Projektchor Schönbuch mit erlesenen geistlichen Werken

Logo Projektchor SchönbuchAm 10.10.15 fand in der Schönaicher Heilig-Kreuz-Kirche vor voll besetztem Haus das Jahreskonzert des Projektchors Schönbuch statt. Bereits in der Vergangenheit hat der Chor immer wieder mit selten aufgeführten Werken Aufmerksamkeit erregt und dabei immer auch durch die Qualität der Aufführung aufhorchen lassen. So auch diesmal.

Unter dem souveränen Dirigat von Alexander Yudenkov (Mitglied SWR-Vokal-ensemble) wurden Werke von Mozart, Liszt und Michael Haydn aufgeführt. Furios startete das Konzert mit dem „Regina Coeli „ von Mozart. Begleitet von einem aufmerksamen und spielfreudigen Streicherensemble mit Theresia Hanke (Violine I), Gisela Bergdolt (Violine II) und Linus Hägele (Cello) sowie Michael Kuhn am Flügel bot der Chor eine beeindruckende Vorstellung. Danach erklang der XIII. Psalm von Liszt für Chor und Tenorsolo. Bis heute gilt dieses Stück als eines der großen geistlichen Werke des 19. Jahrhunderts. Der Tenor Alexander Efanov (Mitglied der Staatsoper Stuttgart) nutzte alle Bandbreiten seines Könnens und zeigte die dramatische Großartigkeit der Solopartie auf. Chor und Solist, diesmal nur begleitet von hervorragenden Pianisten Michael Kuhn, überzeugten mal dramatisch, mal flehend mal lyrisch auch bei diesem Stück.

Die „Biblischen Lieder“ von Dvorak entstanden während einer tiefen Depression des Komponisten. Trost fand er in den Psalmen, die er zu Liedern vertonte die von tiefem Gottvertrauen erfüllt sind. Diese Empfindungen wurden von Alexander Yudenkov in den Liedern bestens wiedergegeben. Sein strahlender Tenor füllte den Kirchenraum mit leidenschaftlicher Musik und ließ bewegte Zuhörer zurück.

Das letzte Stück war eine Besonderheit. Die Aufführung der „Missa Sancti Amandi“ von Michael Haydn wurde erstmals in der Neufassung nach Urtexten und Partiturautograph des Carus-Verlages vom Chor aufgeführt. Michael Haydn war der jüngere Bruder von Joseph Haydn und ein enger Freund Mozarts. Eine Begründung warum Michael Haydn weit weniger bekannt war als sein berühmter Bruder, liegt u.a. darin, dass seine Werke zu Lebzeiten nicht verlegt wurden, sondern lediglich in handschriftlichen Kopien hauptsächlich von Kloster zu Kloster, vor allem die geistlichen Werke, verbreitet wurden. Ein Großteil des Schaffens von Michael Haydn ist der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt und harrt noch seiner Entdeckung. Haydn schuf eine Messe „in pieno“, d.h. ohne Solisten nur für Chor und Orchester. Die „Missa Sancti Amandi“ besticht durch ihre festliche Stimmung und ihre kammermusikalische Leichtigkeit. Dem Chor gelang es, die Leuchtkraft der Musik herauszuarbeiten. Hier fanden Chor und Instrumentalisten nochmals zu einem beeindruckenden Ganzen zusammen. Lang anhaltender Beifall dankte den Interpreten am Ende für ein außergewöhnliches, beeindruckendes Konzert.

Man darf heute bereits auf das nächste Projekt (Frühjahr 2017) des Projektchores Schönbuch gespannt sein. Unter dem Titel „Raritäten der Romantik“ sollen wieder weniger bekannte Werke bekannter Komponisten aufgeführt werden. So werden Lieder von Brahms, Bruch, Rheinberger, Rückauf, Hauptmann u.a. zu hören sein.

Siegfried Schneider
www.Projektchor-Schoenbuch.de

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Ursula Wagner, 13. Okt 2015, Chorverband Otto Elben, gemischte Chöre, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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