Dreifach Grund zum Jubeln: Chorwerkstatt feiert seine Dirigentinnen Gudrun Fahr, Katrin Werner und Heike Weis

Gemeinsam kann man viel erreichen. Dafür stehen bei der Chorwerkstatt Neckartenzlingen drei Namen: Gudrun Fahr, Heike Weis und Katrin Werner. Dirigentinnen, die mit ihrer musikalischen und pädagogischen Arbeit beispielhaft stehen für erfolgreiche und nachhaltige Chorarbeit. Am Samstag feierten die drei Frauen ihr dreifaches Chorleiter-Jubiläum mit allen Sängern der Chorwerkstatt.

40 Jahre Chorleitung: Für Gudrun Fahr gibt es an diesem Abend vieles, auf das sie voll Freude zurückblicken kann. Dabei war das alles so gar nicht geplant, wie sie in ihrem Rückblick zugibt: „Eigentlich wollte ich nie Chorleiterin werden“, sagt Gudrun Fahr. Nachwuchssorgen waren es, die die Mitglieder des Neckartenzlinger Sängerkranzes 1978 umtrieben. In der Hauptversammlung suchte man nach Lösungen. „Da ist mir der Kragen geplatzt“, erinnert sich Gudrun Fahr. „Warum nehmt ihr nicht Eure Kinder und Enkel an die Hand?“, regte sie die Gründung eines Kinderchores an. Gert Walker griff die Idee umgehend auf: „Kannst Du das machen?“, fragte er die Sängerin. „Und ich habe unüberlegt ‚Ja‘ gesagt“, erzählt sie.Bereut hat sie diesen Entschluss nicht eine einzige Minute in den 40 Jahren. „Wo sind die eigentlich hin“, schmunzelt sie. Davon erzählen unzählige Fotos von Probenarbeiten, Auftritten und Konzerten, die Gudrun Fahr zunächst mit dem Kinderchor, später dann mit allen Chören des Sängerkranzes erlebte. Schnell sammelte die Chorleiterin, die von 1981 bis 1983 die Chorleiterausbildung an der Bundesakademie in Trossingen absolvierte, eine stetig wachsende Zahl junger Stimmen um sich. Auch bei der Concordia Wäldenbronn und den Metzinger Weinbergfinken betreute sie die Nachwuchschöre. Im Uhlandgau übernimmt Gudrun Fahr 1985 den Vorstand der Chorjugend.

Viele Erfolge und Konzerte darf Gudrun Fahr mit ihren Sängern feiern und erleben. Konzertreisen führen die Kinder nach Berlin, mit dem Jugendchor betritt Gudrun Fahr auch internationales Parkett, es geht nach Brüssel, Österreich und Prag.1989 schnuppern die Neckartenzlinger Nachwuchssänger Fernsehluft, sind bei Gotthilf Fischers großen Sendungen dabei und auch bei „Melodien für Millionen“ mit Dieter Thomas Heck. Erfolgreich sind auch die Musicalproduktionen wie „Joseph“ oder „Elisabeth“. Es ist auch das Jahr, in dem Katrin Werner ihre Laufbahn als Leiterin des Kinderchores beginnt. „Reingewachsen“ sei sie, erzählt die Dirigentin der „Stimmbande“. Anfangs hat sie auf dem Akkordeon oder dem Keyboard anfangs die Kinder begleitet. Nun feiert auch sie ihr Jubiläum 20 Jahre Chorleitung.

2001 beginnt für die beiden Chorleiterinnen eine neue Ära: In der neu gegründeten Chorwerkstatt übernimmt Gudrun Fahr die musikalische Leitung, Katrin Werner übernimmt die Kinderchorarbeit des neuen Gesangvereines. Immer an der Seite von Mutter Gudrun ist Heike Weis. Für die aufwendigen Musicalproduktionen, mit denen die Chorwerkstatt sich eine große Fangemeinde in der gesamten Region erarbeitet hat, gibt sie den Impuls. Als Chorleiterin hat aber auch sie sich ähnlich wie ihre Mutter zunächst nicht gesehen. Als jedoch 2008 die Leiterin des Jugendchores ausfiel hieß es: „Heike, da musst Du jetzt ran.“ Sie übernimmt außerdem die Sing and Swing AG, die die Chorwerkstatt in Kooperation mit der Auwiesenschule anbietet.

Hand in Hand, so wie es die Chöre der Chorwerkstatt zum Auftakt in den Jubiläumsabend intonierten, haben die drei Frauen zusammen dafür gesorgt, dass die Neckartenzlinger Chorwerkstatt heute ein echtes Juwel in der schwäbischen Chorlandschaft sind, wie Präsident Eberhard Wolf vom Chorverband Ludwig Uhland nicht ohne Stolz lobt. Rund 100 Jungen und Mädchen singen derzeit hier mit. Und es könnten noch mehr sein, stünden dem Verein entsprechende Probemöglichkeiten zur Verfügung. Mancher werfe deshalb neidische Blicke auf die Neckartenzlinger Chöre, weiß Irmgard Naumann in ihrer Laudatio.

Der Grund für den Erfolg, meint Sänger und ehemaliger Vorstand der Chorwerkstatt Marc Fiedler, liegt im großen Miteinander im „Mehr-Generationen-Haus“ der Chorwerkstatt, das flexibel gestaltbare Gemeinschaftsräume für eine Vielzahl von Projekten und Begegnungen ermöglicht. Das Miteinander von Kindern, Jugendlichen und Erwachsen, es ist das Markenzeichen des Vereins und der Projekte geworden.
Sich auf Erfolgen wie „Unsere Firma“, „Western-City“ oder zuletzt „Space Café“, die in einem filmischen Potpourri noch einmal auflebten, ausruhen, das gebe es bei Gudrun Fahr, heike Weis und Katrin Werner nicht. Stetig werde an der Weiterentwicklung des Chores gearbeitet, lobt Fiedler.

Dabei haben die drei Chorleiterinnen die Grenzen des reinen Gesangs längst hinter sich gelassen: Vielmehr geht es in ihrer Arbeit darum, ein Stück mit dem ganzen Körper zum Ausdruck zu bringen. „Singen, bewegen, darstellen“ heißt das Credo, mit dem die Chorwerkstatt von Erfolg zu Erfolg eilt. „Jeder brilliert auf seine Weise“, sieht Fiedler auch darin einen wesentlichen Grund für den großen Zulauf, den die Chorwerkstatt hat.

Vor allem aber mache die Chorwerkstatt Musik mit allen und für alle, erklärte Fiedler. Und davon gab es auch am Samstagabend viele hörens- und sehenswerte Kostproben. Mit dem Shanty „Drunken Sailor“ kehrt der Große Chor in die Anfangsjahre der Chorwerkstatt zurück. Aus dem Shanty machen die Männer und Frauen einen pfiffigen Hochgenuss mit raffinierten Wechselspiel zwischen den Stimmfarben. Der Jugendchor erinnert mit „Radioactive“ an das jüngste Musical-Projekt und stellt einmal mehr das hohe Niveau unter Beweis, auf dem in der Chorwerkstatt gearbeitet wird. Die jüngsten Chorwerker begeistern mit dem fröhlichen Lied „Singen, spielen, tanzen“. Gerne hätten die Gäste noch mehr gehört an diesem Abend, für den sich das Publikum mit Standing Ovations bedankt. Aber die Zugabe muss auf einen anderen Abend verschoben werden: „Die Kinder haben Hunger“, sagt Heike Weis. Und das hat bei der Chorwerkstatt nun mal Vorrang. Schließlich soll er nicht verloren gehen, der Spaß am Singen und auftreten.

Nicole Mohn

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