Jahreskonzert des Männerchores Bad Saulgau

Das Jahreskonzert des Männerchores Bad Saulgau stand im Zeichen des Abschieds von Chorleiter Fridolin Rauscher, der nach 11 Jahren erfolgreicher Arbeit sein Amt zum Ende des Jahres aufgibt.  „Es lebe die Musik-lasst uns singen !“ war das Motto des Abends bei dem der Männerchor ein Kaleidoskop des Schaffens mit Fridolin Rauscher bot. Eingeladen hatten sich die Männer als Vertreterinnen des anderen Geschlechts, das Melos Ensemble Bad Saulgau.

„Nun bin ich einmal frei“ von Jakob Regnart, einem franco-flämischen Komponisten der Renaissance,  war ein Auftakt nach Maß, bei dem die verspürten, was sie erwartete, nämlich Chorgesang auf hohem Niveau.

Konzentriert, mit sehr schöner Artikulation, und bewegter Modulation gingen die 26 Männer auf die Intentionen ihres Maestros am Dirigentenpult ein.  Beim „Morgengloria“ ein Werk der Spätromantik, waren es die Bässe, die den Glockerhythmus vorgaben, auf den die Tenöre strahlend antworteten.  Wilhelm Heinrichs ist ein Komponist, der beim Männerchor immer im Programm ist und der, so verriet Klaus Geray, der charmant und humorvoll durchs Programm führte, von den Männern gern gesungen wird. Aus seiner Feder stammten  das „Seeräuberlied“ und das „Scharani“, bei dem die Männer mit viel Ausdruckskraft die Geschichte einer tragischen Liebe erzählten. Kein Wunder, dass sie mit diesen beiden Chorsätzen beim Chorwettbewerb in Esslingen glänzten. Feinfühlig die schumann’schen Chorsätze „Der träumende See“ und „Der Minnesänger“, bei der sich der Chor als Meister des Pianos zeigte. Konträr dazu die „Märznacht“ des Messkircher Komponisten Conradin Kreutzer, bei der der Kampf der Natur von der Winterskälte bis zum Frühlingserwachen schön herausgearbeitet wurde. Reizvoll der Wechsel und interessant der Spannungsbogen, beim Auftritt des „Melos Ensembles“, eine Formation aus 14 Frauen, die von Petra Ziebig geleitet wird. Der Chor beschäftigt sich neben sakralen Chorwerken vor allem mit  Kunstliedern und Volksliedvertonungen berühmter Komponisten. Strahlend die Soprane und tragend die Altstimmen, war bei „Wer Musikam verachten tut“ der erste Hinhörer.  Einfühlsam erzählend das in Jiddisch gesungene „Dona, Dona“ und das finnische Volkslied „Über den Berg ist mein Liebster gezogen“. Ihre Reminiszenz an die Romantik und die Moderne boten die Sängerinnen mit dem brahm’schen „Feinsliebchen“ und dem „Icca ricca tu“ von Béla Bártok. Spielerisch die Töne formend, die Stimmungen und die Freude abbildend, das gelang besonders gut beim ungarischen Tanz „Danna“. So war auch der begeisterte Beifall der Lohn für einen überzeugenden, qualitätsvollen Auftritt des Ensembles.

Vom Männerchor Bad Saulgau eher selten gehört, Melodien der leichten Muse. An diesem Abend präsentierten sie mit „Hello Again“ ein Medley aus Carpendale –Titeln. Zwiespältig wurde es beim „Steh’n zwei Galgen“ , aus einem Zyklus der Rebellenlieder von Bohuslav Marinu. Trotz des herben Textes ein Lied mit melancholischen Harmonien, die den Übergang von der Aussichtslosigkeit eines Todgeweihten in eine höhere hoffnungsvollere Ebene widerspiegeln. Mit dem silcher’schen „Nöcklein“ und dem „Wunderbar ist mir gescheh’n“, bei dem die Tenöre ihre große Stunde hatten,  beendeten die Sänger den musikalischen Rückblick .

Der Vorsitzende Joachim Farger nutzte dann auch das festliche Forum, um den langjährigen Chorleiter zu verabschieden.

In seiner Laudatio ließ er nochmals die 11 Jahre mit Fridolin Rauscher, die er als die erfolgreichsten des Männerchores bezeichnete, passieren. Über 150 erlernte Chorwerke, drei Chorwettbewerbe mit jeweils sehr guten Prädikaten, viele abwechslungsreiche Konzert und nicht zuletzt  die Chorreisen in In- und Ausland seien beredete Zeugnisse der erfolgreichen Arbeit  des scheidenden Chorleiters. Unter großem Beifall gab es dann als sinniges Zeichen des Dankes eine Goldene Stimmgabel vom Chor.  Unter den Gästen war auch Christian Vogt aus Ulm, der künftig für den „guten Ton“ im Männerchor zuständig ist.

Mit „Maria durch den Dornwald ging“ und der „Cantate Domino“ gab es dann auch noch vorweihnachtliche Stimmung, bevor mit dem gemeinsam gesungenen „Macht hoch die Tür“ das Jahreskonzert 2010 zu Ende ging.

Klaus Haid, 12. Dez 2010, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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