Chöre in Hohenlohe – Singen macht Spaß, Singen tut gut!

Bericht von der Arbeitstagung des Chorverbandes Hohenlohe in Niederstetten auch mit kritischer Note an die Landesregierung

Zu Gast im Niederstettener KULT war am 1.3.2014 der Chorverband Hohenloher Gau mit Delegierten aus den rund 80 Mitgliedsvereinen im Verbandsgebiet zwischen Stimpfach (Südbereich) und Edelfingen (Nordbereich), also aus den Altlandkreisen Crailsheim und Bad Mergentheim. Im 2-Jahresrhythmus finden die Arbeitstagungen mit Sachthemen, Fragen zur Aktualität und Zukunft mit Vertretern aus Vorstand und Beirat des Verbandes und Vertretern der Hohenloher Gesangvereine statt.

In Niederstetten konnte Verbandsvorsitzender G. Hauf als Sachkenner der übergeordneten Chorverbände (Schwäbischer u. Deutscher Chorverband), den Präsidenten des Schwäbischen Chorverbandes Stuttgart, Herrn Dr. Eckhart Seifert zu einem Impulsreferat begrüßen. Gastgeber war der örtliche Liederkranz Niederstetten mit einem Helferteam und seiner Vorsitzenden Birgit Bauer-Rathgeber.

Die Stimmung im Schwäbischen Chorverband ist gut. Wenn man auf die Mitgliederentwicklung der letzten Jahre blickt, so lässt sich feststellen, dass es heute im Verband gut 100 Chöre mehr gibt als beispielsweise vor 50 Jahren. Natürlich gibt es jährlich bis zu 15 Chöre, die ihre Chorarbeit einstellen. Demgegenüber stehen in gleicher Anzahl neue Chöre, die mit anderer Ausrichtung sich in die große Chorgemeinschaft des Schwäbischen Verbandes einbinden. Chöre werden, gemessen an der Zahl ihrer aktiven Mitglieder, kleiner. Dies schmälert jedoch nicht die chorische Vielfalt und das Bestreben, gemeinsam zu singen, was gefällt. Dr. Seifert bot Gedankengänge an, die helfen sollen, positiv in die Zukunft zu schauen.

Überall wo eine Wille zum Weitermachen in den Chören spürbar, wo Leben ist, da finden sich auch Wege. Aufgeschlossen gegenüber Neuem sein, auch für all das, was die Jugend möchte, was ihr Ding ist und was sie braucht. Noch stärker als bisher auf Kooperationen, z.B. mit Kinder- und Jugendchören, oder zwischen Schule und Verein setzen. All dies braucht auch finanzielle Investitionen und die Bereitschaft dazu. Besondere Events der Chormusik, wie Musicals oder ähnliche Veranstaltungen können neue Freunde für die Chormusik erschließen. Chorische Arbeit braucht viel Kreativität, braucht Mut, braucht auch Fachlichkeit und Qualität, braucht gute Gemeinschaft und immer die Überzeugung, dass mit Gesang das Leben schöner und anspruchsvoller, ja sogar erfüllter gestaltet werden kann.

Wie der eingangs gesungene Kanon unter Leitung von Verbandschormeister Hermann-Josef Beyer es ausdrückt: „ Singen macht Spaß, Singen tut gut. Singen macht munter und Singen macht Mut. Singen macht froh und Singen hat Charme, die Töne nehmen uns in den Arm… „ Vereine die neue Wege suchen ermuntert Präsident Dr. Seifert dazu, mit externer Unterstützung, mit neu verfügbaren Vereinscoaches sich Hilfestellung zu organisieren. Ruhen führt fast immer unweigerlich zum „Aus“.

Was müssen das für tolle Vereine sein, wenn sich Mitglieder aktiv über lange Strecken von zehn bis 65 Jahren (!) in einem Gesangverein mit ihrer Stimme einbringen. Solches funktioniert nur, wenn eine hohe Übereinstimmung zwischen Erwartung und der eigenen Bereitschaft sich einzubringen gegeben ist.

Unzählig viele Beispiele beweisen eindrücklich: „ In meinem Gesangverein fühl ich mich (sau)-wohl.“ Niemand braucht bange um die Zukunft des Singens in den Chören sein. Was gesungen wird, das unterliegt Veränderungen. Dass gesungen wird, bleibt ein stabiler Faktor, denn Singen ist menschlich!

Die Delegierten und der Vorstand des regionalen Hohenloher Chorverbandes dankten Dr. Seifert herzlich für seine Impulse. Ein Teilnehmer brachte es auf den Punkt: „Das hat sich heute wirklich rentiert, dass ich da war.“

Mit einem eher trockenen, nichtsdestotrotz aber auch existenziell wichtigen Thema, der Vereinsverwaltung, beschäftigten sich die Teilnehmer dann ausführlich. Auch an den Vereinen geht die moderne, PC-basierte Vereinsarbeit, nicht vorbei. Sauber geführte Datenbestände sind immer bedeutungsvoller. Hierzu gab es reichlich Fachhinweise von einer Softwarefirma und vom Verbandsbeauftragten für EDV, Michael Pratz.

Mit großer Mehrheit stimmten die Delegierten hinsichtlich Präsentation und Außenwirkung der Hohenloher Chöre für die weitere Durchführung der Chorfestreihe „Singendes Hohenlohe“, die immer bei ungerader Jahreszahl im Zweijahresrhythmus veranstaltet wird. Nach Veranstaltungen in Bad Mergentheim und Langenburg (2013) folgt im Jahr 2015 das große Chorfest wieder in einer Gemeinde der Region.

Die Präsentation der „Jungen Chorwelt“, die 2013 in Markelsheim Premiere hatte, wird fortgeführt noch in diesem Jahr im Oktober in Crailsheim und dann weiterhin alle zwei Jahre. Interessierte Städte und Gemeinden können gerne mit dem Gauvorstand diesbezüglich Kontakt aufnehmen und sichbewerben.

Der Chorverband und seine Vereine werden investieren in eine Fortbildungsreihe für Erzieherinnen und Erzieher in den Kindergärten der Region. Noch in diesem Jahr folgen hierzu die entsprechenden Ausschreibungen an die Kindergartenträger und die Einrichtungen direkt. Es geht darum, mit Kindern in den KiTas zu singen. Die Betreuerinnen und Betreuer werden diesbezüglich fachlich unterstützt. Um diesen Bildungsprozess zu erleichtern, ist vom Musikausschuss eine Schulungsreihe angedacht und in Planung.

Verbandschormeister Hermann-Josef Beyer berichtete über die Arbeit des Musikausschusses und erläuterte die Arbeitsschwerpunkte für das kommende Jahr. Aber auch die Chöre selbst sollen fit bleiben. Der Verband erwägt hierzu die Neuauflage eines Orientierungssingens mit Beratungsangeboten für die Chöre.

Angefügt werden muss noch der Protest an die Landesregierung und generell an die politisch Verantwortlichen im Land: Es kann und darf nicht sein, dass den Vereinen durch Kürzungen in der Förderpraxis wichtige Grundlagen für all das ehrenamtliche Engagement wertvoller, kultureller Arbeit entzogen wird! Hier muss ein Umdenken folgen!!! Andere aktuelle Themen beschäftigten die Delegierten noch bevor die gut besuchte Versammlung mit dem gemeinsamen Abschlusschorsatz „Klinge Lied, lange nach“ harmonisch ausklang.

Der Präsident des Schwäbischen Chorverbands, Dr. E. Seifert und Verbandschormeister H.J. Beyer (rechts) in Diskussion und Austausch mit Delegierten und Mitgliedern des Hohenloher Chorverbands.

Walter Scheiner, 7. Mrz 2014, Chorverband Hohenlohe, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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