Einer der ältesten Vereine Hohenlohes

Der gastgebende Chor aus Blaufelden eröffnete das Jubiläumskonzert.

Der gastgebende Chor aus Blaufelden eröffnete das Jubiläumskonzert.

Mit einem Jubiläumskonzert feierte am Samstagabend der Liederkranz Blaufelden sein 175-jähriges Bestehen in der Mehrzweckhalle zusammen mit Chören aus der Nachbarschaft und zahlreichen Zuhörern.

Es sei ein ganz außergewöhnliches Jubiläum, hielt der Vorsitzende des Patenvereins Liederkranz Schrozberg, Werner Ruck, in seinen Grußworten fest: Der Liederkranz Blaufelden zeige mit seinem 175-jährigen Bestehen eine bemerkenswerte Beständigkeit über die Generationen hinweg.

Auch Dekan Siegfried Jahn von der evangelischen Kirche, der ebenso Grüße für die katholische Kirche von Pastoralreferent Felix Edelmann überbrachte, verwies auf die lange Existenz des Liederkranzes. Es sei dies das älteste Vereinsjubiläum in seiner Dienstzeit, an dem er mitfeiern dürfe. Besonders konnte er sich über die musikalische Ausgestaltung von Gottesdiensten durch den Liederkranz Blaufelden freuen. Jahn verortete den Liederkranz in seiner Gründungszeit noch vor der Revolution von 1848 und vor Karl Marx und Friedrich Engels.

Zuvor hatte Bürgermeisterin Petra Weber „als Neubürgerin“ ebenfalls einen Blick in die Geschichte gewagt: wie sich damals das Bürgertum seiner selbst bewusst und politisch wurde – und vielleicht hätten ja auch bei der Gründung des Liederkranzes Blaufelden 1840 politische Ideen eine Rolle gespielt. Lieder würden jedenfalls helfen, „unser Dasein im Spiegel der Geschichte zu begreifen“. Der Liederkranz bereichere heute eindeutig das Gemeindeleben in Blaufelden.

Alfred Schmidt, stellvertretender Vorsitzender des Chorverbandes „Hohenloher Gau“, verwies auch auf die historische Dimension: Der Verein sei einer der ältesten Liederkränze des Chorverbandes. Außerdem setzte er sich mit den Problemen traditioneller Gesangvereine heute auseinander. Mehr und mehr Projektchöre und auch sich anders als „Liederkranz“ oder „Sängerbund“ bezeichnende neue Chöre würden entstehen. Die traditionellen Chöre müssten auf diese zugehen.

Roland Sohns, erster Vorsitzender des Liederkranz Blaufelden, gab in seiner Begrüßung einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des Vereins und betonte, dass in der Gründungszeit Mut und fortschrittliches Denken dazugehört hätten, um im ländlichen Raum solch einen Chor zu gründen. Heute nehme die Vereinstätigkeit einen anderen Stellenwert ein als früher. Dennoch seien soziale Kontakte nach wie vor wichtig.

Und dass sich aus traditionellen Chören auch neue gründen, zeigte der musikalische Verlauf. So setzt sich etwa „TonArt“ unter Leitung von Bettina Kartak aus Sängerinnen und Sängern von Chören aus Billingsbach, Blaufelden und Wiesenbach zusammen. Sie sangen das Südstaatenlied „Aura Lee“ „Barbara Ann“ von den „Beach Boys“, betonten schön das jazzige Kolorit von „Have A Nice Day“ und gaben „Der Winter ist vergangen“ transparent und mit Hingabe wieder.

Nicht minder hingebungsvoll war zu Beginn des Jubiläumskonzertes der Männerchor des Liederkranzes Blaufelden mit „Musik erfüllt die Welt“ zu hören. Später intonierten sie ebenfalls unter der Leitung von Swetlana Granson zusammen mit dem Männerchor aus Wiesenbach etwa mit innigem Ausdruck „Die Rose“ oder Nico Dostals „Es wird in hundert Jahren wieder so ein Frühling sein“ und im zweiten Konzertteil Schlager wie Udo Jürgens‘ „Griechischer Wein“ und Reinhard Meys „Über den Wolken“.

„Aber bitte mit Sahne“ von Udo Jürgens hatte sich der Gemischte Chor Blaufelden zusammen mit der Chorgemeinschaft Billingsbach-Herrentierbach-Simprechtshausen angenommen. Außerdem sang dieser Chor empfunden John Rutters „Schau auf diese Welt“, gewitzt Milton Agers „Sing mit mir“ und stimmungsvoll „The Lion Sleeps Tonight“. Mit traditionellerer Chormusik grüßte der Liederkranz Schrozberg unter Leitung von Werner Ruck seinen Patenverein: mit Mozarts „Luci care, luci belle“ und Giovanni Gastoldis „An hellen Tagen“.

Ralf Snurawa

Walter Scheiner, 1. Mai 2015, Chorverband Hohenlohe, gemischte Chöre, Junge Chöre, Männerchöre, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

© 2018- Singen-und-Stimme - Weblog des Schäbischen Chorverbandes, Fritz-Walter-Weg 19 70372 Stuttgart, Tel: 07 11 / 46 36 81Die Seite für alle Sänger und Sängerinnen - Chöre, Chorvereine, Chorverbände - Kontakt - Impressum - Datenschutz buetefisch marketing & kommunikation & agentur einfachpersönlich