Eine Chorleiterin – viele Chöre

Das Sommerkonzert von „Get up“ in Zaberfeld stand unter dem Motto „Neun Chöre – eine Dirigentin“.
Ein erfrischend anderes Chorkonzert erlebten die Zuhörer beim Sommerkonzert des Jungen Chores „Get up“ aus Zaberfeld am Samstagabend. Doch es war nicht das Konzert eines einzigen Chores. „Get up“ verstand sich als ein Chor unter vielen sowie als Gastgeber und Organisator der großen Veranstaltung. Denn Dirigentin Ursula Bopp brachte zum Sommerkonzert fast alle ihre Chöre zum gemeinsamen Auftritt mit. „Das war mal so eine spontane Idee, weil meine Sängerinnen und Sänger sich ja nicht untereinander kennen“, erzählte sie. So präsentierten acht Chöre aus Weinsberg, Leingarten, Kirchhausen, Leonbronn, Obersulm und Zaberfeld ihr sehr unterschiedliches Repertoire. Von sakralen Werken über Pop bis zu klassischer Chorliteratur war alles dabei. Begleitet wurden sie von Ella Seiler am E-Piano, Marcel Piontek an der Gitarre und Herbert Nödl am Schlagzeug. Für Ursula Bopp war der Abend ein Kraftakt, der zeigte, wie vielseitig sie als Musikerin ist und wie viele Menschen in der Region jede Woche mit Begeisterung in ihre  Chorproben kommen.

Mit dem feierlichen Psalm „Non nobis Domine“ eröffnete der Frauenchor Zaberfeld zusammen mit dem ev. Kirchenchor Leonbronn den Abend in der sommerlich dekorierten Gemeindehalle. Später gesellte sich noch der Frauenchor Urbanus Weinsberg zum Kanon „Himmel und Erde“ und dem heiteren Stück „Ein Likörchen für das Frauenchörchen“ hinzu. Ein so großer Frauenchor mit diesem beachtlichen Klangvolumen war ein seltener Anblick. Der Kirchenchor Leingarten brachte das anspruchsvolle dreiteilige Werk „Missa lumen“ von dem zeitgenössischen Komponisten Lorenz Maierhofer aus Graz zu Gehör. Beliebte Stücke für reine Männerstimmen zeigten die Herren von Urbanus Weinsberg. Der Gegensatz zu Frauenchorwerken, Sakralem und dem frechen Pop der Get-up-Sänger, etwa in „Alles nur geklaut“, hätte kaum größer sein können. Umso mehr gingen „Bajazzo“ oder „Lieber Wein statt Wasser“ ins Ohr. Auch die „Italienreise“ des gemischten Urbanus-Chores widmete sich eingängigen Walzer- oder Tangorhythmen. Als Gast im eigenen Hause stand auch der Stammchor der Gastgebergemeinde „Eintracht Zaberfeld“ unter ihrem Dirigenten Dieter Nicolai mit einem musikalischen Gruß auf der Bühne.

Und obwohl das Publikum aufgrund der Vielzahl der Akteure zu einem großen Teil aus Chorsängern bestand, war von Routine nichts zu spüren. Im Gegenteil. Ursula Bopp dirigierte – einen ihrer Chöre im Rücken – das gesamte Publikum von der Bühne aus bei gemeinsamen Liedern, wie dem irischen Segenswunsch oder „Singen macht Spaß“. Ein tolles Gemeinschaftserlebnis war auch der sechsstimmige Kanon „Singing all together“, den sie spontan mit den Zuhörern einstudierte.

Bildtext: Vielseitig und sympathisch präsentierte sich Ursula Bopp mit ihren Chören beim diesjährigen Sommerfest in der Zaberfelder Gemeindehalle.  Bericht und  Foto: Kerstin Besemer

Wolfgang Layer, 29. Aug 2012, Chorgattung, Frauenchöre, Gaue und Verbände, gemischte Chöre, Zabergäu-Sängerbund, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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