Wie Ligeti Bruder Jakob hätte erklingen lassen können

Vokale Improvisation im Chor, die nicht schwerpunktmäßig grooved, war Thema des Workshops mit Prof. Christian Fischer von der Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen. Seine Improvisationen beruhen zumeist auf einfachen Absprachen mit dem Chor und aus bekanntem Material. Der erste Versuch der chorischen Improvisation beruhte sodann auch auf der Melodie von Bruder Jakob. Jeder Teilnehmer sang das Lied in seiner Lieblingssprache, aber nur geistig. Jeder sang still vor sich hin und lediglich 10% des Liedes laut. So entwickelte sich ein Klangcluster aus Worten und Tönen, welches auch Ligeti hätte zu Papier bringen können. Fischer erschuf den KLang mit den Sängerinnen und Sängern ohne Noten. Je mehr vom Lied gesungen wurde, desto klarer wurde auch neu hinzugekommenen Teilnehmer das Prinzip diese Experimentes.

Als zweite Vorlage hatte Fischer einen Bachchoral mitgebracht, welchen er mit den Teilnehmer auf verschiedene Weise bearbeitete. Mystische Stimmung entstand beim rezitieren des Textes über das Summen des Chores. Äußerst spannend war das Klangergebniss als Teilnehmer für Teilnehmer nacheinander begannen und einen Ton jeweils eine Atemlänge sangen. Fischer zeigte zahlreiche Tricks auf, wie man aus dem bekannten Choral Neue Musik kreieren kann. Wesentliches Element der Improvisationen des Kirchenmusikers ist der Hall, welcher in seinen angestammten Konzertsälen reichlich vorhanden ist. Mit geschlossenen Augen erführen die Teilnehmer auf einfache Weise neue Klänge, die sich auch in der eigenen Chorarbeit umsetzen lassen.

Johannes Pfeffer, 23. Sep 2011, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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