Open-Air-Chorserenade der Superlative im Schlosspark

chor 2 - IMG_5820Auftritt von über 500 Sängerinnen und Sänger – Grandioses Feuerwerk zum Abschluss begeistert

Achtzehn Chöre aus zehn Gemeinden bildeten bei der Chorserenade im Schlosspark zu Königseggwald sechs Chorgemeinschaften, die vor weit über 1000 Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem Gesangskonzert der Superlative aufwarteten. Inszeniert durch die erlauchte gräfliche Familie und den Oberschwäbischen Chorverband der Region Bad Saulgau, dauerte das Konzert gut dreieinhalb Stunden, ohne dass Ermüdungserscheinungen erkennbar gewesen wären. Es war geradezu eine Bilderbuch-Kulisse und ein dazu passendes, abendliches Sommerwetter erster Güte, wie es nur in Wunschträumen vorkommt. Zum Abschluss der Serenade, die den Titel „Parklichter 2015“, trug, wurde ein Feuerwerk an den Nachthimmel gezaubert, sagenhaft und filmreif.

Das riesige Auditorium war begeistert. Auch Bernhard Bitterwolf alias „Barny“ aus Bad Waldsee, trug als äußerst spaßiger und musikalisch bewanderter Moderator seinen Teil dazu bei, dass die Veranstaltung rundum zu einem absoluten Renner wurde.

Ideen muss man haben. Vor zwei Jahren hatte der Initiator und Chefstratege Eugen Kienzler, Geschäftsführer des OVC, eine „vage Vision“, wie er selbst coram publico verlauten ließ, ob die Möglichkeit bestünde, dass die Chorgemeinschaften der Region Bad Saulgau im Schlosspark einmal auftreten könnten. Erbgraf Maximillian sei zwar zuerst überrascht gewesen von diesem Ansinnen, habe aber am Ende sogar die Schirmherrschaft übernommen. Zudem war aus der Grafenfamilie S.E. Johannes anwesend, dem ein nachträgliches Ständchen zu seinem 90. Geburtstag kredenzt wurde; mit von der Partie Erbgräfin Valerie und Erbgraf junior Philipp. Prominentester Vertreter des Landes Baden-Württemberg war der Abgeordnete Rudolf Köberle.

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Den musikalischen Auftakt bildeten die Mädchen und Jungen der Kinderchöre Bolstern. Unterstützt von der Gruppe „Regenbogen Ostrach“ und den „Singenden Piepmätze aus Reichenbach“. Frisch von der Leber weg gaben die „Kleinen“ ihr Bestes. Denn mit „Wir sind toll“, Musik und Text von Heinz Jäger, traf der unbekümmert auftretende Nachwuchs gleich ins Schwarze und eroberten die Herzen des riesengroßen Publikums im Nu. Drei weitere sehr flott daherkommende Stücke „Gemeinsam unterwegs“, „Hand in Hand“ und „Ferienzeit“, ließen keine Wünsche offen. Lang anhaltender Beifall für die kommende Chorgeneration in der Region Bad Saulgau. Die Dirigentinnen Ulrike Keßler und Rita Sailer dirigierten souverän.

Die gemischten Chöre, die Chorgemeinschaft Haid und die Liederkränze Königseggwald und Marbach, starteten mit dem Johannes-Brahms-Lied „Erlaube mir fein‘s Mädchen“, anrührend, einprägsam und zart im Vortrag. Mit im Notengepäck hatte die feinfühlige Dirigentin Dorothée Ruoff einen regelrechten Muntermacher, nämlich ein Elvis-Presley-Stück, an welchem gleich drei Komponisten sich gütlich taten. Der Satz aber stammt von einem musischen Multitalent namens Ejvind Dengso, der unter anderem auch für die Beatles schrieb.

Dann betraten die Chöre aus Altshausen, Renhardsweiler und Reichenbach-Sattenbeuren die Bühne, allesamt Liederkränze, dirigiert von Ursula Wentz und Katharina Wittal. Ausgesprochen nachhaltig erlebte das aufmerksame Publikum den Auftakt dieses Auftritts, nämlich „Abschied vom Walde“. Ein romantisches Lied des großen Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy, das vom Zuhörerkreis gleich mit viel Beifall aufgenommen wurde.

Mit dem Friedrich-Silcher-Satz „Schifferlied“ eroberten die Männerchöre aus Bad Saulgau und Bolstern die Herzen der Musikfreundinnen und -freunde. Freude kommt natürlich immer auf, wenn die Atmosphäre südlich wird, italienisch zum Beispiel. „Ticino e Vino“ sagt alles. Der „Bajazzo“ kommt immer gut an, die beiden Männerchöre waren auch gut drauf. Der „Fliegermarsch“ aus Hermann Dostals Operette „Der fliegende Rittmeister“, fiel besonders durch seinen rhythmischen Charakter auf. Hier dirigierte Ursula Jankowski und Dr. Hans Neher mit feinen Händchen.

Der Singkreis Bondorf, die Sängerfreunde Bad Saulgau und die Liederlust Ennetach, hinterließen auch einen tadellosen Eindruck. Sie brachten unter der Stabführung von Ursula Jankowski und Hans-Peter Merz im wahrsten Sinne des Wortes jede Menge Schwung in die Schlosspark-Arena. „So viel Schwung“ und „Spaniens Gitarren“, das kommt immer gut an beim Publikum; dafür gab es auch entsprechend viel Beifall.

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Die Jungen Chöre wie die „Young voices“ – „junge Stimmen“ heißt das übersetzt – aus Altshausen, dann „Der junge Chor Bolstern“, die “Young generations“ Reichenbach – Deutsch geht es offenbar kaum mehr – gemeinsam mit dem „Popchor Renhardsweiler“, ließen ihr Können enorm stark aufblitzen. Was diese Gruppierung auf die Bühne zauberte, das war schon geprägt von einer beachtlichen Ausdrucksstärke und Präsenz. Diese Chorgemeinschaft eroberte die Herzen des Publikums vor allem mit zwei Liedern von Udo Jürgen – eine Reminiszenz an ihn – „Griechischer Wein“ und „Ich war noch niemals in New York“. Simone Dangel, Ulrike Keßler, Britta Sailer und Ursula Wentz dirigierten alle auf ihre Art sehr überzeugend.

Alles in allem kamen reife Darbietungen aus dem unerschöpflichen Fundus der klassischen und auch der modernen Chormusik zum Vortrag. Chapeau für die Initiatoren, für die gräfliche Familie, die für dieses großartig gelungene Konzert grünes Licht gab und nicht zuletzt ein dickes Lob für den Moderator der Serenade Bernhard Bitterwolf, und last bat not least dem „Macher“, dem „Visionär“ und Musensohn Eugen Kienzler ein Kompliment der Extraklasse!

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