Stimmungsvolles Adventskonzert in Sankt Wolfgang

Am 2. Advent hatten Achalmfinken und music and more vom Gesangverein Eningen wieder zum traditionellen Quempas-Singen in die Sankt Wolfgangskirche nach Reutlingen eingeladen. Unterstützt wurden Sie dabei wieder von der Chorgemeinschaft Sankt Wolfgang, Organist Andreas Dorfner und vom Ensemble Saitenklang.

Ganz und gar nicht traditionell ist die Aufmachung des Konzertes, ist es doch eben gerade nicht ein klassisches Chorkonzert, bei dem ein Chor im Altarraum „auf der Bühne“ ein paar Adventslieder absingt. Vielmehr singt und klingt es im ganzen Kirchenraum und in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen.

So standen zu Beginn zum Beispiel nur die Achalmfinken vor dem Altar und begannen mit „Seht es naht die heilige Zeit“; die restlichen Sängerinnen und Sänger zogen nach und nach mit Kerzen und dem Refrain in die dunkle Kirche ein, bevor dann Achalmfinken und music and more die ersten Stücke aus dem Altarraum sangen; teilweise kleine und große Sänger gemeinsam, teilweise nur music and more, mal gemischt, mal nur die Frauen oder auch nur ein Frauentrio bestehend aus Isabel Neumann, Rosalie Hehl und Silke Sautter. Auch ein Männerquartett aus Sankt Wolfgang und die Stubenmusik, passend zu den hauptsächlich alpenländischen Liedern des Abends, erklangen von vorn. Den Abschluss des ersten Blocks bildete das „Tollite hostias“ aus dem Weihnachtsoratorium von Saint-Saens.

Für den zweiten Block verlagerte sich das Geschehen auf die Empore. Mal sang der gemischte Chor aus Sankt Wolfgang „Schlafe mein Kindelein“ von der Orgelempore aus, dann die großen Achalmfinken und Matthias Maier ein „Hosianna“. Einige Frauen aus Sankt Wolfgang ließen ganz zart von der Seitenempore „Auf dem Berge den Wind wehen“, von gegenüber sangen Julia Landgraf, Silke Sautter, Matthias Maier und Alexander Rabe von music and more dem kleinen Jesus mit „Still, still“ ein Schlaflied zu. Thematisch schlossen sich dem die Männer aus Sankt Wolfgang und von music and more mit dem „Es wird schon gleich dunkel“ im Satz vom unvergessenen Prof. Felix Groß an.

All das bildete aber lediglich einen Rahmen für den eigentlichen Mittelpunkt des Abends, das namensgebende „Quem pastores“ von Michael Praetorius. Und bei diesem Stück – auch das ganz Tradition – werden die einzelnen „Bühnen“ nicht nur nacheinander, sondern gleichzeitig bespielt und es klingt aus allen Richtungen. Den Anfang machten Chiara Langner, Charlotte Trauschweizer, Juliana Eger und Anne Schobert von den großen Achalmfinken von den vier Ecken der Empore. Die Antwort kam von music and more aus dem Altarraum, gefolgt von einem „Echo“ von Sankt Wolfgang von der Orgelempore, bevor dann alle Chöre gemeinsam ins Finale des Stückes einstiegen. Spätestens an diesem Punkt dürfte auch der letzte Zuhörer in der sehr gut gefüllten Kirche ein bisschen Gänsehaut bekommen haben.

Für den dritten und letzten Block wanderte der Sängertross wieder in den Altarraum, wobei es von Lied zu Lied mehr Sängerinnen und Sänger wurden, bis wieder alle gemeinsam „auf der Bühne“ standen.

Begonnen hatten den letzten Abschnitt die Achalmfinken, begleitet von der Stubenmusik, mit „Jetzt kommt die heilig Weihnachtszeit“, gefolgt von Achalmfinken und music and more, auch hier wieder in unterschiedlichen Zusammensetzungen. Ein Stück der Stubenmusik gab dann auch Sankt Wolfgang die Gelegenheit, um rechtzeitig fürs flotte „Feliz Navidad“ parat zu stehen.

Einen ersten Vorgeschmack auf das „Fest der Feste“ gab der kurze Einwurf des „Stille Nacht, heilige Nacht“, das die großen Achalmfinken von der Seitenempore, zum „Lichterglanz“ der restlichen Chöre sangen.

Als Abschluss hatte Chorleiterin Brigitte Neumann, die auch für die Gesamtleitung des Abends verantwortlich zeichnete, das „Ubi caritas et amor“ vom jungen isländischen Komponisten Hreidar Ingi Thorsteinsson gewählt. Das Stück beginnt ganz schlicht, bevor es sich in insgesamt acht unterschiedliche Stimmen auffächert, und dann wieder in einem vierstimmigen Amen endet. Und was würde als Schlusspunkt eines gelungen Adventskonzertes besser passen als ein Chor, der das Publikum quasi umrahmt und den Text „Wo Liebe und Güte ist, da ist Gott“ singt. Und so dankte es das Publikum auch mit einem lang anhaltenden Applaus.

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