Jubiläumsabend der Chöre entfaltet sich zu einer Gesangsrevue

Kinderchor Bolstern führt umjubeltes Musical „Kwela, Kwela“ auf.

Drei Chöre aus Bolstern standen am Samstag, 22. Oktober nacheinander und schließlich auch miteinander beim Jubiläumsabend im Dorfgemeinschaftshaus Friedberg auf der Bühne und ernteten für ihre großartigen Darbietungen regelrechte Beifallsstürme am laufenden Band. Grund zum  Jubeln gab es für die Sängerinnen und Sänger auch deshalb so viel, weil der Kinderchor sein 30jähriges und Der Junge Chor das 20jährige Bestehen feiern konnte. Als die ungekrönten Lieblinge der dreistündigen Gesangsshow aber erwiesen sich einhellig die allerjüngsten Stimmwunder vom Kinderchor, die mit der Aufführung des Musicals „Kwela, Kwela“ die Herzen des Publikums im Sturm eroberten.

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Das fantasievolle Musical „Kwela, Kwela“ mit dem Untertitel „Ein afrikanisches Märchen mit Pfiff“, schrieb der heute 51jährige Andreas Schmittberger, seines Zeichens Komponist, Arrangeur und Musikpädagoge. „Mama Afrika“, so der erste Titel, singen die als Tiere verkleideten Kinder. Alles ist da, was in der ausgetrockneten afrikanischen Savanne in der Tierwelt Rang und Namen hat. Der Löwe, der Elefant, die Giraffen und Zebras, die Krokodile, etliche Vogelarten und ein paar Exoten.. Es herrscht eine lebensbedrohende Wassernot. Die Tiere handeln und buddeln mit allen verfügbaren Körperteilen wie Hufe, Rüssel und Schnäbel nach Wasser. Komische Szenen sind so gut wie vorprogrammiert, trotz dem Ernst der Lage. Das Publikum im rappelvollen Friedberger Dorfgemeinschaftshaus geht geschlossen mit bei den rhythmischen musikalischen Höhepunkten.

„Kwela“, das ist eine jazzorientierte, südafrikanische Musikrichtung aus den 1950er Jahren, zurückzuführen auf eine sogenannte „Tin Whistle“, eine Blechflötenart.  Die Spannung steigt. Das Orakel – ein uralter ausrangierter Stiefel – soll Auskunft erteilen, wo gegraben werden muss. Schließlich wird insgesamt dreimal Wasser gefunden, aber dreimal nehmen unheimliche Gespenster das köstliche Nass den Tieren weg. Doch der Konflikt der Tiere mit den bösen Geistern löst sich in Wohlgefallen und gemeinsamer Zusammenarbeit auf, afrikanisch ausgedrückt: „Ngiyabonga“, ein Dankeschön, ein „Hallelujah“, dass es bei gegenseitigem Respekt und gutem Willen Wasser für alle gibt. Der Nachwuchs und Chorleiterin Ulrike Keßler werden minutenlang vom Konzertpublikum mit frenetischem Beifall lautstark gefeiert. Eine Zugabe musste unbedingt sein.

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Seit zwei Jahren wird der Männerchor von Ursula Jankowski mit viel Engagement und Herzblut geleitet. Die Männer sind sozusagen seit der Gründung des Liederkranzes 1859 das Rückgrat der Chorgeschichte in Bolstern. Noch sind es 14 Männer, die zur Stange halten und gleich mit den Liedern „Fröhliches Ständchen“ und vor allem mit der Friedrich-Silcher-Variante „Frisch gesungen“ konnten sie das volle Haus in ihren Bann ziehen. Der 40köpfige Junge Chor Bolstern ist ein Paradebeispiel dafür, dass Singen in einer gleichgesinnten Gemeinschaft trotz unterschiedlichster Charaktere einfach Spaß, bzw. Freude bereitet. Zwei Stücke holen den Zuhörerkreis von den Stühlen, „I sing a Liad für di“, der Andreas-Gabalier-Hit und „I will hoam nach Fürstenfeld“, das liegt in der Steiermark, und regte nicht nur deshalb zum Mitklatschen an.

Instrumental wurde das Jubiläumskonzert fabelhaft umrahmt  und zwar am E-Piano nicht nur von Richard Fischer, sondern auch von den „Eigengewächsen“ Sandrine Buck und Elisabeth Burth. Am E-Bass und mit der Gitarre begleitete Werner Flaisch mit gewohnter Sicherheit. Luca Keßler war am Cajón der maßgebliche Taktgeber. Mit dem Titel „Zeig mir den Platz an der Sonne“, aus dem beinahe unerschöpflichen Schlager-Repertoire des unvergessenen Udo Jürgens erklang ein gemeinsamer Schlusschor, an dem sich alle Mitwirkenden, knapp hundert an der Zahl, zu einem einzigartigen Finale Grande auf der Bühne versammelt hatten. Das Publikum applaudierte, trampelte und zollte den Sängerinnen und Sängern durch die unterschiedlichsten Jubelrufe Respekt und Anerkennung.

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