Aktuelles Editorial SINGEN, Ausgabe 1-2014

Liebe Sängerinnen und Sänger, liebe Chorleiterinnen und Chorleiter, liebe Ehrenamtliche,

haben bei Ihnen an Silvester die Sektkorken geknallt? Nehmen Sie das „Pflopp“ als Zeichen des überschäumenden Aufbruchs in ein glückliches, erfolgreiches, gesundes Neues Jahr 2014! Ich wünsche Ihnen eine zuversichtliche Aufbruchstimmung, die Entwicklungen stets als Chancen sieht und nicht als Probleme.

Beim Schwäbischen Chorverband hat es auch geknallt, und zwar Anfang November 2013. Da flatterte uns der Bewilligungsbescheid des Landes Baden-Württemberg ins Haus mit einer Fördersumme, die unter der des Jahres 2011 1iegt. Wir hatten ja damit gerechnet, weil es uns angekündigt war, dass die Erhöhung der Förderung im Jahr 2012 gegenüber 2011 um 20.000 € als Einjahresfliege wieder zurückgenommen würde. Es kam aber eine zusätzliche Absenkung um 35.000 € hinzu. Wenn man so etwas erst im November erfährt, kann man nicht mehr durch Einsparungen gegensteuern, da rauscht man ins Defizit. Das ist ärgerlich. Noch ärgerlicher ist aber, dass der Rückgang der Förderung nicht nur auf einer Sparmaßnahme des Landes beruht. Dass in der Amateurmusikförderung insgesamt 100.000 € aufgrund einer Vorgabe des Finanzministeriums einzusparen seien, hätte man uns ja rechtzeitig sagen können. Anteilmäßig hätte dieser Einsparbetrag den Schwäbischen Chorverband aber „nur“ mit 22.000 € getroffen. Hieraus ergibt sich der glasklare Schluss, dass das Wissenschaftsministerium Prioritäten zu Lasten der Laienmusikverbände setzt. Es hat offenbar anderes im Sinn, als uns und mit uns die ehrenamtliche Tradition des Vereinswesens zu stärken. Ganz abgesehen von der Frage, ob die 100.000 € als so genannte globale Minderausgabe im Milliardenetat des Ministeriums nicht auch anderswo unterzubringen gewesen wären. Die Minderförderung der Laienmusik 2013 gegenüber 2012 für alle Verbände betrug insgesamt 190.000 €.

Für uns heißt dies, wir, und dazu alle Verbände der Laienmusik, müssen weiter um unsere Reputation kämpfen. Wenn Sie Kontakt mit örtlichen Abgeordneten, insbesondere der Regierungsparteien haben, ruhen Sie nicht und prangern Sie diese Kürzungen 2013 unter das Niveau von 2011 an. Bei der Behandlung der Großen Anfrage der CDU und FDP zur Lage der Laienmusik in Baden-Württemberg hat der Abgeordnete, Präsident des Blasmusikverbands Baden-Württemberg und ehemalige Staatssekretär Rudolf Köberle zusammengefasst, dass die Einigkeit des Landtags in der positiven Bewertung auch positive Folgen für die Laienmusikverbände haben müsse. Das Wissenschaftsministerium hat jetzt eine negative Antwort gegeben.

Weil die Prognose für 2014 nicht besser erscheint, hat sich das Präsidium zu einer ersten Sparmaßnahme entschließen müssen: internationale Kontakte können mangels Landesmitteln nicht mehr bezuschusst werden.

2014 wird sicherlich ein Jahr der Herausforderungen. Nehmen wir sie an und lassen uns vom Gesang der Chöre beflügeln!

Etwas werden Sie übrigens in dieser Ausgabe vermissen: den Roman. Ich danke recht herzlich Sabine und Wolfgang Layer, dass sie uns im letzten Jahr Ausgabe für Ausgabe einen spannenden Impuls gegeben haben. Vielleicht reift wieder einmal eine Serie?

Ihr
Eckhart Seifert

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Wolfgang Layer, 31. Dez 2013, Editorial, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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