Der Gesangverein Eintracht e.V. Poppenweiler

Warum sie erfolgreich sind – Die Toppchöre des SCV

Von anderen lernen – das ist Sinn dieser Reihe in der Verbandszeitschrift des Schwäbischen Chorverbands „SINGEN“. Was machen sie anders, diese Vereine? Wie haben sie die Herausforderungen gemeistert? Wie sahen sie sich gestern, wie sehen sie sich heute, wie blicken sie in die Zukunft? Wir sagen es Ihnen. Unsere Mitarbeiterin Heike Weis ist diesmal zu Gast beim Gesangverein Eintracht e.V. Poppenweiler

SINGEN: Im diesem Jahr kann der Gesangverein Poppenweiler auf eine 150jährige, teils bewegte Geschichte zurückblicken. Mit sieben florierenden Abteilungen von der“ Zwergenmusik“ bis zum „Singen mit Senioren“ steht der Verein heute in voller Blüte, nachdem er 1994 mit der Auflösung des gemischten Chores bereits kurz vor dem Aus gestanden hatte. Gaby Knorpp, worin sehen Sie als Vorsitzende den entscheidenden Wendepunkt?

Gaby Knorpp: 1994 war wirklich ein wichtiges Jahr für den Verein. Neun der damaligen Sängerinnen und Sänger habe das Problem erkannt (Unflexibilität, keine Bereitschaft auf Neues, hoher Altersdurchschnitt…) und sich für „die Flucht nach vorne“ entschieden (Anmerkung der Redaktion: Gründung „s´Chörle“, modernes Ensemble mit breitem Repertoire für Sängerinnen und Sänger von 18 bis 99 Jahren und heutiger Hauptchor des Vereins). Es waren schwierige Prozesse, die auch nicht nach kurzer Zeit zu Ende waren, sondern über einige Jahre den Verein geprägt und herausgefordert haben.

SINGEN: Die Jugendarbeit, die bereits im Alter von 18 Monaten ansetzt, spielt in Ihrem Verein eine entscheidende Rolle. Wie schätzen Sie in Ihrer Doppelfunktion als Vorsitzende und Kinderchorleiterin den Anteil am Erfolg und der positiven Wahrnehmung des Vereins ein?

Gaby Knorpp: Ein ganz entscheidender wichtiger Faktor ist bei uns die Jugendarbeit für alle Altersklassen (Zwergenmusik ab 18 Monaten, Liedergarten ab vier Jahren, Kinderchor „Popp-Kids“ ab sechs Jahren, Jugendchor [´se woukels] ab zwölf Jahren und Gitarrenkurs). Diese vielseitigen Angebote werden im Ort sehr positiv angenommen und auch von kommunalpolitischer Seite wahrgenommen und als wichtig erkannt. Immer wieder sind auch aus der Elternschaft Mütter oder Väter bzw. Großeltern interessiert an unseren Abteilungen und singen dann auch dort mit.

SINGEN: Seit 2008 finden in der Abteilung „SMS“ – SINGEN MIT SENIOREN ältere Menschen, die in geselliger Runde singen möchten, ihren Platz. Gibt es zwischen den sehr unterschiedlichen Gruppierungen Verknüpfungen oder laufen die einzelnen Abteilungen eher nebeneinander her?

Gaby Knorpp: Jede Abteilung hat in unserem Ausschuss einen festen Ansprechpartner bzw. eine zuständige Person, die die Verbindung zum Verein schafft, erhält und sich für die jeweilige Abteilung verantwortlich fühlt. Dadurch ist immer gewährleistet, dass alle Abteilungen gleichmäßig im Fokus bleiben und Informationen direkt auch dort ankommen.

SINGEN: Ein Verein mit sieben Abteilungen erfordert auch große organisatorische Anstrengungen. Wie ist Ihr Vereinsmanagement aufgebaut?

Gaby Knorpp: Wir haben einen sehr engagierte Vorstandschaft, jedes Mitglied hat seinen eigenständigen Aufgabenbereich für den er verantwortlich zeichnet. Der Ausschuss trifft sich regelmäßig alle sieben bis acht Wochen, dort berichtet jeder Verantwortliche über Entwicklungen, Fragen und Anregungen aus den Abteilungen. Die Organisationsstruktur ist sehr breit angelegt und wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Jeder und jede im Verein kennt die kurzen Wege in unserem Verein. Umgekehrt gehen wir aber auch auf die Abteilungen zu, geben aktuelle Informationen bekannt oder bitten um Mitwirkung bei verschiedenen Aktivitäten.

SINGEN: Wie funktioniert die Abstimmung zwischen musikalischer und organisatorischer Leitung?

Jedes Ausschussmitglied steht in ständigem Kontakt mit „seiner“ Abteilung, wir nutzen moderne Kommunikationsmöglichkeiten und alle sind dann immer gleich informiert. Wenn große Planungen anstehen, treffen wir uns in Kleingruppen zu dem jeweiligen Thema mit dem Chorleiter. Für unser Jubiläumsprogramm haben wir uns schon vor drei Jahren zu einem Workshop mit den Mitgliedern und Chorleitern getroffen. Dort konnten wir zusammen mit Katrin Schwarz als Moderatorin ein Programm erarbeiten, das alle mittragen konnten. Es wurden Antworten gesucht auf die Fragen: Wie stellen wir uns ein interessantes Jubiläum vor? Was wird von der Bevölkerung erwartet? Was wäre für den Verein wichtig oder was würde uns einfach Spaß machen?

SINGEN: Das Jubiläumsjahr ist bereits in vollem Gange. Wie erfolgreich waren die bisherigen Veranstaltungen und womit darf man noch rechnen?

Gaby Knorpp: Ganz hervorragend war unsere Auftaktveranstaltung: „Swingin´ Mörike“ – Möriketexte im neuen Gewand, die wir sonntagvormittags als Matinee durchführten. Der Chor wollte mal etwas ganz Besonderes singen, etwas „Einmaliges“ und so wagten wir es, für eine Uraufführung eine Komposition in Auftrag zu geben. Es war ein sehr spannendes Projekt, das allen Beteiligten unglaublich viel Freude machte. Ende März feierten wir dann eine knallbunte Geburtstagsfete mit Luftballons, Geburtstagskuchen und vielen fröhlichen Geburtstagsliedern.
Neben der Beteiligung beim Ludwigsburger Pferdemarktumzug und einem Singausflug (vermutlich nach Schnait) planen wir ein kulturelles Herbstwochenende: Samstag, 20. Oktober, eine südamerikanische Nacht mit kulinarischen und musikalischen Höhepunkten. Der Sonntag ist dann als „Wein & mehr…“ ein Fest über den ganzen Tag mit leckeren Angeboten aus der Vereinsküche und musikalischen Darbietungen befreundeter Vereine. Am 4. Advent wird das Jubiläumsjahr dann mit einem großen Kirchenkonzert vom Kinderchor, Jugendchor und dem gemischten Chor beendet.

SINGEN: Wie sehen Ihre Pläne und Ziele über das Jubiläumsjahr hinaus aus?

Ziel ist es, die bestehenden Abteilungen zu festigen und dadurch den Verein zu stabilisieren. Bei den Auftritten mehr und mehr auf Qualität zu achten und auch ohne Notenmappe zu singen. Auch im Bereich der passiven Mitgliedschaften möchten wir wieder erfolgreicher werden, um dem Verein eine ausreichende Unterstützung aus der Bevölkerung aufzuzeigen.

Diesen Beitrag finden Sie in der Ausgabe Mai 2012, das Gespräch führte Heike Weis

 

Wolfgang Layer, 25. Apr 2012, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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