Geschichten aus der Beziehungskiste

Die Vocal harmonists gaben ihr Jahreskonzert in der Holzgerlinger Stadthalle

Mit ihrem Konzert „Beziehungskiste“ entführte der Holzgerlinger Chor die Zuhörerinnen und Zuhörer in eine Welt voller Liebeslust und Liebesleid. Dabei war nicht nur musikalisch Einiges geboten: selbstkreierte Schattenbilder, eine liebevolle Bühnendeko, eine witzige Moderation und die familiäre Atmosphäre machten das Konzert zu einem besonderen Erlebnis. In vier thematisch aufeinander abgestimmten Blöcken erlebten die Vocal harmonists die Höhen und Tiefen einer Liebesbeziehung. Gleich zu Beginn gab es Gänsehautgefühl, denn mit dem 6-stimmigen a-cappella Stück „Viva la vida“ eröffneten die Vocals das Konzert. Nadja Scherzinger begrüßte anschließend die etwa 160 Gäste – und musste gleich weiter, denn ihre Freundin Kathrin wartete. Der musste sie doch unbedingt erzählen, was sich in ihrer Beziehungskiste so alles tut. Und so entspann sich im Rahmen des Konzerts eine wunderbar witzige Geschichte rund um Liebeslust und -frust. Der besondere Clou: in den Dialogen zwischen den Themenblöcken waren alle Liedtitel der jeweils folgenden Stücke versteckt.

Im vollen Liebesrausch legte Nadja Scherzinger dann zu Beginn gleich mal ein Solo hin, das sich gewaschen hatte. Sie sang, tanzte und spielte sich gekonnt als Solistin durch den Trude Herr Hit „Ich will keine Schokolade“. Das bemerkte auch der Teddybär, der im hohen Bogen durch die Luft ins Publikum flog… Schwärmerisch ging es weiter mit „Kristallen den fina“ bei dem der Chor bewies, dass auch die schwedische Sprache kein Hindernis darstellt. Mit „Du passt so gut zu mir“ schloss der erste Block ab.

Auf die große Verliebtheit folgte die räumliche Trennung. Bei „Weit, weit weg“ hörte man beinahe die Alphörner aus der Ferne erschallen und bei „Schöne Isabella von Kastilien“ warfen sich die männlichen Chormitglieder so sehr in die Brust, dass am Ende sogar die Hüte wegflogen. Mit Johannes Brahms hochromantischem „All mein Gedanken, die ich hab“ stellten die Vocals unter Beweis, dass ihnen nicht nur die moderne Chorliteratur liegt. Bevor ein kleines Ensemble des Chores mit „Le temps des cerises“ das Ende der Kirschenzeit einläutete, wurde es gewittrig. Im Prolog zu „Africa“ erzeugte der Chor ein beinah realistisch anmutendes Gewitter auf der Bühne. Es wurde gerieben, geschnipst, geklatscht und getrampelt was das Zeug hielt. Der Donner auf den Podesten war nicht zu überhören und wurde durch die ausgefeilte Lichttechnik von Matthias Schlenker sogar mit Blitzen untermalt. Da war es klar, dass die Gäste erstmal 20 Minuten Beziehungspause benötigten, um im Foyer der Stadthalle bei verschiedenen Leckereien und Getränken wieder zu Kräften zu kommen.

Danach: Absoluter Stimmungswechsel. In einem riesigen Halbkreis, sang der Chor „Weep, o mine eyes“. Dabei spürte man förmlich die verzweifelte Enttäuschung der nun verflossenen Liebe. Apropos enttäuschte Liebe: wer darf da nicht fehlen? Richtig, ABBA! Mit dem Song „Mamma Mia“ wurde klar, dass in der Enttäuschung auch immer ein bisschen Wut mit drinsteckt. Eine schöne Klammer um diesen Themenblock setzten die Vocals mit dem Song „Lovefool“ von den Cardigans. Co-Moderatorin Kathrin Speidel stellte hier ihr Können als Gesangssolistin unter Beweis und sang sich, beinahe mit Ohrwurmgarantie, in die Ohren des Publikums.

Und dann am Ende: die Versöhnung! Alles wird gut, die Liebenden haben wieder zu einander gefunden. Zuvor wurde aber mit „Fix you“ noch getröstet. Anne Benter führte als Solistin mit klarer, heller Stimme durch das Stück, während der Chor den Harmonieteppich dazu bildete. Richtig schnulzig durfte es zum Schluss natürlich auch noch werden: die Stücke „Amatemi ben mio“, „Only you“ und „Annie’s Song“ zeichneten wieder die romantische Verliebtheit nach, die zu Beginn bereits zu erahnen war. Schon hier wollte der Applaus des Publikums gar nicht abebben. Dennoch konnten die Gäste zum gemeinsamen Singen des Liedes „So soll es bleiben“ überredet werden.

Nadja Scherzinger bedankte sich bei allen, die zu einem guten Gelingen des Konzertes beigetragen hatten: Dirigentin Verena Kellerer, Pianistin Senta Eisenbacher, den Solistinnen und dem Technikteam um Matthias Schlenker. Margit Withelm übernahm wiederum den Dank an Nadja Scherzinger, die sich seit Monaten mit vollem Elan für das Konzert eingesetzt hatte. Ein besonderer Dank gilt auch Elke Heiniger und Ute Nagel, die dafür gesorgt haben, dass kein Gast die Stadthalle hungrig oder durstig verlassen musste. Dem Team von Verwandten, Freunden und Bekannten, die den Bewirtungsverkauf übernommen haben, sagen wir auch nochmal: Herzlichen Dank!

Zu guter Letzt: Auch die Zugabe „Goodnight, sweetheart“ brachte die Gäste noch nicht zum Aufbruch. Es wurde lautstark nach einer Zugabe verlangt. Danach hieß es dann aber wirklich: „Goodnight, sweethearts! Oder: Gute Nacht ihr Schätzchen und kommt gut nach Hause. Oder wie der Schwabe sagt: Guads Nächtle ihr Schätzla und kommed guad hoim!“

Für die Vocal harmonists Kathrin Speidel

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