Das geheime Leben der Piraten

Ein Musical mit Pfiff vom Kinderchor „confetti“ aus Plüderhausen

Das Theaterbrettle war fast bis auf den letzten Platz gefüllt mit erwartungsvollen Gästen, die mit einer begeisternden Aufführung ins Leben der Piraten entführt wurden. Es war eine Freude zu sehen und zu hören, wie die „confetti“ Kinder das Musical dem Publikum präsentierten. Alle zusammen sangen aus voller Kehle und auch den Kindern die einen Solopart sangen oder sprachen, gebührt ein dickes Lob.

Gar schröcklich war’n sie anzusehen, die rund 30 Piraten, in die sich der Kinderchor auf der Bühne des Theaterbrettles Plüderhausen verwandelt hatte. Mit kühn aufgemalten Bärten und Stoppeln fluchten sie sich – verbotenerweise – eins, trotzten dem wilden Meer, gingen auf musikalische Kaperfahrt und fanden am Ende sogar noch eine große Schatzkiste.

Hoch ragt das Piratenschiff „Esmeralda“ auf der Bühne des Theaterbrettle empor. Doch die Stimmung der wilden Kerle um Käpt’n Danton (darunter natürlich viele verkleidete und recht grimmig blickende Mädchen) ist gefährlich mau. „Wir sind die Piraten und fahren übers Meer, und alle die uns kennen, die fürchten uns gar sehr“, erschallt es zwar frech von der Kommandobrücke, die mit schwarzen Totenkopffahnen behangen ist. Nur: Nirgends ist Beute in Sicht und deshalb ist den Piraten gerade sehr langweilig: „Käpt’n, wann entern wir mal ein neues Schiff?“, wagt da einer maulend zu fragen. Zum Glück fischt just in diesem Moment, kurz vor der Meuterei, einer der Seebären eine geheimnisvolle Flaschenpost aus dem Meer.

Nun können Piraten zwar vieles, aber leider nicht lesen. Zum Glück aber haben sie zuvor zwei Gefangene gemacht, die zarte portugiesische Prinzessin Filomena und ihre schon mal mit dem Kochlöffel zuschlagende Gouvernante Donna Dolores. Die beiden helfen, unter der Bedingung, dass sie mitdürfen, aus der peinlichen Patsche. Und Überraschung: In der Flasche liegt der Plan einer Schatzinsel. Also ahoi!

In der Schatzkiste ein Plattenvertrag für den wilden Piratenchor

Charmant und kurzweilig wechseln bei diesem munteren Kindermusical Spiel- und chorische Musikszenen, bei denen die Kids mit pfiffigem Schmackes ihre Songs trällern und dabei von ihrer Regisseurin Constanze Bauer einfühlsam am Klavier begleitet werden. Man spürt, wie sie selber viel Spaß haben bei dem kecken Lied, „Hast du einen Bart, darfst du mit auf Kaperfahrt. Bist du glatt rasiert, bist du voll blamiert.“ Und sie genießen es sichtlich, wenn ihre Eltern und Verwandten im Publikum beim frechen Vers, „Bist du eine Frau, ist der Bart ein Supergau!“ laut lachen und herzlich applaudieren.

Schließlich wird die Insel gefunden, und erwartungsvoll bangend geht die Crew an Land. Aber dort muss erst mal ein supergefährliches Krokodil, das am Boden lauert, mit einem hübschen Schlaflied besänftigt werden. Dann aber geht es vorbei an zwei Vulkanen und drei Palmen und tatsächlich: Da finden die Schatzgräber eine kleine versteckte Kiste unter dem Sand! Aber was für eine Enttäuschung! Und was soll das bedeuten? In der Kiste liegt nur eine Flöte mit einem Notenblatt. Als das Lied gespielt wird, stellt sich heraus, dass man noch einmal weiterziehen und eine Schatzhöhle finden muss. Und da, da ist sie dann: die ganz große Schatzkiste. Erwartungsvoll steht der große Piratenchor um sie herum. Was wird wohl drin sein?

Der Deckel der Kiste hob sich schließlich und heraus sprang der smarte Musikproduzent Bruce Boleman. In der Hand hielt er ein Papier, auf dem groß das Wort „Vertrag“ stand. Er bot den Seeräubern smart einen Plattenvertrag an, damit sie als singende Freibeuter-Combo endlich ihr großes Piratenziel – „Rum und Ehre“ – erreichen können. Na also. Es geht doch auch friedlich und ohne Kapern und Entführungen. Und sogar das Krokodil durfte mitmachen: als Bassist. „Wenn die Piraten singen, lauscht das Meer“, sangen die mutigen Seehelden von confetti rührend zum Schluss. Und bekamen zurecht viel Applaus.

Ein übergroßer Dank geht an Chorleiterin Constanze Bauer, an Gaby Hiebsch und alle Helferinnen und Helfer, die mit viel Einsatz und Herzblut im Vorfeld der Proben für Dekorationen, Schiffsbau, Kostüme und andere „unsichtbaren“, aber wichtigen Vorbereitungen ihre Zeit gegeben haben.

Wolfgang Layer, 27. Aug 2012, Chorgattung, Chorjugend im SCV, Chorverband Friedrich Silcher, Gaue und Verbände, Kinderchöre, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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