Chorfestival in Neckarwestheim

Chorgesang kann so jung sein. Wie jung, das zeigte das Chor-Festival in der Neckarwestheimer Reblandhalle. Vier Stunden lang präsentierten sieben Sangesgemeinschaften mit zusammen 150 Sängern ein erfrischendes Repertoire. Mit von der Partie waren vier Ensembles aus dem Landkreis Ludwigsburg.

Traditionell waren allenfalls die Spirituals und Gospels, die zum Besten gegeben wurden. Und die Wurzeln der Chöre: Die meisten sind aus „alt eingesessenen“ Vereinen entstanden, haben eigene „Sektioneri“ gegründet oder sich nach gewisser Zeit gleich selbstständig gemacht.
Die Namen sind Programm. „Chor & more“ aus Neckarwestheim, „da Capo“ aus Ilsfeld-Auenstein, die Frauentruppe „Donna“ aus Klingenberg, „Chorus Unilmited“ aus Gemmrigheim, die „Swinging Voices“ aus Oberstenfeld, sowie „al Dente“, der Chor mit Biss, aus Kleinbottwar.
Dass sie noch in den Anfängen stecken, drücken die Erligheimer mit ihrem „Projektchor“ aus. Er ist der jüngste, gerade einmal vier Monate alt. Sie versuchen, die Gemeinschaft aus dem früheren „Swinging Vocale“ zu erhalten und suchen einen Mutterverein, der sie unter die Fittiche nimmt. Ihre Songs lieferten Elton John und Billy Joel.
Zwölf Frauen mit sattem Sound. Das ist „Chorus Unlimited“ aus Gemmrigheim. Sie wandern sprachlich durch die Welt der Musik, singen Überliefertes rund um den Globus. Sie „zitieren“ Elvis sowie andere Evergreens und sie behaupten frech von sich: „Sänger proben einen Aufstand“. Pop und Schlager von den „Swinging Voices“ aus Oberstenfeld. Einfach waren die Titel nicht gewählt, aber gut interpretiert. „Angel“ von Robbie Williams, „Somebody to love“ von Queen. Anspruchsvoll in Rhythmik und Harmonie.
In die Welt der Kultmusicals entführte „al Dente“. Mitreißend waren die Stücke wie der „Time Warp“ aus der Rocky Horror Picture Show. Romantisch und fetzig dagegen wurden Szenen aus dem High School-Epos „Grease“ präsentiert.
Alle Chöre stellten mit ihrem „polyglotten“ Programm unter Beweis: Musik kennt keine Grenzen. Neckarwestheims Bürgermeister Mario Dürr meinte: „das Lamento um den Niedergang der Sangeskultur ist unberechtigt, wenn man das hört und sieht.“ Und doch: Die Sänger waren beinahe unter sich. 150 Aktive standen etwa 60 zahlenden Gästen gegenüber. Das wurde weder dem Engagement des Veranstalters „chor & more“ aus Neckarwestheim gerecht, noch dem hohen Niveau der Vorträge. Beides hätte mehr Zuspruch verdient gehabt.
THOMAS FAULHABER
(Bericht aus der Ludwigsburger Kreiszeitung vom 1.10.2007)

Bura, 9. Nov 2007, Sängerkreis Mittlerer Neckar, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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