Wilhelm-Hauff-Chorverband 10. Stuttgarter Chortage 2011

Eröffnungskonzert Im Dom St. Eberhard, unter Leitung von Ulrich Walddörfer, eröffnet der Frauenchor Stuttgarter Liederkranz mit der Messe in A von Josef G. Rheinberger die 10. Stuttgarter Chortage. Fein und andächtig erklingt das Kyrie, Beate Leuser, Alt, leitet mit ihrer schönen Stimme mit klarer Intonation zum starken Forte im Gloria, dessen Piani in den Schlussmotiven schon die Innigkeit für das Credo vorbereiten, das Glaubenssätze enthält und alle Hingabe der Sängerinnen fordert. Im Sanctus vermittelt sich die strahlende Herrlichkeit Gottes und im Benedictus schreiten die Gläubigen in musikalischer Unterhaltung dem entgegen, der kommen wird, um dann alle Stimmen wieder zu vereinen im festlichen Osanna. Das Agnus Dei erinnert mit neapolitanischen Seufzern und Lamentobass, an menschliche Schuld und die Sehnsucht nach Erlösung und endet, mit der Bitte um Seelenfrieden, sanft in, wunderbarem A-Dur. Einfühlsam und sicher begleiten Elisabeth Reda, Orgel und die Streicher des Sinfonieorchesters Stuttgarter Liederkranz. Das Echo verklingt im Kirchenraum in spannungsvoller Stille.

Dann die hellen, jungen Stimmen der Mädchenkantorei St. Eberhard, die ja hier zu Hause sind und, im Wechsel mit den andern Chören der Kantorei, die Gottesdienste begleiten. Mit dem 150. Psalm von David Willcocks, Motetten von Mendelssohn Bartholdy, Capilet und Fauré, die sie unter Leitung von Martin Dücker à cappella und teilweise mit Orgelbegleitung vortragen. Sie singen in großen Melodie-Bogen, innig und hell. In den drei Jazzmotetten von Johannes Michel hören alle, dass die Mädchen große Freude haben rhythmisch schneller zu singen, dass es ihnen Spaß macht in den dissonanten Harmonien gegenzuhalten um dann in den Schlussakkorden die Musik in harmonischen Klängen zu Ende zu führen und die Spannung zu lösen.

Chor-Art Stuttgart setzt die Anfangstöne beim Magnificat anima mea, aus Magnificat von John Rutter, sicher und beherzt, um die Stimmen dann mit Leichtigkeit nach oben zu schwingen, mit weichem, klarem Piano nimmt der Chor, unter der neuen Dirigentin Margit Mutschler das Publikum mit in die großen, leichten Wellen, die komponiert sind für Kirchenräume, wie diesen. Edit Zink, Sopran, singt die Einzelpartie im Misericordia, anmutig-leidend, ruhig und zuversichtlich endend. Fecit potentiam ist bestimmt von großen Linien und Wohlklang, Esurientes gibt dem schönen Sopran von Edit Zink nochmals Raum, nun sehr einfühlsam vom Orchester begleitet und im Gloria Patri darf der Chor wieder eingreifen und gemeinsam musizieren alle das Konzert zum seelenvollen, starken Schluss.
Ruth Tollnek

Faszination Männerchor Der Kolping-Chor Stuttgart beginnt mit dem Lied, An den Frühling, unter Leitung von Laurens Patzlaff, seine Ehrung 210 Jahre Albert Lortzing und singt sich mit Gratulation und Toast den Damen weiter in Schwung, um für die Arie Der Waffenschmied Patrick Zielke, Bass, erstmals das musikalische Feld zu überlassen, der sogleich mit großer Stimme überzeugte. Die verlorene Rippe ist einfach schön anzuhören und erfährt Zuspruch, wie auch Du, mit dem Frühlingsgesichte und das Walzerlied – keine Gassenhauer – bieten sie dennoch alle das Typische, das Männerchor-Literatur verlangt, Pathos, Forte, überraschende Weichheit. Dann nochmals Patrick Zielke, Bass, gesanglich sehr gut und auch schauspielerisch, mit dem hintersinnig-witzigen O Sancta Justitia des aufgeblasenen Bürgermeisters und der netten Geschichte von des Hauptmanns Wunsch, gut erzählt und etwas, das man nicht in jedem Konzert hört. Fünftausend Taler und Jagdlied beschließen knitz und rasant das abwechslungsreiche Programm des Kolping-Chors, dessen Sänger immer dann am besten sind, wenn sie ihrem Dirigenten vertrauen, rausschauen und dann genau wissen, was er will.

Mit kräftigem Forte lässt sich der Stuttgarter Liederkranz Männerchor, unter Leitung von Ulrich Walddörfer, hören mit dem Seeräuberlied von Max Bruch, um beim Ständchen von Franz Schubert ein beeindruckendes Pianissimo abzuliefern, auf dessen leise, präzise Stärke Carmen Mammoser, Mezzosopran, mit weicher, großer Stimme die schönsten Glanzlichter setzt. Musikalisch überzeugend erklingt der Nachtgesang im Walde von Franz Schubert und vor allem der Pilgerchor von Richard Wagner, den wohl nur wenige im Publikum so kennen. Es ist die Originalbearbeitung von Richard Wagner für den Wiener Männerchor. – In jeder Situation souverän und sehr einfühlsam, immer mit direkter Reaktion auf die Chorleiter: Hironobu Fuchiwaki, Klavier. Langer Beifall für beide „Formationen“ und Tannhäuser noch mal als Zugabe. Ein spannendes, abwechslungsreiches Konzert und der Beifall für den jeweils anderen Chor nicht nur höflich, sondern anerkennend und echt begeistert.
Jürgen Grieb

40‘ to Now Super Bühnenshow mit VivaVoce-Stuttgart und John Outland im Augustinum Sillenbuch Mit „Light the Fire Within“ eröffnet VivaVoce unter Leitung von John Outland sein umfangreiches Konzert. Beim ersten Titel konnte das Publikum schon die starken Baritonsoli von John Outland im Zusammenspiel mit dem Chor genießen, begleitet von der Band, Klaus Webel, Keyboard, Michael Marzine, Gitarre / Flöte / Orgel, Dieter Vlasina, Klarinette / Saxofon / Flöte, Andreas Hamp, Schlagzeug, Bernd Böhmler, Bass. Die Darbietungen des Chores sind mitreißend und abwechslungsreich, die Verkleidungen, Frack, Fliege, Sonnenbrille oder 50er- oder 70er-Jahre-Outfit, passen stets zu den Stücken. Das Publikum klatscht mit und die Bühne bebt. Bei VivaVoce-Stuttgart stellt man schnell fest Singen ist nicht gleich Singen. Mimik, Gestik, Bewegung, perfekte Rhythmik und gute Intonation ziehen das Publikum in ihren Bann. Ein Dirigent, der mit dem ganzen Körper oder auch mal nur mit Hüftschwung dirigiert! Man sieht und hört, wie viel Spaß Sänger, Dirigent und Band haben. Für „Coney Island Baby“ und „Nur für Dich“ erhielten The O-men, ein ausgewähltes Männerensemble der Outland-Chöre, zu Recht viel Applaus. Seit mehr als zehn Jahren singt auch Volker Zeller, dessen Kompositionen europaweit gesungen und gespielt werden, in Chören von John Outland. Volker Zeller engagiert sich besonders in Projekten mit Kindern. Er sang „Ich wünsch mir Zeit“ und begleitete sich am Keybord, unterstützt von der Band. Das Lied „Africa“, eröffnete der Chor besonders eindrucksvoll, indem er Wettergeräusche vom Tropfen über leichten Regen bis zum Gewittersturm nur mit den Händen erzeugte. Hervorragend noch „New York, New York“, Riversong, ein irisches Lied, und abschließend „Heal the world“ von Michael Jackson. Tosender Beifall. Gudrun Auchter

Junge Ensembles Die Mädchen und Jungen vom Solitude Saxophon-Ensemble, unter Leitung von Richard Detlef Jensen, der das Bass-Saxophon spielt, machen klar, hier passiert etwas, hier kommt Musik! Eingestimmt vom Beale Street Blues, sitzen wir auf einer Lokomotive, die durch weite Landschaften tuckert, überlassen uns der unbestimmten Sehnsucht des Lazy Tango, schieben Klezmoresque übers Parkett, hören die fein gespielten Bogen, gehen mit den exakt getimten Rhythmen und werden mit der Muppet Show aus der ersten Runde verabschiedet, um zu erleben, wie

Ja, Ensemble CantArt, unter Leitung von Karl Bihlmaier und jeder Sängerin und jedes Sängers, in 0,5 Sekunden von 0 auf 100 kommen mit I will praise Thee von Nystedt, rufen mit Abschied vom Walde von Mendelssohn Bartholdy eine melancholische Sehnsucht hervor, singen With a lily in your hand von Whitacre und O lux beatissima von Helvey leicht und sicher höchste Schwierigkeiten. Sie erzeugen mit The conversion of Saul von Stroope im ganzen Raum hohe Spannung und bringen das Lied nach energiegeladenen Piani zum wundervollen Ende. Exultate deo von Scarlatti und von Poulenc nacheinander mit Stampfen und Sprechen und Singen und schwierigsten Harmonien, die, lange gehalten, verlassen, im Raum bleiben und einzeln und gemeinsam wieder aufgenommen werden, das Publikum irritiert zurücklassen, um es sodann mit Halleluja und Jubilate zu trösten, engelsgleich und doch irdisch und große Freude wird spürbar und alle hören die letzten Töne nach dem Ende, bis es ganz still ist. Kein Feuer, keine Kohle von Schmitz vereint die Liebe eines Menschen zu einem andern mit der Liebe zur Musik, die in Bogorditse djevo von Pärt, Incantations von McGlynn, Cantate Domino von Rutter in jedem Stück auf besondere Art sich vermittelt. Viele Soli von großer Intensität, Duette, chorische Einwürfe oder Weiterführungen von Solopartien. Wie geht all‘ das? Das Publikum kann sehen, warum es hört, was es in Staunen setzt: Gemeinsames Atmen, Aufeinander-Hören, beständiges Kommunizieren durch Augenkontakt, Sich eigenständig korrigieren im Hören bis das Unisono ein reines Unisono ist. Folgerichtig schließt CantArt mit dem Lied von Finzi, My spirit sang all day.

Wieder das Saxophon-Ensemble, das auch den zweiten Teil einleitet, nochmals verjüngt, mit ebenso erstaunlichen Talenten, die, ermutigt vom Dirigenten, schwungvoll sich in die Musik spielen, in Hello Dolly und in Hit The Road Jack ihre Soli präzise darbieten und es ist eine Freude zu hören, wie Kinder und Jugendliche ihre Liebe zur Musik mit Instrumenten auszudrücken vermögen, dabei die Geschichte Ray Charles‘ mit großer Achtung und Sanftheit erzählen, um dann die Saints schmissig einmarschieren zu lassen.

Und jetzt gilt‘s: das funkelnagelneue SLK-Pop-Ensemble des Stuttgarter Liederkranz unter Leitung von Arnd Pohlmann, bestens begleitet von Roberto Volse, Bass, Marion Wetzel, Schlagzeug, Stefan Bourtmes, Klavier, ist natürlich aufgeregt beim ersten Auftritt, formuliert singend dennoch mutig seine Ambitionen mit dem Titel I Have a Dream aus Mamma Mia von B. und St. Andersson, Ulvaeus, Arr. Mac Huff. Arnd Pohlmann dirigiert den Chor fördernd indem er einiges fordert, es gibt keine Noten auf der Bühne, so können sich alle auf seine Leitung einlassen, er traut den Sängerinnen und Sängern zu, bereits in den allerersten Liedern choreografisch und, aus der Gruppe heraus, solistisch zu agieren. Auch das ein Start von 0 auf 100 in wenigen Sekunden, der auch aufhorchen lässt, weil es einige Stimmen mit großem Potenzial gibt. Das Publikum unterstützt die sichtbare Freude am Singen und honoriert die Leistung mit Beifall, die immer besser und sicherer wird in Mamma Mia, S.O.S., Take a Chance On Me, Thank You For the Music und Dancing Queen. Die Stücke, die ja eher der leichten Muse zuzurechnen sind, werden von den jungen Sängerinnen und Sängern mit großer Ernsthaftigkeit – und Achtung vor der Musik als solcher – dargeboten und so nehmen sie das Publikum für sich ein. In No One Mourns the Wicked aus Wicked von Schwartz, Arr. Brymer, schwingen sich die Soprane, gestützt vom Alt und den gut hörbaren, jungen Männerstimmen, mit Leichtigkeit in wunderbare Höhen, die viele Gefühle wecken, The Wizard and I in klarer Intonation und mit gutem Solo, For Good mit weicher, heller Stimme, konzentriert und sicher in Intonation und Rhythmus und mit guten Einsätzen. Nach One Short Day – für den Chor sicher ein langer Tag –  großer Beifall, Glückwünsche und nochmal Thank You For the Music. Sie haben bezaubert, sie haben das Geheimnis entdeckt und bewahrt und Qualität aufblitzen lassen, die dem Stuttgarter Liederkranz, als einem der ältesten Chöre, gut ansteht. Ruth Tollnek

Favourites & More Unter diesem Titel begeisterte die Young Harmony im ersten Teil mit Stücken von Fleetwood Mac, „Don’t stop“, von Simon & Garfunkel, „Bridge over troubled water“, und weiteren Balladen, bis hin zu „Halleluja“ von Leonard Cohen ihr Publikum im gut besuchten Laboratorium. Der zweite Teil war geprägt von Swing und Leichtigkeit, betont durch das Outfit mit getupften Petticoat-Kleidern und Songs wie „Mr. Sandman“, von Pat Ballard, „Girl von Ipanema“ von Antonio Jobim bis „Hit me with a hot note“ von Duke Ellington. Ob als Gesamt- oder als Backgroundchor – Solistinnen aus dem Chor waren Christine Kreder, Magdalena Häussermann und Miriam Buhr – es gab immer wieder überraschende Eindrücke. Einzelne Titel wurden choreografiert vorgetragen, so blieb die Spannung immer erhalten. Die einzigen Notenblätter waren dem Chorleiter Wolfram Krauß, zuständig auch für die Moderation, Peter Grabinger, Klavier und Reinhold Uhl, Saxophon vorbehalten. Verantwortlich für die Choreografie waren Denise Blum, Christine Kreder und Martina Strauß Ein Zweistundenprogramm und alles auswendig gesungen – alle Achtung. Auch durch die Solovorträge von Peter Grabinger und Reinhold Uhl war das Programm so abwechslungsreich, dass das Publikum hingerissen war und trotz vorgerückter Stunde Zugaben forderte. Ein wirklich schöner Abend. Dorit Schönenberg

Singen? Singen! Ein Mitmach-Konzert zu leiten ist ein Wagnis, wozu es mehr Fähigkeiten, denn Fertigkeiten braucht, die Gabriele Timm-Bohm, Leitung sowie Peter Schindler, Liedermacher und Allround-Musiker und sein Hoppel-Hoppel-Rhythm-Club besitzen. Die Chöre der Kinderkantorei Vaihingen stürmen den gut besetzten Silchersaal mit Peter Schindler als Lokomotive der Schwäb’schâ Eisbâhnâ, besetzen die Bühne singend, diszipliniert, rasch, ohne Hast, während das Zügle weiter durchs Land fährt und aus der Kinderkantorei von größeren und kleineren Kindern die Verse solistisch vorgetragen werden, sind alle im Saal aufgefordert den Kehrreim zu singen. Mit dem letzten Trullala befinden sich alle Kinder an dem Platz, an dem sie zu stehen oder zu sitzen haben. Inmitten der Schar leitet Gabriele Timm-Bohm, zusammen mit den Kindern das Einsingen, indem die Instrumente des Orchesters nachgeahmt werden, alles begleitet von Peter Schindler und Band. Dann kommen die Gassenhauer, Drei Chinesen mit dem Kontrabass, Wir sind fünf Musikanten, wieder mit Solopartien für die Kinderkantorei, gefolgt von der Lektion Zuhören, leise sein, um das Mühlrad von Weitem hören zu können, danach heißt es beim saalweiten Singen aufeinander hören mit Himmel und Erde, Es tönen die Lieder, C-a-f-f-e-e (politisch korrekt mit Sei doch kein Dummerchen, das es nicht lassen kann) und Heut kommt der Hans zu mir, wird, nach Vorstellung durch die Chöre, singen alle jedes Lied einzeln, dann im Kanon, dann in vier Gruppen mit je einem Lied, dann ein erfolgreiches, wunderbares Quod libet ohne Sieg-Lied, was so viel heißt, als dass sich für jedes der Lieder etwa ein Viertel aller Anwesenden entschieden hat. Um alle wieder zu erden, werden Wiesengeräusche, wie Summen und Zwitschern gemacht, immer angemessen begleitet von Peter Schindler und Band, die Gespür haben für die Atmosphäre und richtige Lautstärke, angeleitet von Gabriele Timm-Bohm, die in ihren Erklärungen den richtigen Rhythmus findet und alles zusammenhält. Die Kleinen Südspatzen besingen das rote Pferd, in reiner Intonation und so deutlicher Aussprache, dass keine Nachfrage beim Konzertnachbarn erforderlich ist, wenn Eltern und Kinder im Publikum nachsingen dürfen – im Pianissimo und Fortissimo und beides geht. Dagobert und der Froschchor mit herrlichen Zwischenspielen der Klarinette. Zögerliche Eltern sehen, wie ihre Kinder mit der Musik mit möchten – gemeinsam mit den Eltern. Da sie Vorbild sein wollen, machen sie, schüchtern erst, mit und spüren dabei, das ist ja richtig schön einfach mitzusingen. Der Kuckuck und der Esel bieten ein weites Feld die eigene Stimme zu üben und auszuprobieren. Dann wieder singen nur die Chöre Ein kleines Huhn fliegt um die Welt, von Peter Schindler, mit einer Hingabe, Ernsthaftigkeit und einem Können, das alle verzückt und in Erstaunen setzt über das, was auf der Bühne passiert ebenso wie beim folgenden Jetzt fahr‘n wir übern See, das die Kinder, nach bereits langer Zeit auf der Bühne, mit hoher Aufmerksamkeit und ohne den kleinsten Fehltritt singen. Ein Heissa Kathreinerle, das einfach beginnt und dessen Tempo Peter Schindler so sehr anzieht, dass der Saal mit Klatschen kaum mithalten kann, bereitet den Urwaldsong von Peter Schindler vor, mit dem er nun, zusammen mit den Chören der Kinderkantorei unter Leitung von Gabriele Timm-Bohm den Saal rockt. Kaum zu Atem gekommen, geht es mit dem Kanon Hejo, spann‘ den Wagen an, in die letzte Runde für die Chöre und das Publikum, das erst nach einer Zugabe mit Strophen aus Max und die Käsebande, die gepfiffen, gesungen und körperlich dargestellt, nach großem Applaus ein wenig Ruhe gibt und das Ende dieses fulminanten Konzerts akzeptiert. Alle sind etwas erschöpft, aber erfüllt von Gefühlen des Glücks ein Geheimnis entdeckt zu haben, das es weiterzutragen und zu pflegen gilt, indem man / frau / kind es ausübt. Ruth Tollnek

Die Rosa Note führt ihr Chorkabarett Waschen, Legen, Stöhnen, im gut besetzten Laboratorium auf. Unter Leitung von Amadeus Hoffmann, Marius Traus, Klavier, besingt in schrägen, witzigen, teils witzig verkleidet, aber ernst gemeint, die verschiedenen Möglichkeiten, die der Friseurbesuch bietet, um das haarige Aussehen wieder herzustellen. Der Chor beginnt etwas verhalten, singt sich in Schwung, auch durch die guten choreografischen Darbietungen, die dem Ganzen einen dynamischen Schub verleihen, der sich gut auf die Genauigkeit der Einsätze auswirkt und die auch die Intonation stimmt, da sich der Chor freigesungen hat. Eine kleine Fuge, die anrührend von Sehnsucht und Liebe erzählt, kommt im Publikum an, das spüren die Sänger, meistern gut die schwierigen Harmonien und sind bei schnell geforderten Einsätzen punktgenau da. Lieder und Show gehen immer besser zusammen, die à cappella Stücke jetzt treffsicher vorgetragen. Nach der Pause singt der Chor einige Stücke anderer Art: Küssen verboten und ein Lied über Freiheit, die nachdenklich machen. Zum Schluss zwei Solo-Tenöre und Thank you for the music – alles stimmt, einfach guter Männerchor und für einen Augenblick spüren alle, dass Musik auf geheimnisvolle Weise verbindet. Ruth Tollnek

In der voll besetzten Stadtkirche in Vaihingen, führen unter Leitung von Constanze Daneck, der Große Chor des Fanny-Leicht-Gymnasiums, das Orchester der Freunde des Fanny-Leicht-Gymnasiums und Isabelle Müller-Cant, Sopran, Margret Hauser, Alt, Andreas Weller, Tenor Florian Löthe, Bass das Requiem von Mozart auf. Schon im Requiem gibt es bemerkenswerte Momente, wie das lux perpetua, das groß und erhaben scheint und zum Kyrie schwingen sich die jungen Stimmen leicht empor. Die Dies irae kommen in frostiger Stärke herab, gefolgt vom rätselhaften Tuba mirum, das Sopran und Alt in schöner Zwiesprache vortragen. Rex tremenda, statisch, groß, in reiner Intonation, an das sich das Recordare des Solo-Quartetts anfügt, das abgelöst wird von einem dezidiert dargebrachten Confutatis, bei dem das Orchester ein vorbildliches Piano durchhält. Ein wunderbares Lacrimosa endet in einem großen, reinen Amen. Alle haben jetzt Sicherheit und leben in der Musik und die Herzen des Publikums gehen mit und diese eigentlich so schwierige Musik wird plötzlich so leicht, wie Mozart sie komponierte. Ein schwebendes Hostias und das Sanctus in nachdrücklichem Fortissimo. Ein zuversichtlich stimmendes Benedictus und tröstliches Agnus Dei verhallen für einen Moment, ehe der verdiente Beifall kommt für diese große Leistung aller Musizierenden. Ruth Tollnek

Eine Seefahrt nach Rio mit dem Kinderchor des Liederkranz Botnang beginnt unter Leitung von Sabine Kleinbub, Anita Merla, Britta Tenhagen, Regie, Markus Zinnecker, Klavier, vor dem Bühnenvorhang mit den einstimmenden Versen auf die große Seefahrt. Auf geht der Vorhang, einige Kinder bauen das dort eingerichtete Wohnzimmer in Windeseile in ein hochseetaugliches Schiff um, links am Bühnenrand gibt es ein Pult an dem einer der Jungen die notwendigen Erklärungen und Ergänzungen vorliest, und zwar über die ganze Zeit der Geschichte und sobald wieder gesungen wird, reiht er sich ein. Dann geht die Reise los, im Bühnenraum wird gespielt und gesungen, davor singen die Kinder im Chor, immer wieder mit solistischen Vorträgen, einer oder auch mehrerer Strophen der Lieder. Die Kinder singen mit großer Freude und Begeisterung, mit sehr guter Intonation, die Solopartien sind teilweise etwas verhalten, aber immer sicher und bestens vorbereitet. Wie übrigens der ganze Chor, denn die Kinder singen alles auswendig, haben dadurch natürlicherweise Gelegenheit mit der Dirigentin beständig in Blickkontakt zu bleiben, was der gesanglichen Kompaktheit sehr zugute kommt. Die Kinder singen und spielen, dass es eine Freude ist mit einer tollen Textsicherheit. Sie haben die ganze Geschichte, die etwa eine Stunde geht, im Kopf. Mit dem Heimkehrlied wird das Wohnzimmer wiederhergestellt und alle beenden die Sing-Geschichte wieder vor dem Vorhang. Verdienter großer Beifall für alle. Eine große, fulminante Leistung vom Kinderchor des Liederkranz Botnang. Ruth Tollnek

Lebenswort, ein Bibliodrama, beginnt unter der Leitung von Manuela Nägele, Komponistin dieses Oratoriums, mit gleichmäßigen Trommelschlägen, zu denen sich nach und nach das Orchester dazugesellt. Die Texte sind aus dem Johannes-Evangelium. Die musikalische Spannweite reicht von der Gregorianik über Klassik bis zu Schlager, Pop und Filmmusik. Schauspieler setzen die Geschichten in Szene mit einfachen, klaren Gesten und Bewegungen. Unisono und piano erklingt Im Anfang war das Wort, die Geschichte der Frau am Brunnen wird mit frischen Schlagermelodien dargeboten, die Hochzeit von Kanaan gibt Johannes Kaleschke, Tenor, Gelegenheit seine schöne Stimme lyrisch und innig hören zu lassen, wie auch der Chor als Hochzeitsgesellschaft lebhaft und sehr gut die Stimmungsumschwünge hörbar macht. Als Jesus den Tempel in Jerusalem betritt, mit der anschließenden Szene, in der er die Händler aus dem Tempelvorhof wirft, erinnert die Musik an große Choralmusik. Erschreckend schön die Musik zur Voraussage den Tempel zu zerstören und in 3 Tagen wieder aufzubauen. Die Speisung der 5000 wird eingeleitet mit Rapklängen, die sich mit wunderbar fließenden Melodien abwechseln, mit weichen Melodien in Chor und Orchester. Ein schöne Melodie für Jesus und seine Worte, Ich bin das Licht, Lebenswort und wieder Choralmusik bei der Wanderung der Jünger nach Kapernaum, mit wunderem Duett für Alt und Tenor, als sie um Lazarus‘ Leben bittet, der dann mit heißen Rhythmen wieder erweckt und entschieden herausgerufen wird. Mit großem Chor und Trompetenklängen wird Jesus am Palmsonntag in Jerusalem empfangen, Missklänge, als er seine Abschiedsreden hält, die wie die Musik ein Geheimnis sind. Eine außergewöhnliche Leistung von Manuela Nägele, als Komponistin und Dirigentin. Ein großes Bravo, eine Musik, die tiefer als unter die Haut ging. Jugendchor crossover, Kreuzchor Stuttgart, Kathrin Koch, Alt, Johannes Kaleschke, Tenor, Stefan Müller-Ruppert, Bass, Gabriele Keller, Flöte, Andreas Vogel, Oboe, Dominik Keller, Klarinette, Saxophon, Flynn Marquadt, Horn, Christian Nägele, Trompete, Hubert Hägele, Posaune, Franz Bach, Vibraphon, Pauken, Schlagwerk, Mechthild Dieterich, Violine, Katharina Kefer, Violine, Lydia Bach, Viola, Stefan Kraut, Violoncello, Rüdiger Kurz, Kontrabass, Peter Schleicher, Klavier, Claudius Heinzelmann, Drums, Regie Renate Schlüter

Ruth Tollnek

Summer in the City DER junge chor und SingingSixTeen begeisterten das Publikum: „Ein tolles Konzert“, „es hat mir sehr gut gefallen“, „ich hätte was versäumt, wenn ich nicht gekommen wäre“ – so nur einige Resümees, die die Sängerinnen und Sänger vom jungen chor des Liederkranz Botnang nach ihrem Konzert im Rahmen der 10. Stuttgarter Chortage zu hören bekamen. Begeisterte Zuhörer verließen nach rund 2,5 kurzweiligen Stunden die Liederkranzhalle. Von Anfang an gelang dem jungen chor, das Publikum mitzureißen, die mit dem Titel „Summer in the City“ den ersten Teil eröffneten. Viele Arrangements stammen von der Chorleiterin Kristina Stary, die den Chor im Jahr 2009 übernommen hatte. Bei „California dreaming“, „What a wonderful world”, “May it be”, brachten Sängerinnen und Sänger aus dem Chor Soloeinlagen, die besonders gut beim Publikum ankamen. Begleitet wurde der Chor von Jochen Neuffer, Klavier, Sebastian Brauchle, Schlagzeug, Georg Bomhard, Bass und Mark Bachofer, Saxofon, die den Stücken noch den „gewissen Pfiff“ verliehen und gut mit dem Gesang harmonierten. Mit ansprechender Moderation leitete Mark Bachofer gekonnt zu den einzelnen Beiträgen über. Nach der Pause „packte“ Kristina Stary das besondere Geschenk für die Konzertbesucher aus. Der Jugendprojektchor SingingSixTeen hatte seinen Auftritt. Nach nur sechs Proben sangen die acht selbstbewussten Damen „Pata Pata“, „Perfekte Welle“ und den Titel „The Rose“ mit dem jungen chor gemeinsam. Mit großem Beifall forderten die Zuschauer eine Zugabe, die die Jugendgruppe gerne erfüllte. K. Stary meinte dazu, dass die Mädchen die heimlichen Stars des Abends waren. Für die Teilnahme an dem Projekt bekamen sie eine Urkunde des Wilhelm-Hauff-Chorverbands überreicht. Aber DER junge chor bot im zweiten Teil ebenfalls Gesang der Spitzenklasse. Mit „The Summer knows“ brachte sich die Chorleiterin selbst als Sängerin ein. Das Medley „With love, from Motown“ sangen die Frauen und die Männer rockten bei „Rock this town“ auf der Bühne. Auch DER junge chor durfte nicht ohne Zugabe von der Bühne. Den Höhepunkt bildete die Swingnummer „It don’t mean a thing“, bei dem sich die Kapelle ebenfalls mit Soloeinlagen verabschiedete. Ein lang anhaltender Applaus belohnte den Chor für die gelungenen Vorträge. Gudrun Auchter

Festkonzert 60 Jahre Gesangverein Sommerrain. Nachdem Herr Kauderer Gäste, befreundeten Chöre und die Ehrenvorsitzende Frau Frölich begrüßt hatte, begann der Gesangverein Sommerrain unter Leitung von Andreas Schäfer mit Willkommen von Stefan Bothur und 3 Mann in einem Boot von W. Müller, war dann im Kriminaltango von P. Trombetta richtig warm gesungen und konnte die notwendige Spannung gut vermitteln. Der Kolpingchor, Leitung und Klavier: Antal Varadi, erfreute Kollegen und Publikum mit Zigeunerleben von Schumann, bearbeitet für Männerchor und mit Don Quijote von Walther Schneider. Die Young Harmonie, unter Leitung von Wolfram Krauß, musikalisch und optisch hervorragend. Auch vom Klavier aus geleitet, alles auswendig und mit Regie vorgetragen. „Don’t Stopp“ mit toller Choreographie, „Over the Rainbow“ vom Ausdruck und Dynamik „der“ Hit. Eine hinreißende Solo-Einlage lieferte Bernhard Birk am Klavier. TonAb, unter Leitung von Julia Devi Bromberg, der zahlenmäßig größte Chor des Abends brachte vor allem „New York“, von John Kauder sehr überzeugend, und legte sich auch ganz in die Musik von All you need is love von Lennon / McCartney und Gute Nacht Freunde von Yondraschek, wobei es ja eine zusätzliche Schwierigkeit bedeutet, Lieder, die für 1 oder 2 Solostimmen komponiert sind, in der Chorbearbeitung vollständig umzusetzen. Unter Leitung von Andreas Schäfer sangen der Gesangverein Sommerrain und TonAb gemeinsam die beliebten Schlager Aber bitte mit Sahne von Udo Jürgens und Schuld war nur der Bossa Nova von Barry Mann und zum guten Schluss alle Chöre die Klänge der Freude von Elgar in der bekannten Trapp-Bearbeitung, die voluminös und mächtig den musikalischen Teil des Abends in Forte beschloss. „Krönender“ Abschluss und donnernder Applaus. Rolf Hohl, 2. Vorsitzender GVS moderierte das Programm. Jürgen Grieb

170 Jahre Gesangverein Harmonie 1841Bad Cannstatt e.V. eingeleitet vom Stuttgarter Operettenensemble mit Kleiner Wiener Marsch von Kreisler, war der Festabend von der Musik von Robert Stolz geprägt. Gudrun Kohlruss, Sopran und Ruben Mora, Tenor, führten durch das Programm und fügten mit Geschichten aus Robert Stolz‘ Leben ein Bild des Komponisten und Dirigenten und verliehen der Feier mit Arien und Duetten Glanz. Der Gesangverein Harmonie sang zusammen mit seiner Young Harmony und dem Gesangverein Liederkranz-Frohsinn Stuttgart-Wangen. Gut vorbereitet setzte der Chor, unter Leitung von Wolfram Krauß, ein, sang sich schwungvoll mit den schönen Liedern in die Herzen des Publikums und erhielt zu Recht den Beifall als Dank. Nach Einzelpartien der Solisten durfte auch der Chor sein ganzes Können hören lassen: Schenkt man sich Rosen in Tirol von Carl Zeller wurde zum Herzpunkt des Abends. Alles stimmte, die Intonation, die Einsätze, präzise mit dem Dirigenten und alles ging leicht und schön, wie selbstverständlich und der Funke war da, sprang über – beinahe sichtbar. Und in diesen furiosen Schluss setzte Gudrun Kohlruss, Sopran, dem Ganzen noch das c-Krönchen auf. Nach der Pause gaben die Männerchöre zunächst den Ton an, mit In Bacharach am Rhein von Robert Stolz, mit Verve und Stärke, wie ein Männerchor sein muss. Gemeinsam mit den Frauen musizierten die Chöre das Potpourri Ein Abend bei Robert Stolz, ließen nochmal ihre Freude am Singen und an der Musik hören und ernteten viel dankbaren Beifall des Publikums, das nicht ruhte, bis als Zugabe das Champagner-Lied gegeben wurde.

Wolfgang Layer, 30. Jul 2011, Veranstaltungen, Wilhelm-Hauff-Chorverband, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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