Jubiläumskonzert „160 Jahre Liederkranz Bolstern“

Mit einem Jubiläumskonzert im Dorfgemeinschaftshaus in Friedberg hat der Liederkranz Bolstern sein Jubiläumsjahr musikalisch beendet. Sei 160 Jahren wird in dem 400-Seelen-Dorf nun schon organisiert gesungen. Wer die drei Chöre des Vereins an diesem Abend gehört hat, darf guter Hoffnung sein, dass dies auch noch lange so sein wird. Jung und Alt haben demonstriert, wie man mit Singen den Menschen eine große Freude bereiten kann. Das Repertoire zeigte alle Facetten des Chorgesangs auf, sehr zur Freude der vielen Zuhörer. Mit dem Chorsatz „Lieder sind die besten Freunde“ des Männerchores unter der Leitung von Ursula Jankowski erinnerte der Vorsitzende Roland Burth an die zurückliegenden Jahre. Der Chor habe beide Kriege überstanden und bis in die 1970er-Jahre das kulturelle Leben im Ort alleine bestimmt.

Zum Männerchor gesellten sich dann der Kinderchor und der Junge Chor Bolstern hinzu, so dass heute fast ein Viertel der Einwohner von Bolstern das Singen pflegen. „Arcobaleno“, der Regenbogen spannt sich weit über die Berge, brachte der Männerchor fein akzentuiert zu Gehör. Auch das Lied „Der Wandrer“ war den 16 Männern wie auf den Leib geschnitten. Ein hörenswerter Männerchor, der gefühlvoll die Heimat und die Natur beschrieb. Der Ohrwurm von Harry Belafonte: „Wo meine Sonne scheint“ brachte Südseefeeling in den Saal und bei Daniel Gerards „Butterfly“ flatterten auch kleine Schmetterlinge durch den Saal. Danach stürmten Ulrike Keßler und ihre über 40 Kinder die Bühne. Cool und selbstbewusst hieß es „Der Pumuckel ist da“, „Hey Pippi Langstrumpf“ und auch „Wickie“. Einfach toll, wie lebendig und unbefangen sich der Kinderchor präsentierte.

Gespannt war man auf den Jungen Chor Bolstern mit seinen ebenfalls über 40 Mitgliedern. Ed Seehran fand seine Liebe „Perfect“ und auch die Sänger ließen das Lied perfekt erklingen. Mit „Seit an Seite“ zeigte der Chor, dass es auch auf Deutsch geht. Gut in Szene setzen konnten sich dann die einzelnen Stimmen mit viel Rhythmus und Tongefühl bei dem Song von Brian Adams: „Everything I Do“. Ein Hörgenuß mit dem Jungen Chor unter dem gewohnt sicheren Dirigat von Ulrike Keßler. Mit drei Silcherchören wartete dann der Männerchor auf. Klassische Chöre, die zum festen Bestandteil eines Männerchores gehören, wie das „Schifferlied“, „Der Lindenbaum“ und „Wir sind die Könige der Welt“. Hier zeigte sich der Männerchor mit dem Terrain vertraut von seiner besten Seite. Verstärkung holten sich die Senioren mit den Männern des Jungen Chores, um gemeinsam ein fulminantes Hoch „Auf das Leben“ auszubringen.

Was die „Hefe“ bei Frauen figurtechnisch anrichten kann, brachten diese mit viel Mimik und Gestik und einer großen Portion musikalischer Selbstironie zu Gehör. Auch die Männer bekamen dabei ihr Fett ab, was für Erheiterung beim Publikum sorgte, wie auch der Zungendreher „Rama Lama Ding Dong“. Und dann ein grandioses Finale. Alle drei Chöre kamen dazu auf die Bühne und sangen, passend zu dem Abend und die Einwohner von Bolstern: „Im Dorf, wo ich geboren bin“ von den Dorfrockern. Eine Liebeserklärung und die Erinnerung an den dörflichen Alltag, wie es nicht besser passen konnte. Den Beifall hatten sich alle Akteure mehr als verdient. Besonders die Chorleiterinnen ulrike Keßler und Ursula Jankowski, Ruth Seethaler für ihre sichere Klavierbegleitung und auch Alexander Fischer und Isabell Trautmann an der Gitarre. Ein gelungener Konzertabend, der Bolstern als „kleines, singendes Dorf“ auszeichnete.

Das Konzert war auch die Plattform für die Ehrung von zwei langjährigen Sängern. Die Verbandschorleiterin des Oberschwäbischen Chorverbandes Anne-Regina Sieber zeichnete Dieter Niederer für 50 Jahre und Hubert Haile für gar 60 Jahre aktives Singen mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Chorverbandes aus.

Fotos:
Geschafft! Chorleiterin Ulrike Keßler und alle drei Chöre nach dem Finale.
Verbandschorleiterin Anne-Regina Sieber und der Vorsitzende Roland Burth ehren die beiden Sänger Dieter Niederer und Hubert Haile

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