Der Chor „ConTakt“ aus Unteropfingen mal „himmlisch , ironisch“

Mit „Himmlisch ironisch“ kündigte das Motto einen Konzertabend an, der die Besucher in der zweimal vollständig ausverkauften Festhalle in Kirchdorf mal besinnlich mit „Some nights“ zum Auftakt bis zum fulminanten „Hallelujah“ beeindruckte.

Erstaunen erzeugte jedoch der Blick in das Programmheft. Wie kann ein Chor im ersten Teil die ganze Erfolgsstory des so erfolgreich abgeschlossenen SWR4-Chorduells kredenzen, da man doch üblicherweise die Spannung bis in den Schlussteil erhalten sollte.

Das gelang diesem Ausnahmechor  bis zum Schlusstakt.  Mit einer souverän agierenden Chorleiterin Karin Schoch, die den Chor und die Instrumentalgruppe fast spielerisch leitete. Machbar ist dies auch nur mit einem Chor, bei dem die Chemie stimmt und der sich was zutraut.

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„Himmlisch ironisch“ der Chor „ConTakt“

Mit einer Mischung aus Filmmusik, Musical und Titeln wie „Engel“ von Rammstein aus dem Album Sehnsucht gelang Karin Schoch der Spagat zwischen „besinnlich“ und schon fast beatboxartiger Rockmusik.

Dass der Chor auch stimmlich gut besetzt ist, zeigte die Vielzahl der Solisten aus den eigenen Reihen.

Das Duett in „Heaven“ Birgit Weber/Dirk Lunkewitz beispielsweise sang das „Baby, du bist alles, was ich will“ so überzeugend, dass die Zuhörer am liebsten hier schon Zugabe skandiert hätten.

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Das Duett in „Heaven“ Birgit Weber/Dirk Lunkewitz

Den Abschluss des ersten Teils bildete der Song „Sway“ von Pablo Beltran Ruiz, der gleichzeitig der Siegertitel aus dem SWR4-Vorentscheid war.

Der zweite Teil widmete sich dem Genre „Musical“.

Hauptfigur in diesem höchst amüsanten Musical „Spamalot“ ist König Artus. Der erste Ritter, den er in sein Gefolge aufnimmt, ist Sir Bedevere, der dem König am nächsten steht. Die Ritter teilen sich bei der Suche nach dem Heiligen Gral auf und erleben einzeln ihre Abenteuer.

Es ist eine „auktoriale Erzählerstimme“  (Rainer Reisch) vorhanden, die das Geschehen kommentiert. Als reitender König ohne Pferd erlebt Artus bei der Rekrutierung seiner Ritter doch so manche Überraschung.

Garniert mit köstlichen Kuriositäten, teils sogar mit regionalem Bezug, bezauberten die Darsteller auch mit musikalischem Genuss.

Beginnend mit dem „Lied des König Artus“ über „Ich bin noch nicht tot“ (… Ich erhole mich gerade prächtig) hat die Chorleiterin eine Liedfolge zusammengestellt, die diesem Ensemble wie auf den Leib geschrieben war. Die verschiedenen Rollen waren mit Solisten aus den eigenen Reihen hervorragend besetzt.

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Uli Haar fordert: „Wann geht’s hier wieder mal um mich“

Ein Highlight war sicher das von Uli Haar gesungene „Wann geht’s hier wieder mal um mich“. Diese Frage brauchte sie sich nicht zu stellen, denn mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, ihrem schauspielerischen Talent und einer unnachahmlichen Mimik war dies sicher einer der Beiträge, die die anfangs zitierte Spannung bis in den Schlussteil steigerte.

Mit diesen Konzerten wagte sich der Chor „ConTakt“ an eine kunstvolle Art der Konzertgestaltung und gewann dadurch sicher ein Publikum, das sich auf die kommenden Auftritte bereits jetzt schon freut.

Klaus Haid, 11. Nov 2014, Chorgattung, gemischte Chöre, Junge Chöre, Oberschwäbischer Chorverband, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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