Chorkonzert in der Liebfrauenkirche und Ehrungen für langjährige Mitglieder

Lange war geprobt worden, am 8. Juli war es endlich so weit: Die Chöre des Gesangvereins Eningen konnten in der Liebfrauenkirche ein abwechslungsreiches Programm präsentieren. Trotz des guten Wetters und einiger „Konkurrenz-Veranstaltungen“ war die Kirche gut besucht.

Den Anfang machten die Achalmfinken, music and more und einige Mitglieder des Männerchores, die sich mit music and more zu einem „Projektchor“ formiert hatten. Sie zogen mit dem altitalienischen „Alta Trinita Beata“ in die Kirche ein. Es folgte das „Cantate Domino“, eine Adaption aus dem Weihnachtsoratorium von Saint-Saens, und „Erkennungs-Melodie“ von music and more.

Da ähnlich dem Quempas-Singen der ganze Kirchenraum zum Klingen gebracht werden sollte, leitete ein Instrumentalstück der Orgel das Geschehen auf die Empore. Hier stimmte der Frauenchor ein „Kyrie“ von Joseph Rheinberger an, gefolgt vom „Cantabo Domino“, einer Motette für Solo-Sopran und Orgel, gesungen von Rosalie Hehl und aus der gleichen Epoche stammend wie das „Alta Trinita“ vom Einzug.

Danach widmete sich der „Projektchor Kirchenkonzert“ wieder dem klassischen lateinischen Messe-Text: Sanctus, Benedictus und Agnus Dei aus der „Missa brevis Sancti Joannis de Deo“ von Joseph Haydn, im Volksmund wegen des Orgelsolos im Benedictus aber als kleine Orgelsolomesse bekannt. Ebenfalls im Benedictus gibt es neben der Orgel auch ein Sopran-Solo, das von Isabel Neumann gesungen wurde.

Einmal mehr präsentierte Andreas Dorfner sein Können an der Orgel bei einer Instrumentalüberleitung. Zwischenzeitlich hatten bereits Judith Seibert und Jochen Vogel von der Tanzschule BewegGrund in München im Altarraum Aufstellung genommen. Die beiden setzen das „Ave Maria“ von Johannes Brahms, gesungen von Frauenchor und großen Achalmfinken, in bewegte und bewegende Bilder um.

Das nächste Instrumentalstück gab Chorleiterin Brigitte Neumann Zeit, sich gemeinsam mit den Achalmfinken vor dem Altar einzufinden. In verschiedenen Besetzungen, teils als Chor, teils in Kleingruppen oder gar solistisch, sang der Chornachwuchs „Lobe den Herrn, meine Seele“ und Paul Gerhardts „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Auch wenn vor dem Konzert darum gebeten worden war, während des Konzertes nicht zu applaudieren, konnte es sich das Publikum nach dem Auftritt der „Kleinen“ – und das auch verdient – nicht verkneifen.

Diese kleine Unterbrechung war das Stichwort für den Projektchor, am Altar Aufstellung zu nehmen. Dem einen oder der anderen dürfte „The Lord bless you and keep you“ von John Rutter bekannt vorgekommen sein; zumindest denen, die die letzte englische Königshochzeit im Fernsehen gesehen haben; John Rutter ist Leiter der Londoner Cambridge Singers und einer der Hofkomponisten des Britischen Königshauses.

Beim folgenden Instrumentalstück präsentierte das Eninger Blechbläser Ensemble unter Leitung von Johannes Popp sein Talent. Anschließend sang der Männerchor den 23. Psalm von Franz Schubert.

Danach gesellte sich der Frauenchor zu den Herren. Auf dem Programm standen „Erhebet unsern Herrn“ und „Heilig ist Gott“; beides Stücke des „ehemaligen“ Musikdirektors an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und wohl bekanntester regionaler Komponist – Friedrich Silcher. Beide Stücke behandeln den Text „Erhebet unsern Herrn“, wobei das erste Stück etwas flotter ist und den Text noch ein wenig ausschmückt. Das zweite ist textlich überschaubarer und auch musikalisch getragener. Es singen im Wechseln Bariton-Solo (Matthias Maier) und Chor.

Gemeinsam mit Andreas Dorfner am Klavier und den Blechbläsern sangen Frauen- und Männerchor noch „Allmächtiger! Dich preisen Erd‘ und Himmel“, ursprünglich komponiert von Carl Kuntze, gesungen im Satz von Lorenz Lauterbach, der unter anderem in Nellingen und Plattenhardt als Chorleiter gewirkt hat.

Zum großen „Finale“ nahmen noch einmal alle Chöre gemeinsam im Altarraum verteilt Aufstellung und so standen gut 80 Personen auf der „Bühne“. Den Schluss-Satz des Konzertes bildete des „Ubi Caritas et Amor“ vom jungen Isländischen Komponisten Hreidar Ingi Thorsteinsson (Jahrgang 1978). Das Stück beginnt recht schlicht mit dem klassisch vierstimmig gesetzten Refrain „Ubi caritas“. Anschließend bauen sich in einem vierstimmigen Frauenstimmsatz die vier Zeilen des Hymnus auf. Diese werden anschließend zum Finale vom Refrain überlagert, es singen also alle Chöre gemeinsam, bevor alles in einem feierlichen „Amen“ endet. Mit den Worten „Wo Liebe und Güte ist, da ist Gott“ endete das Konzertprogramm in der Liebfrauenkirche Eningen.

Zum Schluss des ersten Teils des Abends dankte Vorstand Karl-Heinz Hüttl den Chören, den vereinseigenen Solisten, den Münchner Tänzern, Organist Andreas Dorfner, Johannes Popp und seinen Musikern und natürlich Chorleiterin Brigitte Neumann, die das Programm des Abends konzipiert, alles mit den Chören einstudiert und die einzelnen „Gewerke“ koordiniert hatte.

Hervorzuheben ist, dass es Neumann wieder einmal gelungen war, ein Konzert für alle Chöre des Vereins zu gestalten. Im Eninger Gesangverein singen die einzelnen Chöre nicht nur nebeneinander, sondern auch miteinander und generationsübergreifend. Als zum Beispiel Frauenchor und Achalmfinken gemeinsam musiziert haben, reichten die Stimmen von 13 Jahren bis 89 Jahren.

Auf dem Kirchplatz hatten schon die Pfadfinder mit einem Sekt-Stand Aufstellung genommen, um die durstigen Konzertbesucher in Empfang zu nehmen. Hiervon wurde gerne Gebrauch gemacht.

Langsam aber sicher verlagerte sich das Geschehen dann in den Martinus-Saal; auch hier standen die Pfadfinder schon bereit und hatten weitere Getränke und liebevoll dekorierte belegte Brötchen im Angebot – hierfür auch an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank.

Nachdem die Gäste mit dem ersten Schwung Verpflegung versorgt waren, folgte der zweite offizielle Teil des Abends, die Ehrungen für langjährige Vereinsmitglieder.

Den Anfang machten die fördernden Mitglieder des Verein. Hier wurden geehrt: Friederike Schwertle-Nagel und Herbert Koch für 20 Jahre Treue zum Verein, Heide Hittinger für 30 Jahre und Karl Glatzle und Erhard Wißmann für 50 Jahre. Dem Verein bereits seit sage und schreibe 60 Jahren verbunden sind Horst Bertsch und Walter Lutz. Eine ganz besondere Ehre für den Verein und ein besonderer Anlass für den Geehrten wurde Eugen Brenner zu Teil. Er ist seit unglaublichen 70 Jahren Mitglied im Gesangverein Eningen.

Da es doch schon recht spät war, folgten nun die Ehrungen der Chorjugend, damit diese anschließend schnell nach Hause konnten, war am nächsten Tag doch Schule.

Gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit, in der sich viele nicht mehr fest an einen Verein binden, ist es besonders schön, so viele Jugendliche ehren zu können. Für 5 Jahre waren dies Marijana Kyas, Lotte Langanky, Carolin Zipper und Fabian Zipper. Für 10 Jahre konnten Richard Hehl, Rosalie Hehl und Kira Sautter geehrt werden.

Als letzte Gruppe standen die aktiven Sängerinnen und Sänger an. Hier konnten Elfriede Dollinger, Brigitte Schreiber und Christel Zeller für jeweils 30 Jahre aktives Singen geehrt. Bereits seit 40 Jahren singt der ehemalige Vereinsvorstand Peter Hauf und für herausragende 60 Jahre aktives Singen wurde Hans-Joachim Riedinger geehrt.

Zum Schluss dankte Vorstand Karl-Heinz Hüttl noch den Pfandfindern für Ihre Bewirtung und ganz besonders Martin Brauße, der bereits seit der ersten Planung des Konzertes und bis zum eigentlichen Veranstaltungsabend mit Rat und Tat zur Seite stand. Anschließend ging es dann zum gemütlichen Teil des Abends über, bei dem Gerda Frey noch das eine oder andere Geburtstagsständchen gesungen wurde, hatte sie doch direkt am Konzert-Tag Geburtstag. Für eine Sängerin ist es doch etwas besonderes, den Geburtstag gemeinsam mit der Chor-Familie feiern zu können.

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