Justinus Kerner und Ludwig Uhland – Zwei schwäbische Brüder im Geiste

Ein literarischer Liederabend zum 150. Todestag der beiden Dichterfreunde

Sängerheim des Liederkranzes Dettingen/Erms,
Sonntag, den 2.12.2012, 18.00 Uhr

Liederabende, die einem musikalischen Jahresregenten gewidmet sind, gehören zum ehernen Regelwerk des Konzertlebens, man denke nur an die jüngst vergangenen Jahre im Zeichen von Hugo Wolf, Robert Schumann und Gustav Mahler zurück. Bei den Textdichtern fällt da die Ernte schon dürftiger aus, obgleich die literarische Vorlage über die Rolle der musikalischen Inspiration hinaus auch eigene poetische Qualitäten aufweist. Immerhin haben Komponisten wie Robert Schumann und Hugo Wolf nicht bloß einzelne Gedichte vertont, sondern häufig ganze lyrische Textgruppen zyklisch komponiert oder zu Liederkreisen zusammengestellt: Goethe, Mörike, Eichendorff, Heine und Chamisso sind nur die markantesten Beispiele solcher Verfahren.

Die Poetae minores haben es da bisweilen schwerer: zu ihren Lebzeiten anerkannt und viel (re)zitiert, sind ihre Gedichte in unseren Tagen oft nur noch in der Gestalt beliebter Kunstlieder gegenwärtig. Ein prominentes Beispiel ist Wilhelm Müller, der Textdichter der beiden großen Schubertzyklen. Ludwig Rellstab (Teile des „Schwanengesangs“), August von Platen (wichtige Brahmslieder) zählen zur gleichen Kategorie.

Zwei einst gefeierte Lyriker, die auch als Forscher Bedeutendes geleistet haben, sind Justinus Kerner und Ludwig Uhland, deren Todesdatum sich heuer zum 150. Mal jährt.

Sie gemeinsam zu betrachten hängt nicht bloß an der Willkür von Jahreszahlen. Sie sind auch fast gleich alt geworden (Kerner wurde 1786 nur um ein Jahr früher als Uhland geboren), gehören beide dem schwäbischen Dichterkreis an und waren fast lebenslang – bis auf eine Phase politisch motivierter Entfremdung – gleichgestimmte, herzliche Freunde. Dass ihr dichterisches Schaffen in der Lyrik kulminierte, in der sie alle Spielarten vom Stimmungsgedicht bis zur Ballade erprobten, machte sie für Musiker mehrerer Generationen und unterschiedlicher Kompositionsstile attraktiv.

Dieser literarische Liederabend zieht musikalisch einen weiten Kreis, in dessen Umfang Romantik und klassische Moderne, bekannte Namen und – beinahe – vergessene Komponisten ihren Platz haben.

Innerhalb jeweils einer Uhlandgruppe finden wir Johannes Brahms, Carl Loewe, Edvard Grieg und Franz Liszt bzw. Felix Mendelssohn, Fanny Hensel, Anton Rubinstein, Peter Cornelius und Hans Pfitzner. Bei den Vertonungen Kernerscher Lyrik steht Robert Schumann mit seinem Liederkreis op. 35 im Mittelpunkt. Gerhard Polacek, bekannter Schauspieler und Sprecher, begleitet den Abend mit immer wieder eingestreuten Anekdoten und biographischen Schlaglichtern und lässt auch manchem nicht vertonten poetischen Juwel seinen Raum. Veranstalter ist der Förderverein des Liederkranzes Dettingen/Erms.

Mitwirkende:
Reiner Hiby, Bariton
Martin Kalmbach, Klavier
Gerhard Polacek, Sprecher

Kartenhotline: 0171/4776699

Johannes Pfeffer, 26. Nov 2012, Chorverband Ludwig Uhland, gemischte Chöre, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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