Leserbrief an die Zeitung SINGEN

Leserbrief in Singen 08/09-2015 Seite 17

Chorwoche oder Kehrwoche?

Zu den Chortagen 2015 des CV Ludwig Uhland, die vom 26. – 28. Juni zusammen mit dem Festival Junger Chöre „Open Sound“ und der Metzinger Musiknacht stattfanden, erhielten wir folgende Zuschrift:
Ich habe mir am Sonntagabend die Frage gestellt, wozu diese Chortage eigentlich gut sein sollen. Im Voraus ging ich davon aus, dass jeder Chor einmal die Gelegenheit haben soll, sich zu präsentieren, zu vergleichen, was andere so machen, doch vor allem ein Ziel zu haben, für das es sich wieder lohnt, regelmäßig die Proben zu besuchen – denn beim Chorverband möchte man ja gerne etwas glänzen. Weiterhin sollen doch Chortage sicherlich auch dafür da sein, dass man sich trifft, austauscht, lernt, ja vielleicht sogar auch mal schaut, wie man es nicht machen sollte. Warum denn nicht???

Ich wurde eines besseren belehrt: anscheinend sind Chortage nur für sogenannte Elitechöre gedacht. Oder wie soll ich es deuten, dass Verantwortliche des Chorverband Ludwig Uhlands sich regelrecht das „Maul“ über verschiedene Chöre zerreißen, nur weil diese anscheinend nicht einem bestimmten Niveau entsprechen? Da kommt auch schon die nächste Frage auf: welches Niveau ist es denn, das man haben muss, um bei Chortagen aufzutreten? Oder anders gefragt, wie muss man denn sein, dass man im Chorverband als vollwertiges Mitglied akzeptiert wird und nicht nur Beiträge bezahlt? Muss man andere Chöre auch in Grund und Boden reden? Oder vielleicht doch einmal nach dem Guten, dem Positiven schauen was der Chor darbietet? Eventuell eine konstruktive Kritik abgeben, doch dann direkt an den entsprechenden Chorleiter oder Chor.

Vielleicht sollte man sich auch Gedanken darüber machen, was es für Chöre sind, die auftreten – denn die meisten bei den Chortagen auftretenden Chöre sind doch Laienchöre (Laie = aus dem griechischen „Laós“ = VOLK, im Sprachgebrauch eine Person, die auf einem Gebiet keine bzw. wenig Fachkenntnisse besitzt!) Und weiter: sollte eine verantwortliche Person des Chorverbands nicht eher fördernd tätig sein, statt ohne ein Blatt vor den Mund zu halten zu lästern? Nun ja, wenn ich also so sein muss, wie oben beschrieben, um eine Lizenz für einen Auftritt bei Chortagen des eigenen Chorverbands zu bekommen, dann werde ich weder selbst noch mit einem meiner Chöre nochmals an Chortagen teilnehmen!

Vielleicht sollte ich noch betonen, dass nicht nur einer meiner Chöre direkt „verpönt“ wurde, sondern viele andere auch. Ich bin empört darüber und enttäuscht, dass es so was überhaupt gibt! Und noch ein Tipp zum Schluss: die „Kritiker und Lästerer“ mögen doch zuerst einmal vor der eigenen Haustüre fegen! Überall sammelt sich Staub und Dreck.

Nadja Schmiling, Sonnenbühl

Antwort des Musikdirektors des Schwäbischen Chorverbandes

Liebe Nadja Schmiling,

ich habe mich sehr über Deinen Leserbrief gefreut.
Ich stelle mir die Chorlandschaft im Schwäbischen Chorverband immer gerne als Pyramide vor: wir haben eine breite Basis, die eine Spitze trägt. Beides wollen und brauchen wir. Wir sind eine Chorfamilie und in dieser Familie hat jeder Chor seinen Platz und seine Berechtigung. Sträflich handelt,  wer Chöre bei unseren „Familientreffen“ ausgrenzt. Chortage werden auf jeden Fall nicht nur für „Elitechöre“ ausgerichtet.

Der Schwäbische Chorverband veranstaltet ja bald den Carl-Friedrich-Zelter-Wettbewerb in Göppingen. Ich habe dazu ein Grußwort geschrieben, das ich Dir mitschicke. In diesem Grußwort wird deutlich, wie wichtig uns eine gute Basisarbeit ist.
Liebe Nadja – ich kenne und bewundere Deine Chorarbeit. Du bist auch ein Vorbild für Fortbildungsbereitschaft – zuletzt haben wir uns  im August auf der Chor   und Stimmbildungswoche in Ochsenhausen gesehen.
Lass Dich nicht beirren. Ich freue mich auf ein Wiedersehen, evtl. beim Carl-Friedrich-Zelter- Chorwettbewerb?

Mit liebem Gruß
Marcel Dreiling
Musikdirektor

Johannes Pfeffer, 8. Okt 2015, Chorverband Ludwig Uhland, Jugendchöre, Junge Chöre, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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