Vox-Humana gibt Konzert in der Tailfinger Kirche

Der Zollernalbchor Vox Humana verstand es in der Tailfinger St.-Elisabeth-Kirche Teile sakraler Chorwerke von Händel, Bach und Mozart zu einem neuen harmonischen Musikporträt  zu verbinden, maßgeschneidert sozusagen und dargeboten als Wertarbeit in Wort und Ton. Es dirigierte Mike Krell , der den Chor mit seinen etwa 40 Mitgliedern seit einigen Jahren leitet. Man hätte sich keinen  schöneren Ort für ein Konzert unter dem Motto „Halleluja, Halleluja“ vorstellen können als die St.-Elisabeth-Kirche mit ihrer breiten Buntglas-Fensterfront. Die warf farbige Lichtspiele auf die schlichten weissen Wände , die gesamte Kulisse unterstützte den Auftritt des für seinen proffessionellen Stil bekannten Chors auf einzigartige Weise und  mutete an wie ein Vorbote des thematischen Programmgehalts: Auferstehung und ewiges Leben. „So spricht der Herr, der Herr der Welt“, bildete Mike Krell als Solist mit  präziser Bass-Stimme den vokalen Auftakt aus Georg Friedrich Händels  stärkster religiöser Komposition, dem Oratorium „Der Messias“. Dieses Kronjuwel quillt über vor  unmittelbarer geistiger Kraft  und hinterlässt stets  die Gewissheit, dass  Musik jenseits menschlichen Verständnisses wirkt. Deshalb wohl tauchte es als Rohbau und feste Größe im Konzertprogramm von Vox Humana auf und mantelte dazwischengeschobene Tonschöpfungen anderer Komponisten gleichsam ein . Der Zollernalbchor hielt Schwung und Frische dieser Klanggewalt durchgängig  und mit makelloser Technik. Jeder Ton zählte. Die Sänger und Sängerinnen meisterten auch schwierigste Passagen. „Jauchzet dem Herrn alle Welt“, der 100. Psalm von  Felix Mendelssohn war ins seinen extremen Höhen und Tiefen strukturenklar zu hören. In Johann Sebastian Bachs „Sicut locutus est“ aus „Magnificat“ flossen Frauen- und Männerstimmen leicht und nahtlos ineinander. Das kleine, aber feine, aus zwei Geigen, Bratsche und Cello bestehende Ensemble  „ars T instrumental“ arbeitete dem Chor aufmerksam  zu und   gestaltete den stimmigen Gefühlsausdruck der Solisten mit.  Den beherrschte Tenorsolist Volker Schmid ausgezeichnet, mit dunkler Erdenschwere belegte er seinen Part aus dem „Messias“ . Dann schwang „Benedictus sit Deus“ im Raum, durchzogen mit Wolfgang Amadeus Mozarts aufgeregter Lebendigkeit und mit komplexen Klangschichtungen. Und Beate Soltek brillierte in der Arie „Introibo“, mit glockenhellem Sopran von sauberer, beweglicher Höhe und großer Strahlkraft kristallisierte sie die Essenz dieses Offertoriums heraus. Virtouses Auftrumpfen aller Stimmen schliesslich im Halleluja-Chor aus Händels Messias, aufblühende Klangwonne, eine einzige Verherrlichung des Ewigen im Menschen auch ohne großes Orchester und in diesem begrenzten Rahmen. Bei der Uraufführung dieses Chors in London , so erzählt eine Legende, erhoben sich die Zuhörer, unter ihnen der König, spontan von ihren Plätzen so gewaltig war der geistige Strom dieser Musik. Kurzes Atemholen, ein weiterer jubilierender Klangteppich schloss sich an und mit einem sicher gesungenen  polyphonen „Amen, Amen, Amen “ endete das Konzert. Auch der finale Part ergriff und bewies ein letztesmal die Liebe zum Detail in der Zusammenstellung des Programms. Jetzt stand das Tailfinger Publikum von seinen Plätzen auf , klatschte anhaltend Beifall und entließ den Zollernalbchor Vox Humana und sein Instrumentalensemble nicht ohne Zugabe.

Bericht mit Genehmigung des Zollernalbkurier, Sabine Müller, veröffentlicht

Foto von Klaus Böhme

Isabelle Arnold, 3. Jun 2012, Chorverband Zollernalb, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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