Aktuelles Editorial SINGEN, Ausgabe 08/09-2012

Liebe Sängerinnen und Sänger,

hoffentlich haben Sie eine erholsame Urlaubszeit hinter sich. Jedenfalls wünsche ich allen Fortgewesenen und allen Daheimgebliebenen nach den Sommerferien einen guten Anfang mit neuen Kräften.

Ferienende heißt Schulanfang. Deswegen möchte ich Ihnen ein Schulthema nahe bringen, die Ganztagsschule. Die Konzeption der Landesregierung lässt noch auf sich warten. Wir kennen sie also nicht, zumindest nicht in ihrer endgültigen Gestalt. Die Geplänkel im Vorfeld zwischen Land und Kommunen als Schulträger, wer was bezahlen solle und müsse, lassen ahnen, wie schwer eine gute Lösung zu finden sein wird. Ob wir zur Ausformung der Ganztagsschulkonzeption vorher und rechtzeitig angehört werden, weiß ich nicht. Deshalb will ich unsere Vorstellungen kurz zusammenfassen:

–     Ganztagsschulen dürfen nicht in dem Sinne flächendeckend eingeführt werden,
dass es neben ihnen keine Alternativen für die Eltern gibt, die für ihre (!) Kinder ein anderes Bildungs- und Erziehungsprogramm vor allem im musischen Bereich vorsehen, als es Ganztagsschulen anbieten. Üb- und Gemeinschaftszeiten müssen weiterhin möglich sein.

–    Ganztagsschulen müssen ein qualifiziertes musisches Bildungsprogramm anbieten. Das ist gewiss teuer, aber das ist die Schule der nachwachsenden Generation schuldig. Ein Blick in die Privatschulen oder in amerikanisch-britische Colleges zeigt, dass ein Ganztagsbetrieb nicht zum Null-Tarif zu haben ist.

–    Ganztagsschulen dürfen vor lauter Schule die Chance für Vereinsnachwuchs nicht verbauen. Soziale Netzwerke entstehen nur, wenn man ihnen den Nachwuchs sichert.

–    Wir Chöre vor Ort müssen eine realistische Chance haben, in der Ganztagsschule     präsent zu sein, um unser Angebot für ein lebenslanges Vereinsleben auszubreiten.

Ob diese Forderungen erfüllt werden, weiß ich nicht. Daher mein Appell an Sie: Seien Sie wachsam, wie die Ganztagsschulbedingungen bei Ihnen vor Ort umgesetzt werden. Es geht um Ihre (!) Kinder. Lassen Sie nicht zu, dass Kinder und Jugendliche, welche die Chance haben, in Chören etwas für ihr Leben zu lernen und in Vereinen an einem sozialen Netzwerk zu knüpfen, von einer drögen Betreuung auf dem Schulgelände davon abgehalten werden.

Ihr
Eckhart Seifert

Wolfgang Layer, 1. Sep 2012, Editorial, Gaue und Verbände, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

© 2018- Singen-und-Stimme - Weblog des Schäbischen Chorverbandes, Fritz-Walter-Weg 19 70372 Stuttgart, Tel: 07 11 / 46 36 81Die Seite für alle Sänger und Sängerinnen - Chöre, Chorvereine, Chorverbände - Kontakt - Impressum - Datenschutz buetefisch marketing & kommunikation & agentur einfachpersönlich