Lesermeinung zu Ausrichtung der Neuen Chorzeit

In einem Leserbrief an die Neue Chorzeit, Zeitung des Deutschen Chorverbandes, kritisiert Der 2. Vorsitzende der Chorgemeinschaft „Vorwärts“ Steinau e.V. die elitäre Ausrichtung der Zeitung. Er stellt dar, dass die Präsentation von „high level Chormusik“ nicht der Realität in den „gewöhnlichen“  Chören des Deutschen Chorverbandes entspricht.

Wolfgang Layer, Redakteur der Zeitung SINGEN,  hat seinerseits mit einem Leserbrief reagiert, den wir hier im originalen Wortlaut veröffentlichen.

Wenn der Pyramide die Basis fehlt

Schade, dass Stefan Wagner in seinem Leserbrief „Zu elitär für eine Verbandszeitschrift“ im dritten Absatz die „Sau rausgelassen“ und sich im Wagnerjahr 2013 mit der Frage „Welcher normale DCV-Mitgliedschor singt schon Werke von Richard Wagner“ ins Abseits katapultiert hat. Dennoch liegt mir an einer sachlichen und hoffentlich hilfreichen Antwort.

Stellen Sie sich vor, der DCV wäre das, was viele seiner Mitgliedsvereine, ihre Sängerkreise und Landesverbände aus ihm machen. Hand aufs Herz, das ist nicht immer der Rede wert, weil an der Basis der Landesverbände unterschiedlich gut und erfolgreich gearbeitet wird. Umso respektabler das Ergebnis, das die Geschäftsführung dieses DCV vorweisen kann: Begeisternde Chorfeste, die erfolgreiche Messe chor.com, die SINGEN.Bündnisse, das neue Carusos-Konzept usw. Fazit: Die Spitze der Pyramide stimmt. Sie präsentiert sich als Spitze, auch qualitativ.

Die von Stefan Wagner angesprochenen Defizite sind eindeutig der Basis und dem Mittelbau der Pyramide DCV zuzuordnen. Wenn ein hilfesuchender Verein von seinem Sängerkreis oder Landesverband keine tatkräftige Hilfe erhält, wenn er nicht regelmäßig über sinnvolle Nachwuchswerbung, Qualitätsmanagement, Chorpraxis und Vereinsführung informiert wird, dann liegt das nicht an der „Neuen Chorzeit“, sondern an den personellen, redaktionellen und informativen Defiziten der genannten unteren und mittleren Ebene.

Lieber Sängerfreund Wagner, stellen Sie sich vor, unsere DCV-Zeitschrift würde sich den jahrzehntelang gesungenen Jammerkanon „Wir werden immer weniger, bald sind wir nicht mehr da“ (den gibt´s wirklich) auf ihre Fahne schreiben. Für wen wären wir dann noch attraktiv? Für neue Mitglieder? Für die Politik? Für Sponsoren in der Wirtschaft?

Für keinen von allen! Nur der Erfolg zählt, und Qualität. In diesem Sinne „Vorwärts“ Steinau!

Johannes Pfeffer, 5. Mrz 2013, Aus der Geschäftsstelle, Chöre 50+, Jugendchöre, Nachwuchsarbeit / Werbung, Vereinsführung, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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