„Klangfärber“ singen zum Advent

Suchen und finden in der Zeit des Advent

„Klangfärber“ Daugendorf gestalten mit Stimmen und Instrumenten beeindruckende Feierstunde

Daugendorf – Alle zwei Jahre lädt der Kirchenchor/Liederkranz „Klangfärber“ zum Adventssingen in die Pfarrkirche Daugendorf ein. Durch Stimmen, Worte und Instrumente in dem auf hohem Niveau interpretierten vielseitigen Programm fand jeder Besucher Punkte, die ihn besonders berührten.

Nur der Altarraum war beleuchtet, als der Chor mit dem Kanon „Die Gott suchen“ in den Kirchenraum einzog. Nach dem instrumentalen Prolog von Sarah Baranja ( Violine ) und Gertrud Karnik am Keyboard ließ Chorleiter Rudi Karnik seine gut geschulte Schar einen freudvollen Adventsruf von Siegfried Singer anstimmen. Wünsche und Weiten, Lachen und Klingen finden ihre Erfüllung im Advent, denn „Du bist bei mir“, empfindsam ausschwingend in Szene gesetzt. „Meine Augen finden deine Himmel nicht, doch du allein bist bei mir“ klang wunderbar zartfühlend, Heizmanns „Du kommst zu uns so still und leise“ dagegen froh als aufleuchtendes Singen. Die aktuelle Botschaft von Matthias Wolf „Vom Hörensagen“ wirkt durchweg vertiefend, denn man sollte vom Advent und der verheißenen Ankunft nicht lassen. Schwungvoll und voll Freude Colin Mawbys „Öffnet Euch weit, ihr Tore“ aus dem Jahr 2009, denn „der Herr steht bereit. Amen.“

Immer wieder bot ein instrumentales Zwiegespräch zwischen Violine und Keyboard dem Chor eine Cäsur zum Atmen und den Zuhörern in der vollbesetzten Kirche einen angenehmen Wechsel zwischen Gesang und dezenten Instrumentalklängen. Als routinierter Sprecher stellte Cornelius Frommann adventliche Gedanken ganz verschiedener Herkunft in den Raum. Mit dem Advent verbinden manche etwas, von dem man träumt, von dem man nichts weiß, auf das man wartet. Oder: Was suche ich so zwei Wochen vor dem Advent? Suche ich Ruhe und Frieden, denn „wenn älles rennt ond älles spennt, no ischt Advent ?“

Peter Günther hat 1960 den gern gehörten „Engel des Herrn“ in ein erzählendes, am Text orientiertes Gewand gekleidet, bei dem Frauen- und Männerstimmen sich getrennt zum Gesamtchor vereinten. Daraufhin intonierte das Männerensemble im Stil eines Doppelquartetts Gerd Sorgs „Draußen weht der Wind so kalt, Christuskind, komm zu uns“ angenehm ausschwingend. Auch das „Lord, I want to be a Christian“, an die Welt der Spirituals angelehnt, passte in diesen Rahmen. Wunderbar ausgefeilte Halbtöne wuchsen zu spannungsreichen Akkorden. Ebenso stimmlich abgerundet der Frauenchor mit Violine und einer choreigenen Solistin beim unisono-Gesang zu „Stille lass dich finden“ als einer Oase der Entspannung für die Zuhörer bei aller Unrast dieser Tage.

Solche Gedanken griff Cornelius Frommann erneut auf, als er Bernhard von Clairveaux aus einem Brief zitierte: Sieh nicht nur auf die anderen, gönne dich dir selbst, nur so kann in der Stille dein eigenes Geheimnis aufleuchten. Der Chor setzte dies in liebgewonnene Weisen um wie „O du stille Zeit“ oder „Es kommt ein Schiff geladen“ in einem transparenten a capella-Satz, von den einzelnen Chorstimmen ausdrucksvoll interpretiert.

Das figural aufgebaute „Tröstet mein Volk“ in moderner Chorsprache aus dem Jahr 2011 lebte von kräftiger Melodie und exaktem Rhythmus bis zur klangvollen Bitte, getröstet zu werden, als Beschluss. Als bewussten Gegensatz dazu das stets gern gehörte „Maria durch ein Dornwald ging“ im Wechsel der Chorstimmen in ganz nach innen gerichteter textgetreuer Wiedergabe.

Mit innerem Schwung Klaus Heizmanns „Öffnet die Tore, jauchzet und jubelt, der König ist da“, zartfühlend, feinsinnig ausschwingend mit allen Stimmen und Instrumenten ein „Ave Maria“ von Matthias Wolf aus dem Jahr 2017 als Abrundung einer Herz und Seele berührenden Feierstunde im Advent.

Den langanhaltenden Beifall fasste Pfarrvikar Uwe Grau in ein herzliches „Vergelts Gott“. Wohl jeder Besucher sei berührt und angerührt worden, um als Sehender sich zu fragen, was die Botschaft des Glaubens ihm im Advent sagen will. „Mit Eurem Singen habt Ihr uns Weihnachten ein Stück näher gebracht“ lobte er die Akteure dieser Begegnung. Daher sollte nach dem Segen kein weiterer Beifall aufbrausen, um in der Stille das Gehörte weiterklingen zu lassen. Eingehende Spenden kommen jeweils hälftig dem Hospiz Haus Maria in Biberach und der Chorarbeit des Chores „Klangfärber“ zugute.

Von Kurt Zieger

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Claudia Jasbinschek, 15. Jan 2019, Chorgattung, Chorverband Donau-Bussen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben,

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