Sangeslust mit den Farben der Welt

Die Chöre der Eintracht Illingen und Gäste liefern am Samstag in der Stromberghalle ein begeisterndes Konzert ab

Ein buntes Farbenspiel im Wort, Ton und Bild begeisterte die knapp 350 Gäste am Samstagabend in der Illinger Stromberghalle. Die Chöre des Gesangvereins unter der Leitung ihres Dirigenten Jürgen Huttenlocher hatten zu einem Konzert unter dem Motto „Welche Farbe hat die Welt“ eingeladen.

Auf dieser weltweiten Palette mitgemischt haben neben den Gastgebern ein bedrückend klangschöner Kammerchor aus Ungarn und die Tanzgruppe des ortansässigen Vereins der Siebenbürger in ihren farbenprächtigen Trachten. Als sprechendes Programmheft stellte sich Edda Ullrich vor, die fleißig im Farbtopf rührte und jeden Liedvortrag mit Worten von ernst bis heiter ins rechte Licht setzte und mit ihrer abwechslungsreichen Moderation auch mit zum Gelingen des Farbfestivals beitrug.

„Farben lösen Stimmungen aus und unsere Welt, die eine, die wir haben, kann so vielfarbig sein wie wir sie uns wünschen. Folgen Sie einfach dem Pinsel Ihrer Fantasie“, empfahl sie den gespannt lauschenden Zuhörern. Und mit Hingabe und Sangesfreude gelang es den Sängern in die Gefühlswelt der Lieder wie „Love is blue“, „Rot ist der Wein“, oder „Yellow Submarine“ einzutauchen. Quietschfidel erklang das Lied vom kleinen grünen Kaktus, Schuberts Forellenlied ertönte in Variationen aus verschiedenen Stilepochen. Zarte Aquarelle mit Titeln wie Blumenleben, Wolkenbilder und Waldkonzert erklangen als kleine Chansons. Mit einem Volkslied-Medley wurde die Sangesfreude des Publikums auf die Probe gestellt, ehe Elke Henz als Solistin die weißen Rosen in Athen zum Erblühen brachte. In wechselnden Formationen, mal zusammen oder einzeln, traten der Stammchor und das junge Ensemble illCanto auf und vermittelten so ein changierendes Klangbild, das immer wieder aufhorchen ließ. Auch für Jux und Tollerei waren die Sänger zu haben, wie bei den „Hicks“, den kreisenden Fläschchen und dem „sich gerade noch auf den Beinen halten können“ zu beobachten war. „What shall we do with the drunken Sailor?“, erlaubte sich die betrunkene Crew dann noch zu fragen. Und was antwortete das Publikum? Es klatschte lachend begeistert Beifall.

Den ganz großen Applaus ersang sich der Gastchor, der Kammerchor „Canto Excolo“ aus dem ungarischen Janossomorja. Seine Lieder boten Gesang in Reinkultur. Mehr war kaum möglich. Die sechs Frauen- und fünf Männerstimmen, jeder mit solistischem Niveau, erfüllten den Saal bis in den letzten Winkel. Ihre Sprecherin trug in Deutsch mit wenigen Worten die Inhalte vor. Doch auch ohneWorte ließen die Interpretationen ahnen, ob Freude oder Trauer und Leid besungen wurde. Musik kennt eben keine Grenzen und wenn dann Liebeskummer am Schanktisch runtergespült wird, wie zuvor übersetzt wurde, so gleichen sich doch Sitten und Gebräuche, ob ungarisch oder deutsch. Vor fünf Jahren hatten die Illinger Chöre einen ersten Besuch in Janossomorja gemacht, pflegen seither freundschaftliche Kontakte und hatten nun die wunderbare Idee, die Sangesfreunde zum Konzert einzuladen. War vielleicht Bachs feinfühlig auf Deutsch gesungenes „Nun ruhen alle Wälder“ als Dank für die Gastfreundschaft zu verstehen? Es war berührend, diesem Chor zuzuhören. Buntes Leben auf die Bühne brachten die Tänzer der Siebenbürger Tanzgruppe aus Illingen, die zu schmissigen Polkaklängen die Röcke wehen ließen. Schon beim Anblick der farbenfrohen Trachten kam Freude auf. Eine rundum geglückte Einlage zum vokalen Programm. Winkend, unter viel Beifall, und flotten Rhythmen wurden sie vom Publikum verabschiedet. Zum Ende hin nahmen die Illinger Sänger schnell noch ihre Zuhörer mit auf die Grüne Insel. Auch das Sangesjahr neigte sich mit „Bunt sind schon die Wälder“ dem Ende entgegen. Was blieb da noch? „What a wonderful World“ erklang, mit Inbrunst vorgetragen. „Das schönste Lied, das unseren blauen Planeten farbig in allen Lebenslagen beschreibt“, fasste Edda Ullrich den beglückenden Konzertabend zusammen.

Autor: Eva Filitz (Vaihinger Kreiszeitung)

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Isabelle Arnold, 17. Mai 2018, Chorgattung, Chorverband Enz, gemischte Chöre, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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