Aktuelles Editorial SINGEN, Ausgabe 3-2014

Liebe Sängerinnen und Sänger, liebe Vereinsvorstände,

es kommt nicht häufig vor, aber es kommt doch so oft vor, dass sich das Präsidium damit beschäftigt hat: Vereine melden sich „ruhend“.

Was dies bedeutet ist einigermaßen unklar, die Fallgestaltungen sind vielschichtig. Echte, im Wortsinne „ruhende“ Vereine darf es eigentlich nicht geben. Denn diese verfolgen ihre eigenen Vereinsziele, die Förderung und Ausübung des Chorgesangs, nicht mehr. Wenn die Behörden davon Wind bekämen, müssten die Registergerichte den Verein löschen, die Finanzämter müssten unverzüglich die Gemeinnützigkeit aberkennen.

Deshalb interpretiert das Präsidium eine „Ruhensmeldung“ dahingehend, dass der Verein nur seine Mitgliedschaft im Schwäbischen Chorverband „ruhen“ lassen möchte, also weder den Verein abwickelt noch aus dem Verband austritt. Mit der Ruhensmeldung bezweckt der Verein in aller Regel, dass er keine Beiträge mehr bezahlen und die Verbandszeitschrift SINGEN nicht mehr kostenpflichtig beziehen muss. Dieser Vorgang ist nicht nur für die Solidargemeinschaft aller Vereine ein Ärgernis, sondern auch für den Verein selbst eine Gefahr. Letztlich setzt sich der Vorstand eines „ruhenden“ Vereins massiven Haftungsfragen aus.

Denn mit der ruhenden Mitgliedschaft geht die GEMA-Pauschalregelung des Schwäbischen Chorverbands verloren. Der Verein haftet direkt. Eine verdoppelte Strafzahlung für ein nicht gemeldetes Konzert mag ein Verein verkraften. Es geht aber auch der Haftpflichtversicherungsschutz über den Schwäbischen Chorverband verloren. Und einen Haftpflichtfall zahlt man nicht aus der Portokasse.

Wenn hinzukommt, dass ein „ruhender“ Verein keine ordentlichen Jahresversammlungen mit Entlastungen mehr durchführt, wird das Haftungsrisiko für den Vereinsvorstand unüberschaubar.

Und was soll eigentlich der Schwäbische Chorverband mit „ruhenden“ Vereinen? Sie haben die Verbindung zum Verband durch einseitige Erklärung gekappt. So geht das nicht. Deshalb will das Präsidium dem Chorverbandstag am 18. Mai 2014 in Ulm vorschlagen, solche einseitigen Erklärungen nicht mehr zu akzeptieren und sie zu erschweren, indem ein Mindestsockelbeitrag weiter gefordert wird.

Ein „ruhender“ Verein ist also keine Lösung. Ich glaube, der folgende Rat ist gut: Lassen Sie die Finger von „ruhenden“ Scheinlösungen. Erfinden Sie lieber Ihren Verein neu, gründen Sie einen Kinder- und Jugendchor, bezuschussen Sie dessen Dirigentin, anstatt sich zur Ruhe legen. Nur unsere Jugend hat Zukunft!

Ihr
Eckhart Seifert

Wolfgang Layer, 28. Feb 2014, Editorial, Singen und Stimme, Themen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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