das Durchdringen eines Werkes der Jazzchor-Literatur muss dabei nach meiner Erfahrung in drei Dimensionen geschehen: Rhythmik, Harmonik und Melodik. Das erfordert ein gewisses Maß an spezialisiertem Fachwissen, das Interessierte in Workshops bei einer ganzen Reihe von Veranstaltern erlangen können; als Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien genannt: Chor.com, AMJ, Landes- und Bundesakademien (insbes. Wolfenbüttel), AAVF, Jazzchor Festival Freiburg, voc.cologne, chor@berlin usw.. Einige der Jazz-spezifischen Besonderheiten der drei genannten Dimensionen sollen im Folgenden – nach einer kurzen Hinführung – präzisiert werden.
 
Jazz…
„Jazz“ ist ein Wort, das in den meisten Köpfen mehr oder weniger klare Zuordnungen und Assoziationen, Bilder und Klänge hervorzurufen vermag, ohne dass wir in der Lage wären, „Jazz“ kurz und prägnant zu definieren. Das liegt ganz wesentlich an der Unschärfe eines Begriffs, der die stilistische Vielfalt einer weitverzweigten musikalischen Strömung unter einen Hut bringen soll, die seit über 100 Jahren eine überaus dynamische Entwicklung genommen und an ihren Rändern immer wieder (z. T. durchaus kuriose) Mischformen hervorgebracht hat. Sinnvoller erscheint daher der Ansatz, die gemeinsamen Merkmale dieser sehr bunten Stilfamilie zu benennen:

  • eine – bei aller stilistischen Vielfalt – durchgängig geltende hohe Bedeutung des Rhythmischen;
  • eine (im Vergleich zu anderen popularmusikalischen Stilen) teils stark erweiterte Harmonik mit hohem Wiedererkennungswert;
  • eine an die rhythmischen und harmonischen Gegebenheiten angepasste Melodik, in der neben Skalen und Akkordbrechungen immer wieder auch die sogenannten „Blue Notes“ eine stilprägende Rolle spielen;
  • ein von Fall zu Fall sehr unterschiedlich ausgeprägter, aber grundsätzlich hoher Stellenwert improvisatorischer Anteile am gesamtmusikalischen Geschehen.

…im Chor
Ohne Weiteres „chortauglich“ sind die Dimensionen Rhythmik, Melodik und Harmonik; auf das Thema Improvisation soll zum Schluss kurz eingegangen werden.

    1. Rhythmik
      Es ist keine Übertreibung, das rhythmische Geschehen im Jazz als essenziell zu beschreiben; ein Chor, der blitzsauber intoniert und in traumhaft homogenem Ensembleklang rhythmisch vor sich hinschludert, wird es schwer haben, sein Publikum mit Jazzchor-Literatur zu begeistern. Rhythmische Präzision auf der Grundlage eines umfassenden Rhythmusverständnisses ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Chorarbeit im Jazzbereich. Umfassend bedeutet, die rhythmischen Dimensionen eines jeden Tons zu erkennen und ihre Bedeutung für das Gesamtgeschehen anzuerkennen: das Ende eines Tons (gemeinsam absprechen!) ebenso wie seinen Anfang, seinen dynamischen Verlauf, seine Akzentuierung und, ganz wichtig, Zeitpunkt und Impuls des Einatmens. All das lässt sich gut und systematisch in die Probenarbeit einbeziehen; darüber hinaus können speziell auf das Probenrepertoire zugeschnittene Übungen das rhythmische Verständnis der Sängerinnen und Sänger vertiefen. Soll beispielsweise ein Swing-Titel erarbeitet werden, kann es sehr hilfreich sein, den ternären Grundrhythmus dieses Stils zu üben – so kann man die Gruppe z. B. reihum sprechen lassen:

      (Person 1) (Person 2) (Person 3) (Person 4) (Person 5) (Person 6) …Im Idealfall lässt man dazu ein (lautes!) Metronom laufen; das fördert zudem das Timing, also die Fähigkeit, ein gegebenes Tempo tatsächlich beizubehalten – eine für jegliche rhythmische Chormusik extrem wichtige Kompetenz! (Metronom-Übungen sollten unbedingt regelmäßiger Bestandteil der Probenarbeit sein; wer die Herausforderung liebt, möge Metronom-Arbeit mit Dynamikverläufen kombinieren…) Am illustrierten Beispiel lässt sich auch die Swing-typische Betonung der Off-Beats (=nicht auf den Zählzeiten liegende Noten) üben, in diesem Fall also die Akzentuierung der Silbe „und“ im Verhältnis zur nachfolgenden Ziffer. All das kann man natürlich auch schenkelklopfend, auf-die-Brust-schlagend, klatschend, schnippend oder singend üben – jede Methode bietet dabei ihre eigenen Vorzüge und kann darüber hinaus den Probenverlauf auflockern.
  1. Melodik
    Der vorige Abschnitt behandelte bereits viele Aspekte auch des melodischen Geschehens, da die Melodik im Jazz ganz weitgehend dem Rhythmischen verpflichtet ist. Das gilt für Solisten wie für Ensembles; das gilt im Swing, wo die Melodiestimme häufig den ternären Groove (mit-) bestimmt, aber natürlich auch in anderen Jazz-Stilen: Mikro-Timing, Phrasierung, Artikulation und Atem-Impulse der Melodiestimme(n) prägen das rhythmische Gesamtbild. Vergleichbar wichtig für einen authentischen Jazz- Klang (und überraschend arbeitsintensiv) ist auch die korrekte Aussprache der meistens englischen Texte. Dabei sollten alle klanglichen Besonderheiten des Englischen beachtet werden: die sehr differenziert einzusetzenden Konsonanten („th“, „w“, „v“ usw.), eine im Großen und Ganzen etwas hellere Vokalfärbung (außer beim „i“) und die Tendenz, Silben und Worte stärker zu binden, als wir oft und deutlich absetzenden Deutschen dies gewohnt sind. Zu den Charakteristika der Jazz-Melodik gehören neben den eingangs erwähnten Blue-Notes eine ganze Reihe stiltypischer Verzierungen oder Effekte: der „scoop“ (das „Anschmieren“ eines Tons von einem tieferen Ton; auf der notierten Zeit), der „fall“ oder das „gliss down“ (ein Glissando abwärts; zum Ende der notierten Tondauer; meist ohne definierten Zielton), der „flip“ (ein sehr kurzer höherer Zwischenton in einer absteigenden Tonfolge) und, als dynamischer Effekt, das fp< (die Abfolge f – subito p – cresc.; bevorzugt auf langen Tönen am Ende einer Phrase). Diese Stilmittel erschließen sich am einfachsten durch wiederholtes Hören und Imitieren; beim Dynamik-Effekt wird man die Intonation im Blick behalten müssen.Vibrato wird im Jazzgesang relativ selten und allenfalls punktuell eingesetzt, gerade im Ensemblebereich ist es praktisch nie anzutreffen; die einzige Ausnahme im weiten Feld der jazzverwandten Stile bildet dabei der Gospel.Ein weiteres Merkmal der Melodiebildung im Jazz verweist schon auf den nächsten Abschnitt: Ein großer Teil der Tonfolgen in Jazz-Melodien der unterschiedlichsten Stilrichtungen ergibt sich aus den harmonischen Zusammenhängen, in denen sie stehen. Dementsprechend sollten Akkordbrechungen immer wieder Gegenstand des Einsingens und der Probenarbeit sein.
  2. Harmonik
    Die Jazz-Harmonik mag auf Neueinsteiger zunächst respekteinflößend komplex wirken, sie basiert aber auf den selben Prinzipien wie die europäische Musik. Im Wesentlichen ist sie durch Dreiklangsergänzungen bzw. -erweiterungen charakterisiert, wie sie zu einem guten Teil auch bei Haydn und Beethoven zu finden sind (von Bach und Reger ganz zu schweigen). Die gängigsten Ergänzungen sind dabei:

    • die kleine / große Septime (7; maj7)
    • die kleine / große / übermäßige None (b9; 9; #9)
    • die reine / übermäßige Quarte bzw. Undezime (11; #11)
    • die kleine / große Sexte bzw. Tredezime (b13; 13)

    Diese Intervalle und ihr – teils auch kombiniertes – Vorkommen in Akkorden zu erkennen und zu verstehen ist also das Ziel der Gehörbildung, die Einsingen und Probe immer mit sich bringen (ob man es so nennt oder nicht). Dazu können z. B. Intervallschichtungen aufgebaut oder mit Akkordbrechungen kombiniert werden – diese Verknüpfung der vertikalen mit der horizontalen Dimension des harmonischen Geschehens ist immer hilfreich. So lassen sich viele Jazz-Akkorde mit Skalen bzw. Modi assoziieren, die den bekannten Kirchentonarten entsprechen; bei anderen Gelegenheiten bietet sich möglicherweise ein Exkurs zur pentatonischen Skala an. Wer die Welt der Jazz-Harmonik noch tiefer ergründen will, kann sich (und sein Ensemble) mit den gängigsten Harmoniefolgen, den sogenannten „Changes“, vertraut machen. Dazu gehören kadenzartige (6-) 2-5-1-Verbindungen ebenso wie erweiterte Blues-Schemata oder auf Song-Klassiker zurückgehende Akkordfolgen wie z. B. die legendären „Rhythm Changes“, die ihren Namen der Gershwin-Komposition „I Got Rhythm“ verdanken.Auf jeden Fall sollte aber das harmonische Material des zu erarbeitenden Stücks weitestgehend verstanden und verinnerlicht werden; den Chormitgliedern kann man evtl. eine Audiodatei zur Verfügung stellen, die eine Gewöhnung auch denjenigen ermöglicht, die zum vielleicht doch allzu theoretischen Hintergrund keinen Zugang finden.

  3. Improvisation
    Abschließend noch einige Worte zum Thema Improvisation: Natürlich sind improvisierte Anteile durchaus konstitutiv für „den“ Jazz; Pat Metheny z. B. hat verschiedentlich den Begriff „improvised music“ als Synonym für „Jazz“ verwandt. Das ist einerseits ein bisschen unfair gegenüber den improvisatorischen Elementen in anderen musikalischen Stilen und Welten, andererseits entspricht Methenys Gleichsetzung vermutlich dem Selbstverständnis der allermeisten Jazzmusiker: Diejenigen zu sein, die einen spontanen musikalischen Gedanken quasi „in Echtzeit“ zu Klang werden lassen.Allerdings fand und findet Improvisation im Jazz in einem sehr weiten quantitativen Spektrum statt, von vollständig improvisierten Ereignissen hin zu ganz weitgehend durchkomponierten Werken. Obwohl also das Improvisieren als ganz wesentlich für alle möglichen Jazz-Stile gelten kann, haben die allermeisten Hörer keine Mühe, auch streng durcharrangierte Musik als Jazz zu identifizieren, sofern sie die anderen, oben ausgeführten Merkmale bietet, also eine dem jeweiligen Stil entsprechende Rhythmik, Melodik und Harmonik. Auf exakt diesem Wiedererkennungseffekt basiert auch die Zuschreibung der heute überwiegend improvisationsfrei konzipierten Jazzchor-Literatur als Jazz.Gleichwohl hat die Chormusik in jüngerer Zeit mit dem Circle-Singing eine Form gemeinschaftlichen Musizierens hervorgebracht, die improvisatorische Anteile mit den strukturellen Erfordernissen von Chören und Vokalgruppen zu versöhnen scheint; allerdings setzen sich hier nach meinen Beobachtungen zur Zeit eher weltmusikalische als jazzverwandte Stile durch.

 

Hilfreiche Publikationen von Bertrand Gröger:
• Loop Songs (Schott) [44 Chor-Etuden unterschiedlichster Stile: Swing, Latin, Afro, Gospel, R&B, Funk, Pop, Rock und World.]
https://de.schott-music.com/shop/loop-songs.html
• Warm-Up Your Choir (Schott) […für jeden Chor das passende Angebot an Körper-, Atem- und Singübungen.]
https://de.schott-music.com/shop/warm-up-your-choir.html

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Neue Ausgabe vom Radiomagazin „Vocals On Air“

VoA_105Themen: Chöre bei der Justiz und Scala Vokal

Das Radiomagazin Vocals On Air präsentiert am Donnerstag, 13. & 20. April 2017 um 18:00 Uhr eine neue Ausgabe seines Magazin rund um die Vokalmusik. In dieser Sendung widmet sich Moderatorin Katrin Heimsch einem Polizeichor, einem Chor an der JVA Karlsruhe und einem ausführlichen Nachbericht zu Scala Vokal 2017 in Ludwigsburg. Außerdem spricht sie mit Dr. Patrick S. Föhl über die neue Publikation „Kulturmanagement als Wissenschaft“.

  • Ahoi: Chor der Hessischen Wasserschutzpolizei

1969 hat sich der bis heute existierende Chor der Hessischen Wasserschutzpolizei gegründet. „Ein reiner Shantychor sind wir aber nicht.“ so Rolf Mai, 1. Vorsitzender des Chores. „Unser musikalische Repertoire ist breit aufgestellt, auch wenn wir gerne Seemannslieder singen.“ Neben der Pflege des maritimen Liedgutes haben sich die rund 35 aktiven Choristen die öffentliche Bekanntmachung der Polizei auf die Fahnen geschrieben. Vocals On Air stellt den Chor vor.

  • Seit 10 Jahren eine feste Säule: Chorsingen an der JVA Karlsruhe

„Die Musik und speziell das Chorsingen gibt den Häftlingen sehr viel. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Choristen finden wöchentlichen Proben statt, die ein Liedgut von geistlicher bis weltlicher Chormusik umfasst.“ so der Gefängnisseelsorger Michael Drescher an der JVA Karlsruhe. „Einige möchten nach ihrer Freilassung weiter in unserem Chor singen, was aber aus Sicherheitsgründen nicht so einfach ist.“ Vocals On Air spricht über die Bedeutung von Musik während der Inhaftierung und die ehrenamtliche Arbeit.

  • Medientipp: Kulturmanagement als Wissenschaft (transcript-Verlag)

VoA_Medientipp_Kulturmanagement„Die neue Publikation richtet sich an Studierende und Akteure des Kulturmanagements. Das Buch spiegelt Erfahrungen aus der täglichen Arbeit, soll aber auch zum kritischen und anregenden Dialog in der Community anregen.“ so Autor Dr. Patrick S. Föhl, der das Buch zusammen mit Dr. Patrick Glogner-Pilz verfasst hat. „Bis heute unterscheidet man zwischen Kulturmanagement als Handwerk und Forschungsgegenstand.“ Vocals On Air stellt das Buch und den Themenbereich Kulturmanagement vor.

  • So war… der A-cappella-Wettbewerb Scala Vokal 2017

VoA_Scala Vokal_2017Werkstatt, Netzwerktreffen und Wettbewerb – so lässt sich Scala Vokal 2017 zusammenfassen. Der A-cappella-Wettbewerb der Chorjugend im Schwäbischen Chorverband hat zum dritten Mal nach Ludwigsburg eingeladen. Sieben Vocals Bands aus ganz Deutschland haben sich dem Jury- und Publikumsvoting gestellt. Vocals On Air war mit dem Mikrofon dabei.

Das Radiomagazin Vocals On Air können Sie am Donnerstag, 13. und 20. April 2017 um 18:00 Uhr im Internetradio unter www.vocalsonair.de als Stream hören. Diese und viele weitere Sendungen gibt es als Podcasts unter www.soundcloud.com/vocals-on-air

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Jetzt für die Ausbildung zum staatlich anerkannten Chorleiter im Nebenberuf bewerben

Am 5. April endet die Bewerbungsfrist für den C3-Chorleiterkurs. Die Ausbildung besteht aus zwei Semestern und führt zum Abschluss als „Staatlich anerkannter Chorleiter im Nebenberuf“ (Bescheinigung des Ministeriums für Kultus und Sport).

Inhalt

  • Chorleitung: verfeinerte Schlagtechnik mit unabhängigen Führung beider Hände, Probenmethodik, Probendidaktik, Stilkunde, Werkanalyse
  • Musikgeschichte: Geschichte und Stile der Chormusik, Satztechnik im Wandel der Zeit, Programmgestaltung
  • Musiktheorie und Gehörbildung: erweiterte Kenntnisse der Theorie und Verfeinerung des Gehörs in allen für die Chorleitung relevanten Bereichen
  • Stimme und Sprache: sicherer Umgang mit der eigenen Stimme, chorische Stimmbildung, sicherer Umgang mit der deutschen Sprache (Sprachregeln)
  • Rund um den Verein: Informationen zum Chorverband, Gema, Recht, Chorleitervertrag

Weitere Informationen zur Bewerbung und den Kursterminen auf der Internetseite des Schwäbischen Chorverbandes.

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Anmeldeschluss für C2-Kurs verlängert

Der Anmeldeschluss für das Chorleiterseminar in der Osterwoche (18.-25. April) wurde bis zum 31. März verlängert. Der Kurs richtet sich sowohl an aktive Chorleiter, die ihre Fähigkeiten weiterenwicklen wollen, als auch Vizechorleiter (C1), die den nächsten Schritt zur Chorleitung gehen.

Weitere Informationen zum Chorleitungskurs und die Anmeldung auf der Internetseite des Schwäbischen Chorverbandes.

Johannes Pfeffer / 27. Mrz 2017 / Chorpraxis / Fortbildungen, Kommentare geschlossen / Bewerten

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Vocals On Air widmet sich der Neuen Musik und der Stimme

VoA_104Frisch komponierte Musik ist gerade in aller Munde. Anlässlich von „upgrade“, der Festivalkongress zur Vermittlung Neuer Musik in Donaueschingen widmet sich das Radiomagazin Vocals On Air am Donnerstag, 16. & 23. März 2017 um 18:00 Uhr dem Themenschwerpunkt Neue Musik und der Stimme. Moderator Holger Frank Heimsch spricht mit Organisatoren, stellt Rupert Huber und die Landesjugendchöre vor, die aus dem Projekt „Frisch komponiert“ Werke erarbeitet haben, bespricht neue Publikationen und wirft einen Blick zurück auf den Tag der Frauenstimme 2017.

Die „kleine Schwester“: Interview über den Festivalkongress „upgrade“ Donaueschingen

„Das Festival ist ausgelegt an alle Sängerinnen und Sänger, Pädagogen und Interessierte, die mit der Stimme musikalisch experimentieren möchten.“, so Helga Maria Craubner, Geschäftsführerin von Netzwerk Neue Musik Baden-Württemberg e.V. „Das beste Instrument ist natürlich die Stimme, über die jeder selbst verfügen kann. Dennoch ist sie nur begrenzt einsetzbar im Vergleich zu einem Instrumenten. Bei neuer Vokalmusik ist sehr viel Grundwissen rund um die Stimme wichtig.“ Craubner und Heimsch sprechen über den Kongress und das Programm.

Frisch komponiert: Rupert Huber und die Landesjugendchöre aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Saar und Baden-Württemberg

„Bevor ich abtrete wollte ich noch das Unverständnis zwischen Choristen und Komponisten beseitigen und die Begeisterung für neue Vokalmusik wecken.“ so Rupert Huber über die Werke, die im Rahmen von „Frisch komponiert“, einem Projekt des Deutschen Chorverbandes mit Rupert Huber und dem SWR Vokalensemble, entstanden sind und bei „upgrade“ von den Landesjugendchören präsentiert werden. Vocals On Air stellt die Werke vor.

VoA_Medientipps_SchottMedientipps: Neue Vokalmusik aus dem Verlag Schott Music

„Die Werke „O Magnum Mysterium“ von Matthew Brown und „Stufen“ von Alwin M. Schronen sind anspruchsvoll, jedoch von ambitionierte Chören sehr gut umsetzbar.“, so Julia Gerber von Schott Music. Zusammen mit Holger Frank Heimsch stellt sie die neuen Publikationen vor.

VoA_Tag der Frauenstimme_2017So war… der „Tag der Frauenstimme“ 2017 im Schwäbischen Chorverband

„Aus der Idee einen Tag für die weibliche Stimme zu machen, ist ein intensiver Tagesworkshop mit zahlreichen Angeboten entstanden.“ so Monika Brocks, Geschäftsführerin vom Schwäbischen Chorverband. Mehr als 160 Damen hatten in rund 14 Workshops die Möglichkeit neue Impulse für die Arbeit mit der weiblichen Stimme zu sammeln. Vocals On Air war mit dem Mikrofon dabei.

Das Radiomagazin Vocals On Air können Sie am Donnerstag, 16. und 23. März 2017 um 18:00 Uhr im Internetradio unter www.vocalsonair.de als Stream hören. Diese und viele weitere Sendungen gibt es als Podcasts unter www.soundcloud.com/vocals-on-air

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Elterninfo zum Singen mit Kindern bei „Ganz Ohr“

ganzohr„Ganz Ohr“ ist eine Initiative der Hochschule für Musik und Theater Hannover, gemeinsam mit SWR2, dem Carus-Verlag und der Landesakademie für die musizierende Jugend in Ochsenhausen. Sie unterstützt (werdende) Eltern dabei gemeinsam mit ihren Kindern zu Singen.

Hierzu bietet die Internetseite umfangreiche Informationen zur Bedeutung der Musik und des Singen, sowie Anregungen zum gemeinsamen Singen. Besonders gut gemacht ist die Elterninfo per Mail. Bei der Anmeldung gibt man das Geburtsdatum des Kindes ein, und erhält so monatlich Informationen zum aktuellen Entwicklungsstand des eigenen Kindes und Anregungen altersadäquat zu musizieren und singen.

Weitere Informationen auf www.ganzohr.org

Johannes Pfeffer / 13. Mrz 2017 / Chorjugend im SCV / Chorpraxis / Eltern-Kind-Musik / Kinderchöre / Singen und Stimme, Kommentare geschlossen / Bewerten

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