Aus guter alter und frecher neuer Zeit

Liederkranz Straßdorf und A-Capella-Gruppe „füenf“ stemmen gemeinsames Konzert mit Bravour

Ohrenschmaus und Augenweide: Der Liederkranz Straßdorf im Stadtgarten., Foto: www.fotolaible.de

Welch eine Mischung! 50 seriös gekleidete Männer mit goldenen Kehlen und tief-deutschem Liedgut, 14 gefühlvolle Stimmen mit Cover-Versionen moderner Pop-Songs und dann ein Feuerwerk aus Wortwitz, Mouthpercussion, Tanz und Tempo der Stuttgarter A-Capella-Gruppe „füenf“. Lachen und lauschen war angesagt.

Schwäbisch Gmünd. Dass der Männerchor des Liederkranz unter der Leitung von Jens Ellinger, mit Siegfried Liebl am Klavier, ein phänomenales Klangbild malt, gehört zur Sängertradition der Straßdorfer. In den anspruchsvollen
Tschechischen Tanzliedern zeigten die Vokalisten saubere Intonation und Taktsicherheit. Exklusiv hatten sie die Aufführungsrechte für ein Potpourri eines Berliner Chors erhalten und spannen so deren „Jägerlatein“ auch auf
der Stadtgartenbühne. Nach einer humorvoll gereimten Anmoderation schwangen sie sich mit dem abgewandelten Originaltext des Liedes „Es blies ein Jäger wohl in sein Horn“ vom Opernchor zur Sinfonie und vom Walzer zum Musical. Carl Maria von Webers Jägerchor, Beethovens Fünfte, Wagners und Puccinis Operndramatik, Johann Strauß’ Leichtigkeit und Frederick Loewes „Es grünt so grün“ gaben pfiffige Variationen her.

Die Singgruppe des Liederkranzes widmete sich neuen Songs, in denen es, wie bei „Tears in Heaven“ von Eric Clapton oder dem Railsong „Tootsie“ auf die Präzision jeder Stimme ankommt. Mit Grönemeyers „Männer“ nahmen sie sich selbst auf die Schippe und auch ‘küssen’ war nach dem Vorbild der Prinzen bei Solosänger Hubert Leist ‘nicht erlaubt’. Mit einem Ragtime am Klavier ließ Siegfried Liebl die Herzen hüpfen. Auch die Fans der „füenf“ kamen voll auf ihre Kosten. Mit Songs aus der CD „Phase 6“ bewiesen sie erneut den Charme nicht nur ihrer individuell markanten Persönlichkeiten sondern auch ihrer unverwechselbaren Wort-Witz-Tanz-Klang-Akrobatik. Die Profimusiker legten eine Non-Stop-Show auf die Bühne, die sowohl musikalisch als auch textlich und vor allem beim Hüftschwung der skurrilen Typen begeisterte.

Als A-Capella-Gruppe beherrschten sie den unermüdlichen Beat der Mouthbox ebenso wie das Quäken gedämpfter Trompeten oder den schnarrenden Bass. Ihre selbstgemachten deutschen, oft frech persiflierenden Texte verrieten den bürgerlichen Hintergrund, gaben tiefen Einblick in die Gesellschaft oder in das politische wie künstlerische Showbusiness. Sie spielten mit dem Wort Kabuff, hatten „volle Kontrolle“ über Facebook & Co. und vergötterten „Horst“, den Kultsong. Gemeinsam mit – nein diesmal nicht PUR – sondern dem Straßdorfer Liederkranz sangen sie schließlich ein Loblied auf die Schwabenschwächen und ihre Stärken. Ein herrliches Vergnügen voller Gegensätze, für das es riesigen Applaus gab.

Hanna Meid © Gmünder Tagespost 30.10.2011

Johannes Pfeffer, 6. Nov 2011, Chorverband Friedrich Silcher, Männerchöre, Veranstaltungen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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