Liederabend in der Steinachhalle

Eine musikalische Herausforderung für den Männergesangverein „Freundschaft“ Talheim und seinen Dirigenten Peter Straub war die Einstudierung eines stimmungsvollen Chor-Standards im Alpenrock-Stil, die das Publikum mit herzlichem Beifall würdigte. Mit der Ballade „Weit, weit weg“ schuf der Komponist Hubert von Goisern ein Stück, das die beiden Stilrichtungen Rock/Pop und alpenländische Volksmusik in origineller Weise verbindet. Die Poesie des Textes mit seinen herbstlich-melancholischen Bildern wie auch die schlichte und zugleich ausdruckstarke Musik zeichnen die Sehnsucht nach der Geliebten in einer sehr empfindsamen Art nach. Eine zweite, inhaltlich anders geartete Kostprobe, ein Popsong mit Charme und musikalischem Drive von Hans Unterweger, mündet in die klare Botschaft: „Männer mag man eben!“ In modernem Gewand präsentierte sich das schwäbische Volkslied „Muss i denn zum Städtele hinaus“, das manche ältere Zuhörer überraschte. In herkömmlichen Bahnen bewegte sich das alpenländische Lied „Die Nacht ist von den Bergen gestiegen“, dessen melancholische Grundstimmung die Sänger einfühlsam zum Ausdruck brachten. Mit zwei Humoresken rundete der Chor seine drei abwechslungsreichen Auftritte ab: „Ich ging mal bei der Nacht“, ein Scherzlied nach einer alten Volksweise, das den misslichen Ausgang eines Stelldicheins eines jungen Liebhabers bei seiner „Allerschönsten“ zum Inhalt hat, und „Der Unentbehrliche“. Hier parodiert Wilhelm Busch einen ehrenamtlich Vielbeschäftigten, der immer und überall gebraucht wird und selbst noch bei seiner eigenen Beerdigung „mit dabei ist“. Der Vortrag eines Hits der Pop-Band „Beach Boys“, „Barbar´ Ann“, war ein weiterer Fingerzeig in die Richtung, in die sich moderne Chormusik bewegen muss, will sie die junge Generation erreichen.Vorsitzender Franz Rupp begrüßte in der herbstlich geschmückten Steinachhalle unter den Gästen den Männerchor aus Binsdorf, den Chor „inTakt“ Mühringen und den katholischen Kirchenchor Talheim. Letzterer hat unter seiner neuen Dirigentin Irina Heidebrecht-Schmitter bereits wieder ein hohes Niiveau erreicht und gefiel besonders mit dem Lied „Wenn ich ein Glöcklein wär“, bei dem Kornelia Dürr mit ihrem Sopran-Solo „Ave Maria“  herausragte. Ihm war auch vorbehalten, mit dem Steinachtal-Lied „Wo auf des Tales schmalem Weg“ Lokalkolorit zu zeichnen. Besonders eindrucksvoll die Zugabe „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ nach einem Text von Dietrich Bonhoeffer. Als homogener, disziplinierter Klangkörper präsentierte sich unter Leitung von Josef Hutt der Männerchor aus Binsdorf. Zunächst gemütvoll-gesellig – „Nicht meckern, nicht schimpfen“ – betrat er im zweiten Auftritt mit „Los en de Wind“ und „Frog mi net“ schwäbisch-bayerisches Terrain. Nach einem Ausflug nach Kroatien mit dem Liebeslied „Swice moje“ kehrte er mit „Der Hammerschmied“ zur alten Dorfidylle zurück. Leckerbissen pur servierte Peter Straub mit seinem zweiten Chor „inTakt“. Zunächst klassisch mit zwei musikalischen Abwandlungen des Schubert-Liedes „Die launische Forelle“ im Stil Mozarts („Die kleine Nachtmusik“) und Beethovens („Die Himmel rühmen“) und Richard Wagners „Fischerchor“ mit Motiven aus „Tannhäuser“ und „Lohengrin“, dann mitreißend schwarz-afrikanisch. Mit wiegender Körpersprache und naiver Singfreude brachte er die geistlichen Lieder „Tunaomba“ und „Amezaliwa“ aus Tansania und „Jesu ukukanja“ aus Botswana fast lebensecht zum Ausdruck. Er beendete seine viel beklatschten Auftritte mit einigen Liebeslied-Standards („Stand by me“, „Only you“) und als Zugabe „Good night sweetheart“. Hans Heinz Hötzel 

 

Wolfgang Layer, 4. Jan 2008, Chorverband Kniebis-Nagold, Gaue und Verbände, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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