Sogar Bankräuber treten auf der Bühne auf

Fünf Männerchöre faszinieren die Besucher im Stadtforum in Bad Saulgau

Vier Männerchöre aus der Region hat der Bad Saulgauer Männerchor für sein Konzert „Faszination Männerchor“ im Bad Saulgauer Stadtforum gewinnen können. Trotz des schlechten Wetters war der Saal voll.
„Totgesagte leben länger“, betonte Joachim Farger, der Bad Saulgauer Chorvorsitzende zum Beginn des Konzerts. Voller Stolz verwies er darauf, dass der Bad Saulgauer Männerchor vor einer Woche beim internationalen Chorwettbewerb in Limburg eine Bronzemedaille gewonnen hatte, als „kleiner Golf GTI unter lauter Formel-1-Fahrern“.
Mit den bewährten „Gedanken vor Konzertbeginn“ begeisterte der Bad Saulgauer Männerchor gleich zu Beginn durch Humor und Lebendigkeit. Zog aber auch durch gespielte Aufgeregtheit die Aufmerksamkeit auf sich, etwa mit „Frage Nummer zwei: Ist mein Hosenstall noch auf?“ Ohne Pause folgte der Übergang zum selbstbewussten „Mädchen vom Lande“ und einer von Dirigent Christian Vogt arrangierten „Lass mich dein Badewasser schlürfen“, einem Song der „Comedian Harmonists“.

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Dirigent Vogt überzeugte bei der Leitung des Chores durch Engagement und Präzision. Im zweiten Teil des Abends begleitete Alfredo Miglionico den Chor am Klavier. Miglionico arbeitet an der Ulmer Oper und hat den Männerchor schon mehrmals kompetent unterstützt. Er imponierte zum einen durch seine einfühlsame Begleitung, aber auch durch sehr ausdrucksvolle Zwischenspiele.
Sehr emotional präsentierte der Männerchor den Song „To the sky“. Geheimnisvoll, dann wieder aufblühend erklang Carl Bohms „Still wie die Nacht“.

Dass es auch noch andere gute Männerchöre gibt, zeigte sich beim Auftritt des Männergesangsverein Steinhausen-Muttensweiler: Mit einem „Sängergruß“ präsentierte sich der Chor unter Matthias Wolf in guter Form. Gefühlvoll und ausgewogen erklang „Durchs Wiesatal gang i jetzt na“.

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Sehr forsch sang der Chor die Volksweise „Wie wär´ denn, wenn ma küssa dät“ und bekam dafür großen Applaus. Witzig und etwas spöttisch interpretierten die Sänger das bekannte „Ich liebte einst ein Mädchen“.

Der Männergesangsverein Frohsinn Ummendorf gefiel mit einem Medley aus Liedern von Udo Jürgens, vor allem aber mit der Humoreske „Die Entstehung des Kusses“ von Josef Ant. Das Stück wussten sie sehr gekonnt und pointiert vorzutragen. Dirigentin Mirjam Männer gab sehr klare und doch ruhige Zeichen. Imponierend war die Klavierbegleitung durch Carolin Haid.

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Auch der Männerchor Hohentengen mit Dirigent Andreas Pfau präsentierte sich witzig und frisch, etwa bei Silchers „Burschenlied“. Sehr lebhaft erklang das „Diridonda“, getragen der „Abendfrieden“ von Rudolf Desch.

Das absolute Highlight des Abend war der Männerchor Eglofs, als er den „Ba-Ba-Banküberfall“ der österreichischen Pop-Rock-Band „Erste Allgemeine Verunsicherung“ präsentierte. Ganz im Dunkeln, mit Augenklappen, vielen Geldsäcken und einigen Taschenlampen dekoriert, traten die Sänger auf. Der Song stand nicht im Programm, „aber haben Sie schon mal einen Banküberfall angekündigt“, fragte Dirigent Sebastian Kaufmann. Der „Jägerchor“ aus dem „Freischütz“ war sehr beeindruckend. Die Sänger – unterstützt von drei Hörnern – zeigten sehr viel mimischen Ausdruck. Mit dem anspruchsvollen „Sky and Sand“ präsentiere sich das Ensemble „Quintessenz“. Für die „Angels“ von Robbie Williams erhielten sie viel Applaus, zumal sie dieses Lied auch mit Tanzbewegungen und Lampen unterstützten.

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Ein Genuss war die Zugabe: „In einem kühlen Grunde“ begann zunächst volksliedhaft, dann berichtete der Solist Josef Bischofberger, dass er abends im Bett „ständig müde“ war und seine Frau schließlich mit dem Postboten erwischte, der „packt nicht nur ein, sondern auch aus“. Der Abend war ein Genuss, eine „geballte Ladung Testosteron“, wie Klaus Geray betonte, der wie immer amüsant durch das Programm führte.

Und zum Abschluss gab es natürlich ein „Afterglow“ mit tollen Angeboten an Essen und Getränken.

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Klaus Haid, 24. Jun 2016, Chorgattung, Männerchöre, Oberschwäbischer Chorverband, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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