Volkslieder, wie man sie noch nicht gehört hat – und dies zur Ehrung des Präsidenten des Chorverband Karl Pfaff: Udo Goldmann

Auch der Chor gratuliert

Auch der Chor gratuliert

Die Matinée des Gesangvereins Konkordia 1872 Zell am Neckar e.V. am 21.06.2015 stand ganz im Zeichen des Volkslieds. „Am Brunnen vor dem Chore – Volkslieder aufgepeppt“ stand auf dem Plakat. Der Lindenbaum war tatsächlich eines der wenigen Volkslieder, die man in ganz gewohntem Satz hören konnte. Aber schon beim ersten Stück „Die Gedanken sind frei“ wurde man von Swing-, Jazz- und Rockrhythmen und der Einstreuung einzelner Phrasen anderer Volkslieder  überrascht. Unter der Leitung von  Dorota Welz und mit der Klavierbegleitung von Andreas Baumann wagte sich der Traditionelle Chor erstmals an diese modernen Fassungen der Volklieder. Dorota Welz, temperamentvolle Wahlschwäbin aus Polen und bekennende Liebhaberin des deutschen Volksliedes, erklärte sympathisch und kurzweilig, was das Volkslied ausmacht und moderierte das Programm spritzig und charmant. „Was den Weg in die Herzen der Menschen findet, überlebt“, erläuterte sie dem Publikum. Ganz tief ins Herz ging dann der Männerchorgesang der Chorkooperation Zell und Oberesslingen, wie immer voller Schwung und mit ganzer Seele.
In der Mitte des Programms fand die Ehrung von Udo Goldmann statt, der seit 2000 Präsident unseres Chorverbandes Karl-Pfaff ist.

Udo Goldmann bedankt sich für die Ehrennadel

Ingo Rust, Finanzbürgermeister der Stadt Esslingen, zeichnete ihn mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg für sein großartiges ehrenamtliches Engagement aus. “Ich bin sehr berührt, dass ich geehrt werde, wo doch sonst immer ich derjenige bin der andere ehrt.“, sagte Udo Goldmann und freute sich über das umgedichtete „Ständchen“ (Wise Guys), das ihm die Taktlosen, der junge Chor der Konkordia, sang.
Die Taktlosen wagten sich dann noch tiefer in die zeitgenössische Vertonung der Volkslieder. Johannes Brahms hatte einst das bekannte Volkslied „Schwesterlein, wann gehen wir nach Haus“ für seine Sammlung bearbeitet. Die hüpfende, eigentlich fröhliche Wendung wird bei Brahms spätromantischen Gesang zu einem berührenden Totentanz. Die Taktlosen sangen das Lied in einer Neubearbeitung von Stefan Vanselow (*1980). Der bedrohliche Inhalt des Textes wird musikalisch aufgenommen. In jeder Strophe kommt eine Stimme zu dem harmonischen Frauensatz dazu. Atonal, aggressiv, immer bedrohlicher wird das Stück bis am Ende dann ein achtstimmiger Satz mit einem schmerzvollen Aufschrei endet. „Wir sind wahrscheinlich der einzige Laienchor, der sich traut dieses Stück zu singen“ kommentiert Dorota Welz. Ebenfalls zeitgenössisch und sehr schwungvoll war die Version des Liedes „Der Jäger längs dem Weiher ging“. Mit diesem Lied werden die Taktlosen im Oktober  beim Chorwettbewerb in Göppingen an den Start gehen. Versöhnlich harmonische Klänge gab es dann von den Taktlosen mit „Skyfall“ aus dem gleichnamigen James Bond-Film sowie mit Volkliedern aus Namibia, Polen, Nord- und Südamerika. Trommel und Gitarre machten das letzte Stück „Un pocito cantas“ zum echten Ohrwurm.
Nach dem Konzert wurde dem Vereinsgedanken gefrönt. Rund 150 Gäste wurden mit Schweinebraten vom Grill, Maultaschen und Kartoffelsalat, kühlen Getränken sowie Kaffee und Kuchen bewirtet. Das Herz singt mit, wie man sieht!

Labudde-Neumann, 26. Jul 2015, Chorverband Karl-Pfaff, gemischte Chöre, Junge Chöre, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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