GV Eningen/Achalm auf Konzertreise

Ausflug nach Charlieu

Sicher ist Ihnen in den letzten Wochen in der Presse und auf unserer Homepage der „Projektchor Charlieu“ aufgefallen. Dieser setzte sich aus Mitgliedern von Frauen, Männerchor, music and more, großen Achalmfinken und einigen Ehepartnern von Sängern zusammen.

Nach mehreren Projektproben war es nun endlich soweit und der Projektchor des Gesangvereins machte sich am 23. August gemeinsam mit dem Partnerschaftskomitee auf den Weg in die Eninger Partnergemeinde.

Damit der Weg ein wenig kurzweiliger wurde, gab es einen Zwischenstopp in Belfort, praktischer Weise genau an der Strecke nach Charlieu gelegen. In der Stadt mit dem namensgebenden, eindrucksvollen Fort mit seinem Löwen gab es Zeit für einen kleinen Stadtbummel, einen Kaffee oder – für die sportlich ambitionierten – einen Fußmarsch aufs Fort.

Bei der Ankunft an der Charlieuer Grundschule wurden die Reisenden bereits vom Französischen Partnerschaftskomitee zum Empfangs-Umtrunk erwartet. Die Mitreisenden, die in Familien untergebracht waren, lernten Ihre Gastfamilien kennen, und alle Reisenden bekamen ihr Informationspaket für die nächsten Tage. Für die meisten Mitglieder des Chores ging es von dort mit dem Bus weiter in die beiden Hotels. Ein Teil der Gruppe wohnte in einem kleinen Chambres d’Hôtes im Zentrum, der Rest in einem Hotel am Rande von Charlieu.

Auch wenn der Tag für den Chor schon recht lang gewesen war, ging es abends direkt noch in die Kirche St. Philibert, um vor Ort noch einmal zu Proben und sich auf die Akustik der Kirche einzustellen, die übrigens hervorragend ist. Anschließend ging es noch zum gemeinsamen Abendessen ins Grand Café direkt neben der Kirche.

Am Freitag ging es zum gemeinsamen Ausflug, den das Französische Partnerschaftskomitee organisiert hatte. Ziel war der Hameau duBoeuf in Romanèche-Thorins. Der kleine Ort liegt direkt im Anbaugebiet des Beaujolais. Neben dem ehemaligen Bahnhof, an dem der bekannte Wein verladen wurde, hat das Weingut duBoeuf ein Museum und eine Erlebniswelt rund um den Wein geschaffen. Neben Informationen rund um den Weinanbau und -ausbau gibt es z.B. auch ein 3D-Kino zum Thema Wein und einen bewegten Hummelflug. Natürlich stand auch einer der Lagerkeller auf dem Programm.

Zum Mittagessen versammelte sich die gesamte Gruppe im firmeneigenen Restaurant zum Vesper mit Weinprobe, untermalt von „Live-Musik“ des Orchestrions. Anschließend ging es mit dem Zug zum eigentlichen Weinkeller, an dem sich eine kleine Gartenwelt anschloss. Der Projektchor nutzte die Freizeit noch einmal zu einer kleinen Probe unter den Bäumen im Garten.

Am Abend dann stand das lange erwartete Konzert in St. Philibert auf dem Programm. Mit von der Partie war auch wieder der Chor Cantilena aus Vougy, einer kleinen Gemeinde nahe Charlieu.

Die beiden Chöre präsentierten ein abwechslungsreiches Programm aus kirchlichen und weltlichen Stücken. Die Eninger hatten unter anderem Teile der Gründonnerstagsmesse von Bruckner und Heaven is a wonderful place im Gepäck, extra für den Ausflug wurde das „Grüßt euch Gott“ auf „Bonjour tous les mondes“ umgedichtet und im „Lied für Europa“ wurde die Freundschaft besungen.

Das anspruchsvolle Programm von Cantilena bestand aus Liedern von Komponisten aus ganz Europa, von Skandinavien über Frankreich bis nach Ungarn. Es gab unter anderem ein Jubilate Deo, ein Wiegenlied für eine Ameise, ein Liebeslied für Rosemarie und ein Ubi Caritas.

Zum Abschluss des Konzertes standen dann beide Chöre gemeinsam auf der „Bühne“. Chorleiterin Brigitte Neumann dirigierte das Ubi Caritas des Isländischen Komponisten Thorsteinsson, Gérard Troubetzky aus Vougy dirigierte sein eigenes Herr gib uns Frieden.

Die beiden Abschlussstücke griffen noch einmal den roten Faden auf, der sich irgendwie durch alle Stücke des Abends gezogen hat: Freundschaft, Nächstenliebe und Frieden – passend zum ursprünglichen Gedanken der Städtepartnerschaften und zum 100. Jubiläum „Ende des 1. Weltkrieges“. Gerade in der heutigen Zeit sind das Werte, die es hochzuhalten gilt.

Am Samstag spielte sich das Geschehen in Charlieu selbst ab. Für die meisten begann der Tag mit einem Bummel über den Wochenmarkt, der neben Obst und Gemüse auch von Bäckern und Metzgern beschickt wird, Kleidung und Taschen und sogar lebende Hasen im Angebot hat. Die Sänger konnten den Ort dann bei einer Stadtführung kennen lernen und die Museen des Ortes besuchen. So erfuhr man unter anderem von der Geschichte Charlieus im Mittelalter – aus dieser Zeit stammen noch viele Häuser des
Ortszentrums, vom Krankenhaus, das es vor Ort bis 1981 gab, und von der Seidenindustrie in Charlieu – eine Hochburg auf diesem Gebiet, auch heute noch. So stammt unter anderem der Stoff für das Hochzeitskleid von Königin Elisabeth II. aus Charlieu.

Zwischen den einzelnen Führungen blieb genügend Zeit für ein gemütliches Mittagessen in einem der zahlreichen Restaurants und nach den Führungen nutzten die meisten die Zeit für einen Bummel in den gut 100 Geschäften, die Charlieu bietet, bei gerade einmal 3.700 Einwohnern.

Am Abend führte der Weg dann in das Couvent des Cordeliers, eine ehemalige Klosteranlage bei Charlieu. Anscheinend war die fromme Vergangenheit des Veranstaltungsortes ein gutes Omen, denn kurz nach Beginn des Empfangs im ehemaligen Kreuzgang ging ein veritabler Wolkenbruch vom Himmel. Anschließend begab man sich in das ehemalige Konvent zum großen Gala-Abend mit großem Menü. Die beiden Chöre waren ebenfalls mit dabei und haben mit einigen Liedern den Gala-Abend und die Reden umrahmt. Auch wenn die Sänger gerne noch geblieben wären, ging es nach dem großen Jubiläums-Kuchen doch recht schnell zurück ins Hotel; es hatte im Vergleich zu den Vortagen einen Temperatursturz gegeben und entsprechend frisch war es innerhalb der Steinmauern des Couvents.

Für die Mitfahrer des Partnerschaftskomitees stand der Sonntag zur freien Verfügung bzw. wurde von den Gastgeberfamilien gestaltet. Da dies für die Chorsänger, die ja im Hotel wohnten, nicht möglich war, fuhr sie der Bus an diesem Tag nach Vichy. Treffpunkt war das Hotel am Ortsrand, das praktischer Weise direkt neben einem Supermarkt liegt, den der eine oder die andere Sängerin noch besuchten. Und hier bestand endlich auch die Chance, Rebeccas Champagner-Kühe, besser bekannt als Charolais-Rind, aus der Nähe zu sehen.

Die Fahrt nach Vichy erwies sich ein wenig schwieriger, als zunächst erwartet, da dort an diesem Tag ein Ironman Rennen statt fand und quer zur eigentlichen Zufahrt aus Richtung Charlieu die Radrennstrecke lief. Die Zeit in der Kurstadt Vichy wurde zum Bummeln im Kurpark, zum gemütlichen Mittagessen und zum ausgiebigen Shopping genutzt, die Läden haben praktischer Weise auch sonntags geöffnet. Fazit des Tages: Vichy ist durchaus eine Reise wert.

Den Abend verbrachten die Sängerinnen und Sänger jeweils in ihren Hotels. Im Relais de l’Abbaye gab es ein gutes Abendessen im Hotelrestaurant. Die Sänger im Lion d’Or in der Ortsmitte haben sich gemeinsam mit den anderen dort wohnenden Eningern einen gemütlichen Abend im Garten des Hotels gemacht, mit Pizza und dem einen oder anderen Glas Wein.

Der Montag stand dann ganz im Zeichen der Rückfahrt, die trotz der Dauer doch recht kurzweilig war.

Großer Dank für die gelungene Ausfahrt geht allen voran an Catherine Schäfer, die die Reise organisiert hat und dem Chor immer mit Rat und Tat zur Seite stand, an Busfahrer Volker, der alle Teilnehmer sicher und sanft befördert hat – gerne auch mal mit spontanen Zwischenstopps an den einzelnen Hotels oder am Bahnhof von Roanne, und natürlich an die beiden Chorleiter Gérard Troubetzky und Brigitte Neumann für diverse Sonderproben und ein tolles Konzert.

Wenn man die Sängerinnen und Sänger so hört, war das sicher nicht die letzte Teilnahme an einem Partnerschaftstreffen.

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