chor.com – mein erster Eindruck

In Dortmund angekommen und gleich mittendrin: die Westfalenhalle als Ort der Begegnung, der unglaublich vielen Menschen aus der Chorszene – auffallend viel Jugend – Wiedersehen und Gespräche mit vielen altvertrauten Mitstreitern. Und dann schon erste Töne und Klänge aus verschiedenen, noch geöffneten Türen.
Besonders auffallend die Einsingübungen des Knabenchores der Chorakademie Dortmund. Da musste man einfach reinschauen. Tröstlich: auch hier sind Buben mit bekannter Lebendigkeit am Werk, die aber auf den Wink des Chorleiters mit ihren Übungen pünktlich beginnen. Und wie sie das können, sie beherrschen die Läufe natürlich durch regelmäßiges Wiederholen. Aber dann werden die Jungens aufgefordert, diese Einsing-Phrasen auch einzeln zu singen. Und siehe da, hier kann man die gut geschulten Stimmen erkennen. Ein Potenzial für die Zukunft. Schweren Herzens löse ich mich mit dem Gedanken: ob ich bei den Sängerinnen und Sängern im Chor der Erwachsenen die Einsingübungen auch mal einzeln fordern werde?


Weiter geht’s zu „A cappella coaching“, der Dozent ist Erik Sohn. Kein Platz ist mehr frei. Der zu Beginn geforderte Kussmund mit Summ-Übungen wird natürlich auch bei uns praktiziert. Erik Sohns Übungen als Auftakt vor dem Einstudieren eines Songs sind gründlich, gut erklärt, viel wiederholt, niemals langweilig. „Summt doch mal sinnlich, genussvoller“. Ganz schnell entsteht ein dreistimmiger Klang mit rhythmischer Bewegung. Das Einstudieren des Songs „Good bye“ ist wie aus dem Lehrbuch für Chorleiter, man nimmt viel mit, vor allem beste Vorsätze für die nächsten Chorproben. „Ein bisschen erotischer“ mit entspannten Lippen….. das Ergebnis ist sehr befriedigend.
Dann zu Markus Detterbeck, am E-Piano Carsten Gerlitz – zwei bekannte Profis arbeiten Hand in Hand. Auch hier kein Stuhl mehr frei. Von Anfang an swingt es im Raum, ist Rhythmus selbstverständlich, ist Freude und Begeisterung zu spüren. Das vermittelt Detterbeck locker, ein Energiebündel, das mit Körper und Seele singt, jede Stimme aus „pop4voices“ beherrscht, ohne jemals in die Noten zu schauen. In kürzester Zeit sind Ergebnisse zu erleben – was davon nehme ich mir für meinen Chor vor?
Am Abend das Eröffnungskonzert im beeindruckenden Konzerthaus. Der WDR-Rundfunkchor mit engelsgleichen Stimmen und phantastischer Perfektion. Im zweiten Teil faszinieren die Experimente als Chormusik für die Zukunft. Ausgleichend dann ein genussvoller Abschluss mit „O Täler weit, o Höhen“ – trotz aller Moderne hätte man am liebsten mitgesungen.

Fahr, 23. Sep 2011, Chorfest/chor.com, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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