Sänger bringen Sonnenschein in die Seelen

Das Vokalensemble „Red Mäps“ und der Silcherchor Donau-Bussen haben das Publikum mit Chorstücken begeistert.

lph-red-maeps„Sunshine in your soul“, Sonnenschein in deiner Seele, hat der Titel des Konzerts versprochen – und auch gehalten. Gemeinsam haben das Vokalensembles Red Mäps und der Silcherchor Donau-Bussen am Sonntag das Publikum im Kulturhaus mit ausgewählten Chorstücken mit und ohne Klavierbegleitung begeistert. Beide Chöre punkteten mit ausgewogener Besetzung und ausgereifter Stimmkultur.

Der erste Konzertteil war überwiegend romantischer Chorliteratur gewidmet. Während die Red Mäps unter Leitung von Joachim Hayd sich den von Brahms hochgelobten Robert Fuchs für ihren Einstieg ausgesucht hatten, setze Peter Schmitz mit dem Silcherchor auf Balladenvertonungen ihres Namensgebers. Ein erstes Highlight stammte jedoch aus der Feder Benjamin Brittens: Die altenglische „Ballad of Little Musgrave and Lady Barnard“ fasste vorab der Silcher-Sänger Jörg Seethaler auf unterhaltsame Weise zusammen. Lord Barnard ertappt seine Lady in flagranti mit Musgrave und tötet beide. Die Musik dazu reichte programmatisch von Flüstern bis zum dramatisch breiten Forte.

Ganz leise Töne schlugen danach die Red Mäps mit dem unter die Haut gehenden „Seal Lullaby“ von Eric Withacre an. Dessen hebräisches Liebeslied „Kala Kalla“ stellte dann ruhigen, melancholischen Männerstimmen schnelle, akzentuierte Frauenstimmen entgegen, die schließlich zu einem gemeinsamen Finale zusammenfanden. Nach der Pause präsentierten die beiden Chöre Robert Schumanns Klassiker für gemischten Chor, das „Zigeunerleben“, dirigiert von Joachim Hayd und am Klavier begleitet von Peter Schmitz und Mirjam Männer.

Seinen zweiten Solo-Block gestaltete der Silcherchor mit witziger zeitgenössischer Chorliteratur. Mit dem „Chanson“, sprich Tschan-son, von Uli Führe nahmen sie, unterstützt von entsprechender Mimik und Klangfärbung, die Unterschiede zwischen Europa und Japan unter die Lupe. Fazit: „In Europa ist alles so groß, in Japan alles so klein.“

Ein gleichermaßen abwechslungsreicher wie herausfordernder Satz war der „Verführer-Tango“, den die Männer mit Verve darboten. Typische Männersorgen beleuchteten sie jazzig-swingend mit Roger Cicero: „Wenn sie dich fragt“ lieferte gute Ausreden auf unangenehme Fragen der Freundin, und „Zieh die Schuh’ aus“ brachte das Missverhältnis zwischen dem eigenen Bild von einem Mann der obersten Liga und häuslichen Pflichten auf den Punkt.

Die Red Mäps wiederum wählten Rock und Pop: „Adiemus“ von Karl Jenkins bot Raum für ausholende Chor-Crescendi und kraftvolle Soli und stellte die Stimme als Instrument in den Vordergrund, was die 25 Sängerinnen und Sängern sehr gut zu nutzen wussten. Den Pop-Klassiker „Africa“ von Toto leiteten sie mit „Regen“ aus Percussion-Instrumenten ein und meisterten auch die schwierigen lautmalerischen Passagen, ohne den Groove zu verlieren. Mit dem titelgebenden „Sunshine in my Soul“ von John R. Sweney, das trotz seiner über 100 Jahre erstaunlich frisch wirkt, schlossen sie das Programm. Durch den begeisterten Beifall ließen sich die beiden Chören jedoch zu drei Zugaben hinreißen.

Klaus Haid, 7. Okt 2015, Chorgattung, gemischte Chöre, Männerchöre, Oberschwäbischer Chorverband, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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