Jubiläumskonzert des LK Seissen

IMG_7438Imke Niebel ist ein Glücksfall für Seißen und seinen Chor. Die 42-jährige Dirigentin war vor zehn Jahren in die Bresche gesprungen, absolvierte einen Chorleiterlehrgang und erfand den Chorgesang in Seißen quasi neu. Die energiegeladene Chorleiterin sprüht auch noch nach zehn Jahren nur so vor Ideen. Davon konnte sich das Publikum in der voll besetzen Kirche überzeugen. In den dargebotenen Liedern, Songs oder geistlichen Werken ließ man die vergangenen zehn Jahre Revue passieren.
Ob Konzert- oder Wettbewerbsbeiträge, Prüfungs- oder Lieblingslieder, alles ist mit Erinnerungen verbunden, die Imke Niebel mit dem Chor und den Zuhörern teilte. Die aus Norddeutschland stammende Ärztin, nebenbei auch noch Ehefrau und dreifache Mutter, plauderte amüsant aus dem Nähkästchen und gestand dem Chor: „Seißen ist meine Wahlheimat und ihr seid meine Familie.“
Die Liebe beruht auf Gegenseitigkeit. Mit Überraschungsliedern, einem netten Gedicht und Geschenken, brachten das die Chormitglieder überzeugend zum Ausdruck. „Du bist das Herz unseres Chores“, sagte etwa die ehemalige Vorsitzende Maria Mayer.
Wie immer bei den Seißener Sängern saß das Programm bestens. Ob nun schwungvoll und mit Pfiff „Guten Abend liebe Gäste“ angestimmt wurde – mit Stimm-Percussion oder Einwürfen einzelner Stimmgruppen. Oder ob mit feiner Klangkultur romantisch sehnsuchtsvoll „Wie schön blüht uns der Maien“ intoniert wurde – alles überzeugte. „s´Herz“, ein bewegender schwäbischer Text verbunden mit der Melodie von Friedrich Silcher, berührte stark. Ebenso das schlichte wie schöne plattdeutsche „Dat Du min Leevsten büst“.
Den Chormitgliedern war die Lust und Freude am Singen anzuspüren. Sie gestalteten die Inhalte der Lieder mittels Tempo, Ausdruck, Dynamik oder Sprache sehr gut. Der Gesang geriet harmonisch, homogen und wohlklingend. Beim rhythmisch anspruchsvollen schwäbischen Quodlibet erklingen eine Hand voll Lieder hinter-, durch- und ineinander, so dass der verwunderte Zuhörer staunt, wie alles zu einem klangvollen Ganzen verwoben wird.
Den Seißener gelingt es vorbildlich. Das stellten sie auch bei „Old Mac Donalds Walk Around“ unter Beweis, bei dem x Tierstimmen mit- und durcheinander bellen, brüllen, pfeifen oder knurren. Was sich als Chaos mit System anhört, stellt in Wahrheit anspruchsvolle Chormusik dar.
Wunderschön und klangvoll wurde der „Papierflieger“ aus der Filmmusik von „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ aufgeführt. Hans-Christian Riegner begleitete den Chor gekonnt am Klavier.
Der Frauenchor, ein Ensemble aus den Reihen des Gemischten Chors, sang gefühlvoll und zugleich mitreißend die bekannten modernen Songs „Hallelujah“ von Leonard Cohen und „You raise me up“ von Brendan Graham/Rolf Lovland. Bei den geistlichen Werken „Exsultate, justi“ von Ludovico Grossi da Viadana oder „Jubilate deo“ von Lazlo Halmos kam der Lobpreischarakter der Psalmvertonungen gut zum Ausdruck.
Die Chöre boten mit 20 oft mehrversigen Liedern ein enormes Pensum, das sie bis zum Schluss beeindruckend meisterten. Ein von Hilde Kolb verfasstes Gedicht, brachte neben dem Dank an Imke Niebel auch die Hoffnung zum Ausdruck, sie möge doch weitere zehn Jahre als Dirigentin anhängen. Diesem Wunsch schlossen sich nicht nur der restliche Chor sondern auch die Zuhörer an. Viel Beifall und Zuspruch für ein überaus gelungenes Konzert.

Johannes Pfeffer, 22. Okt 2014, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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