Digitales Musikprojekt will Lebensqualität von Menschen mit Demenz verbessern

Projekt NurMut_Foto WohlfahrtswerkIm Projekt „NurMut“ soll ein interaktives Musiksystem entwickelt werden, das Menschen mit Demenz individuell anregt, sich positiv auf ihre Gefühle auswirkt und ihnen ermöglicht, an Gruppenangeboten teilzunehmen. Dazu werden aktuelle Technologien genutzt. NurMut wird vom Bundesforschungsministerium im Rahmen der Initiative „Pflegeinnovationen 2020“ gefördert. Das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg führt das Projekt zusammen mit Partnern aus Wissenschaft, Industrie und Praxis durch.

Menschen mit Demenz können sich oft nicht mehr durch Sprache ausdrücken oder mit Sprache erreicht werden. Dies führt zu Isolation, Aggression und Stress. Musik kann den Stresspegel reduzieren und das Wohlbefinden steigern. Hier setzt NurMut an. Besonders Menschen mit Demenz, die zu Hause gepflegt werden oder in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, können oftmals nicht an musiktherapeutischen Angeboten teilnehmen. Auch für diese Betroffenen Möglichkeiten der Beteiligung zu schaffen, ist Ziel des Projekts.

Im Rahmen von NurMut soll ein elektronisches Musiksystem entwickelt werden, das automatisch und individuell auf Menschen mit Demenz eingeht. Angehörige,Pflegekräfte oder andere Bezugspersonen stellen Lieblingstitel, positiv besetzte Geräusche, tagesstrukturierende Elemente wie Kirchenglocken oder auch persönliche Nachrichten individuell zusammen. Dieser „musikalische Fingerabdruck“ soll auf einer digitalen Plattform gespeichert werden und hat zum Ziel, die Demenzbetroffenen zu aktivieren und positiv anzusprechen. Das Musiksystem soll direkt auf seine Nutzer reagieren: Wird ein Lied gesummt, erkennt das System idealerweise das Stück und spielt es zum Beispiel durch Lautsprecher oder Kopfhörer vor.

NurMut setzt Musik auch zum Stressabbau ein. Die Art der technologischen Umsetzung ist noch offen, denn neben der technischen Machbarkeit spielt auch Akzeptanz eine große Rolle. Denkbar ist, den Pegel von Stress und Agitation durch Sensoren zu ermitteln, die beispielsweise in einer Armbanduhr integriert sind und den Blutdruck oder ähnliche Parameter messen. Ist ein vorab definierter
Grenzwert erreicht, könnte automatisch beruhigende Musik abgespielt werden.

Das Projekt wird auch untersuchen, ob die Entspannung durch den Einsatz von Licht, Farben oder individuell ausgewählten Bildern unterstützt werden kann. Um auch Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, die Teilnahme an einem Chor oder einer Musiktherapie-Gruppe zu ermöglichen, soll darüber hinaus ein Netzwerk entwickelt werden, das sie virtuell an diesen Veranstaltungen
teilhaben lässt – sei es als Zuhörer oder als Mitsänger.

Johannes Pfeffer, 23. Nov 2015, Chöre 50+, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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