Rezension „Reine Männersache 3“

Reine Männersache 3“ 66 Stücke für Advent und Weihnachten

Herausgegeben von Jürgen Fassbender, Jan Schuhmacher und Jochen Stankewitz Edition Peters EP 11417

Reine Männersache 3Wer als Chorleiter mit dem ersten Band der Reihe schon gearbeitet hat und auch „ Reine Männersache Nr. 2 “ mit geistlichen Titeln kennt, greift interessiert nach dem jetzt erschienenen Band 3 mit geistlicher Musik für Advent und Weihnacht. Die Erwartungen werden nicht enttäuscht. Den Autoren ist wiederum ein breit angelegtes Männerchorbuch für Advent und Weihnacht gelungen.

Der graphisch und farblich schön gestaltete Einband lädt zum ersten Schmökern ein. 66 Stücke sind unterteilt in 6 Titel aus Renaissance und Barock, 7 Titel aus der Romantik, 23 populäre und fast durchweg leicht gesetzte Advents- und Weihnachtslieder, 20 internationale und teilweise auch schon eingebürgerte Titel, schließlich unter Nr.V „Neuere Sätze“ mit 15 Titeln von deutschen Gegenwartsautoren wie St. Kalmer. O. Gies, U. Henkhaus (leicht), aber auch von englischsprachigen, skandinavischen und baltischen Komponisten. Hier zeigt sich die große Kenntnis der Autoren von Gegenwartsliteratur und solcher nord-und osteuropäischer Herkunft.

Damit finden, wie schon im ersten Band traditionelle Chöre wie auch junge Ensembles genügend „Futter“, um nicht nur soziales Singen, sondern auch interessante Konzerte mit einem einzigen Buch zu gestalten. Der DIN A 4 Band ist übersichtlich gestaltet, der Noten- und Schriftsatz auch für ältere Sänger gut zu lesen und damit schon optisch einladend. Wer als Chor über den DSV bestellt, wird mit einem ermäßigten Preis von 11.-€ den Kaufpreis gegenüber mehreren Einzelexemplaren heraus haben.

Die meisten Sätze sind 4-stimmig geschrieben. Viele Sätze gehen im Tenor 1 zum g’ und darüber hinaus, was ev. älteren Chören Probleme bereiten könnte. Ein für manche Männerchöre ketzerischer Vorschlag: Vielleicht gibt es mehrere dem Chor nahe stehende Altistinnen, die den Mangel kompensieren. Manche Chorsätze laden dazu ein, Einzelstimmen mit Bläsern zu stabilisieren oder gar die Oberstimmen solistisch spielen zu lassen, eine Sache, die in der Vorbarockzeit üblich war und für die Weihnachtszeit für entsprechende Farbe sorgt.

Freude macht schon der erste Satz :“Machet die Tore weit“ (A. Hammerschmidt , Satz H. Schröder). Hier gäbe es bspw. die Möglichkeit eines Bläsereinsatzes. Der unbekannte Titel: „O regem coeli“ des litauischen Komponisten Jouozas Naujalis ( 1869-1934) mit 3 Stimmen ist ein wunderschöner Satz, eher für kleinere Chöre. Die lateinischen Texte finden sich als Übersetzung im Anhang. Auch von Karl Haus und dem jüngeren Wolfram Buchenberg finden sich leicht singbare Lieder wie „ Es ist für uns eine Zeit angekommen“. Das populäre „Il est né, le divin enfant“ im Satz von Kurt Suttner findet sich als Zweitexemplar in deutscher Übersetzung. Im Barbershopstil( O Tannenbaum und das unvermeidliche Jingle Bells) können sich experimentierfreudige Ensembles versuchen. So kann jeder Chorleiter mit Phantasie und Flexibilität für seinen Chor und dessen Präferenzen mit dem zu erwartenden Publikum Stücke finden. Ein empfehlenswertes Chorbuch für offene Chöre jeder Couleur!

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Johannes Pfeffer, 5. Dez 2014, Gelesen, gehört, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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