Singen in Zeiten von Corona: Stell‘ dir vor, nichts geht mehr und was dann?

Ihr wart alle live dabei. Plötzlich wurde einer der schlimmsten Albträume wahr. Keine sozialen Kontakte, keine Musik, keine Treffen, keine Konzerte. Ich war erst Mal wirklich komplett blockiert.

Und dann war aber schnell klar. Unterrichten muss auch in meinem Erwachsenenlehrauftrag online über Videokonferenzen geschehen. Ich bin sehr dankbar, dass ich zuhause, was diese technischen Hilfsmittel betrifft, sehr gut ausgestattet bin. Es war praktisch alles da, was ich für das online arbeiten gebraucht habe: Mischpult (Audiointerface,) Mikrophone, ein E-Piano, Stative, Notenständer, Literatur, Laptop, I-Pad, eine Monitorbox und eine Unmenge an Kabeln und Adaptern. Alles was wir sonst oft zum live Musikmachen benötigen.

Und dann ging es los! Ich hatte das Gefühl, dass vor allem Kinder Abwechslung brauchen und habe mich dann sehr schnell in das Programm „Zoom“ eingearbeitet. Montags und donnerstags gibt es für Kinder und Jugendliche Mitmachprogramme in meinem Konferenzraum, von 17-19 Uhr. Am Anfang war das für alle Beteiligten schon seltsam. Aber jetzt ist ein schon sehr eingespieltes Programm. Oft sitzen ganze Familien vor Laptops oder Tablets, singen, tanzen und ja, wir lachen auch viel. Donnerstags und freitags gibt es dann auch noch Chorproben für die Erwachsenen. Wenn man es Chorprobe nennen kann. Es ist weit entfernt von unserem normalen Chorerlebnis. Ich nutze die Zeit für gute Stimmbildung, Atemtraining und dann singen wir hier im Konferenzraum zwei-dreistimmig und dieser Klang wird zu den Choristen übertragen. Oder spiele Aufnahmen aus Proben und Konzerten ein. So haben wir dann auch ein wenig das Gefühl, dass wir unseren schönen Chorklang hören können. Die Programme sind für alle offen. Der Chorverband Karl Pfaff, die Chöre Rhythmicals und Da Capo und der Kirchenchor Rechberghausen haben diese Idee möglich gemacht. Als schöne Idee hat es sich auch erwiesen, sich in Konferenzräumen aufteilen, nach Stimmen oder Männern und Frauen und dann noch einen anderen Chorleiter, eine andere Chorleiterin einzuladen um dann auch getrennt zu Proben und auch neue Einheiten oder Stimmbildungsübungen kennenzulernen.

Nach den Chorproben haben wir dann manchmal einfach den Konferenzraum offengelassen, schöne Musik aufgelegt, ein kühles Kaltgetränk in die Hand genommen, getanzt und gesungen. Einfach zusammen Zeit verbracht. Das hat auch so richtig gut getan.
Dann gibt es interaktive Mitmachprogramm im Bereich der #mutmusikbotschaft. Ein Projekt, das vom Schulamt Nürtingen, dem Seminar für Aus- und Fortbildung für Lehrkräfte in Kirchheim und dem Chorverband Karl Pfaff getragen wird. Mit Videos und Audios kann man sich zu ausgewählter Musik beteiligen. Daraus entstehen Musikvideos, die mutmachende Botschaften in sich tragen oder einfach nur Freude in den derzeitigen schwierigen Zustand transportieren sollen. Und dann gibt es noch sehr lustige Challenges bei Facebook z.B. zum Thema „Klopapier“. Bei denen habe ich mich auch schon beteiligt.

Insgesamt gibt es viele Möglichkeiten sich online zu treffen, macht was daraus. Ich selber hätte nie gedacht, dass ich so viel Kraft aus diesen Treffen ziehen kann.

www.ellen-strauss-wallisch.de

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