Wenn das SCV-Präsidium Kaffee und Kuchen ausgibt – 10 Jahre OCV-Männerchor

SINGEN-Redakteur und Verleger Wolfgang Layer schildert seine Eindrücke von dieser Veranstaltung!

In Oberschwaben ist alles Barock: Lebensgefühl und Feierlaune, sogar die Männerchöre mit Dimensionen, wie man sie vom Hörensagen aus dem 19. Jahrhundert her kennt, von den Wassermassen ganz zu schweigen, welche die himmlischen Wolken vorrätig haben.

Ein Chorjubiläum feiern, richtig feiern, vor dieser Herausforderung steht im Schwäbischen Chorverband jedes Jahr eine dreistellige Zahl von Chören.

Was der OCV-Männerchor freilich schaffte, ist bisher keinem anderen Chor gelungen. An der Kaffee- und Kuchenausgabe, am Getränkestand, an der Spüle, ja sogar am Grill im Freien unterm Regenschirm (ehemals Sonnenschirm) standen Mitglieder des SCV-Präsidiums und der Geschäftsstelle.

 

 

 

 

 

 

 

Denn der Jubilar hatte den 1. Preis beim „Silchersocken“-Wettbewerb 2011/2012 gewonnen. Dieser Preis garantierte die tatkräftige Hilfe des SCV-Präsidiums bei der Ausrichtung seiner nächsten großen Veranstaltung. Glücklicher Gewinner war der Männerchor des Oberschwäbischen Chorverbands, kurz OCV-Männerchor mit seiner Leiterin Anne-Regina Sieber.

Am 29. Juni also wurde gefeiert, nicht irgendwo, sondern im Haus Gessenried, das zum Bauernhaus-Museum in Wolfegg gehört. Ein idealer Ort, wie sich herausstellte, sowohl für den Chor als auch für die große Zahl an Zuhörern. Wie gesagt, die Oberschwaben verstehen sich auf Feste. Eine Drehorgel lieferte die gemütliche Atmosphäre, die knapp 600 Jahre alte Zehntscheuer aus Gessenried, ältestes Gebäude im Museum, trug das Ihre dazu bei. Und wie es sich für einen „Topact“ gehört, hatte dieser auch ein Vorprogramm in Gestalt von Barny Bitterwolf. Er ist Dozent an der Bauernschule Bad Waldsee, Historiker, der sich seit Jahren mit der Geschichte und Tradition seiner oberschwäbischen Heimat befasst, Kabarettist, Eventmanager und Musiker. Und er versteht es ganz herrlich, Menschen unterschiedlichster Herkunft fürs Singen zu begeistern, mit ihnen sogar 16 Strophen eines Liedes zu singen, ohne dass der Spaß dabei nachlassen würde.

Bernhard Bitterwolf machte die Scheuer richtig heiß auf das bevorstehende Konzert, als er die beiden Präsidenten auf die Bühne bat – Dr. Eckhart Seifert für den SCV und Achim Schwoerer für den OCV. Das Spiel war einfach. Die Zuschauer bekamen den Titel eines Liedes gezeigt, das sie singen sollten, und die beiden Präsidenten mussten raten. Die Entscheidung fiel im „Elfmeterschießen“ bei der Zusatzfrage: Welche Nummer hat das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ im katholischen Gesangbuch „Gotteslob“? (Im Evangelischen Gesangbuch ist es übrigens die Nr. 331, aber das hätte in Oberschwaben wahrscheinlich keiner erraten;-) „Nr. 257“ kam es – wie aus der Pistole geschossen – vom SCV-Präsidenten. Die Zehntscheuer tobte und der SCV-Präsident hatte etwas gewonnen. Was? Das ging im Jubel unter.

Dann war´s so weit: Der OCV-Männerchor betrat die Bühne, die er selbst zuvor aufgebaut hatte. Verbandschorleiterin Anne-Regina Sieber hatte sich für ein buntes Programm entschieden, ein Programm, das unterhalten, aber auch die Qualitäten ihres Männerchores zeigen sollte.

Ein Männerchor, zusammengesetzt aus Mitgliedern unterschiedlicher Männerchöre in Oberschwaben, der seit 10 Jahren regelmäßig probt, konzertiert, reist. Ein ausgezeichneter Männerchor, der quantitativ und qualitativ seinesgleichen sucht im Schwäbischen Chorverband. A und O seiner Qualität ist die Stimmbildung, die der Chor bei seiner Leiterin genießt. Keine Nachlässigkeit geht durch, auch nicht beim Einsingen.

Soeben noch schwärmen die Männer auf Louis Armstrongs Spuren „What a wonderful world“, um im Anschluss daran ihren Zuhörern mit dem Chor der Priester aus Mozarts „Zauberflöte“ mit einem Traumpiano Gänsehaut über den Rücken laufen zu lassen, am Klavier übrigens ebenfalls von zwei Präsidiumsmitgliedern begleitet.

 

Wie gesagt, das Programm war bunt, von Silcher über Lehár bis zur „großen Mausefalle“ in Paris. Je fröhlicher die Lieder wurden, desto mehr spürte man, wie sehr die Chemie in diesem Chor stimmt, wofür es ebenso wie im musikalischen Bereich eine Person gibt, die Eugen Kienzler heißt. Und wenn dann noch stimmgewaltig der Verbandspräsident Achim Schwoerer mit dabei ist, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Kurzweiligere Konzerte gibt es selten, aber alles „unter Kontrolle“ – auch der kollektive Rausch beim Weinlied und das gefährlich wirkende Torkeln der Sänger. Der große und anhaltende Beifall wurde mit den besten und schönsten Torten vom Kuchenbuffet versüßt. Denn die Frauen derer, die da auf der Bühne standen, backen mindestens ebenso gut wie ihre Männer singen!

Wolfgang Layer

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