Young Voices bringen Afrika näher

Die „young voices Altshausen“, ein 55 Stimmen starker Chor, hat afrikanische Lebendigkeit in die Schlosskirche Altshausen gebracht. Unter der Leitung von Simone Dangel verbreiteten die „young voices“ erdigen Swing und kosmischen Groove im barocken Raum.

Afrika stand im Zentrum des Musizierens, denn das Jahreskonzert der „young voices Altshausen“ hatte, wie immer, einen thematischen Bezug. Afrikanische Eindrücke gab die Diashow im Hintergrund. Der Moderator Norbert Eisele vermittelte Wissenswertes über den schwarzen Kontinent und die afrikanischen Lieder. Der bodenständige wie weltoffene Chor gab fast selbstverständlich einem Hilfsprojekt Raum: Drei Studenten der Pädagogischen Hochschule Weingarten berichteten von einer südafrikanischen Schule, die von der „Initiativgruppe zur Förderung der Bildung im Südlichen Afrika“ unterstützt wird. Ein Teil der Konzerteinnahmen wurde gespendet.
600 Besucher im Alter zwischen acht und achtzig waren in die Schlosskirche gekommen. Dass der Solist ausgefallen war, brachte anfangs eine gewisse Unsicherheit mit sich. Aber schon bei dem Uganda-Traditional „Singa Yesu Singa“ waren die Männerstimmen wieder gefestigt. Von ihnen getragen hoben die Frauenstimmen ab, der ganze Chor kam in eine swingende Wellenbewegung und das Lied fand in einem formvollendeten Crescendo seinen Schluss.
Außerordentlich beeindruckend waren die Verständlichkeit, die Ausdruckskraft und Präsenz der Sängerinnen und Sänger. Kein Notenblatt lenkte sie ab oder hemmte ihre Bewegungsfreiheit, denn sie hatten alle Stücke auswendig parat, die afrikanischen wie die englischen. Nach dem erschütternden Bericht über die Aidsprobleme in Afrika wirkte die Musik noch intensiver. Ausdrucksstark war der flehende Bittgesang wie das fröhliche Sanctus. Die Bässe legten das Fundament für erdigen Schwung und afrikanisches Gefühl. „We are Marching in the Line of the Lord“, war für die Männer offensichtlich das Höchste. Flüstern und Hände reiben leitete den Ruf nach Erneuerung im südafrikanischen Traditional „Revival“ ein. In den Frauenstimmen blühten die Klänge auf und setzten Glanzlichter der Freude. Lebendig gestaltete Harmonien machten „Freedom is coming“ zu einer Ermutigung.
Simone Dangel dirigierte uneitel, aber sehr selbstbewusst. Sie lenkte ihren Chor mit leichter, gleichwohl fester Hand. Am Schluss gab sie durch eine unerwartete Temposteigerung dem Chor die Möglichkeit, sich selbst zu übertreffen. Das Publikum applaudierte stehend. Herbert Wenzel (Klavier), Lars Müller (Schlagzeug) und Martin Scheufele (Percussion) unterstützten den Chor einfühlsam. Das solistische Hervortreten einzelner Chorsänger belohnte das Publikum mit extra Applaus. Nach zwei Zugaben bewirtete der Chor das Publikum vor der Kirche.

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Schmidt, 13. Jan 2008, Oberschwäbischer Chorverband, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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