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SINGEN Kompositions- und Arrangement-Wettbewerb 2008

Wolfgang Layer, 31.01.2008, Chorjugend im SCV, Gaue und Verbände, Singen und Stimme, 7 Kommentare

Komponisten, Arrangeure und Chorleiter schreiben für den
Frauenchor des Schwäbischen Sängerbundes

SINGEN, die Zeitschrift des Schwäbischen Sängerbundes (SSB), schreibt zusammen mit dem Verlag Edition Omega einen Kompositions- und Arrangement-Wettbewerb für eine CD mit La Chorella, dem Frauenchor des SSB, aus.

Teilnehmen können alle im und für den Deutschen Chorverband tätigen Komponisten, Arrangeure und Chorleiter. Eine Jury, bestehend aus Mitgliedern des SSB-Musikbeirats und der Redaktion von SINGEN, wählt insgesamt 8 Titel aus, die vom Frauenchor des SSB einstudiert und aufgenommen werden. Alle Titel müssen verlagsfrei sein.

Gewinner sind die Komponisten bzw. Arrangeure der ausgewählten Stücke, deren Chorwerke vom SSB-Frauenchor einstudiert und auf CD aufgenommen werden. Wenn sie Mitglieder der GEMA sind, profitieren sie in Zukunft von jedem Konzert und selbstverständlich von den GEMA-Tantiemen der CD.

Thema des Wettbewerbs
Thema des Wettbewerbs sind jahreszeitliche Lieder. Für jede Jahreszeit werden 2 Chorsätze ausgewählt. Das können sein:
– Eigenkompositionen mit eigenem Text*
– Bearbeitung eines Volksliedes (von 12 vorgeschlagenen)
– Ein selbst ausgewähltes deutsches oder internationales Traditional (Volkslied)
– Komposition unter Verwendung der 4 vorgegebenen Texte

Zahl der eingesandten Chorsätze
Jeder Teilnehmer am Wettbewerb kann bis zu vier Sätze einreichen.

Besetzung
Frauenchor a cappella à 3 oder 4 Stimmen

Copyright der Texte, Kompositionen und Arrangements
*Alle Kompositionen, Arrangements und Texte müssen verlagsfrei sein. Der Wettbewerbsteilnehmer bestätigt dies mit seiner Unterschrift. (siehe „Notensatz”)

Anonymität der eingereichten Werke
Die eingereichten Noten dürfen keine Hinweise auf den Namen des betreffenden Komponisten bzw. Arrangeurs enthalten. Sie erhalten vom Verlag eine interne Nummer und werden unter dieser Nummer der Auswahlkommission vorgelegt.

Notensatz
Für jedes der ausgewählten Werke wird – zusätzlich zu den Audioaufnahmen – der Chorsatz in Form eines PDF-Dokuments auf der geplanten CD veröffentlicht, so dass Käufer der CD (Chorleiter/Chor/Verein/Einzelperson)  automatisch das einmalige Recht erwerben, Chornoten in Chorstärke auszudrucken bzw. zu kopieren. Die so erstellten Noten dürfen weder privat noch kommerziell weitergegeben bzw. weiterverkauft werden.

GEMA
Es ist sinnvoll, die eingereichten Chorsätze bei der GEMA anzumelden, damit ihre Komponisten, Arrangeure und Textdichter vom CD-Verkauf und von allen zukünftigen Aufführungen profitieren.  Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft bei der GEMA.

Einsendeschluss
30. Juli 2008 (Poststempel)

Die Einsendungen können entweder auf elektronischem Weg (PDF-Anhang zum E-Mail) erfolgen unter dem Hinweis „Chorsätze für La Chorella” an Singen@edition-omega.de oder postalisch an:

Chorsätze für La Chorella
Edition Omega
Redaktion SINGEN
Eschweg 12
27308 Kirchlinteln

Vorschlagsliste Volkslieder zur Bearbeitung:

– Frühling
   Jetzt fängt das schöne Frühjahr an (Volksweise aus dem Rheinland)
   Grüß Gott, du schöner Maien (Volksweise aus dem 16. Jhdt.)
   Auf einem Baum ein Kuckuck saß (Vokslied aus dem Bergischen)
– Sommer
   Geh aus, mein Herz, und suche Freud (Paul Gerhardt/ August Harder)
   Wem Gott will rechte Gunst erweisen (J.v.Eichendorff/ F.Th. Fröhlich)
   Kommt ihr G´spielen, wir woll´n uns kühlen (Melchior Franck, 1630)
– Herbst
   Als ich einmal reiste (Volkslied aus Thüringen)
   Das Laub fällt von den Bäumen (Siegfried August Mahlmann)
   Ein Jäger längs dem Weiher ging (Volksweise)
– Winter
   Ach, bittrere Winter, wie bist du kalt (Ambraser Liederbuch , 1582)
   Freu dich Erd‘ und Sternenzelt (Altböhmische Volksweise)
   Herbei, oh ihr Gläubigen (Volksweise)

Vorschlagsliste Texte für eigene Kompositionen

– Frühling
  Der verliebte Schmetterling (Wilhelm Busch)
– Sommer
  Im Sommer (Wilhelm Busch)
– Herbst
  Herbst (Wilhelm Busch)
– Winter
  Karneval (Wilhelm Busch)
Texte und/oder Noten erhalten Sie auf Wunsch unter Singen@edition-omega.de


Informationstagung für Vorsitzende der Gaue und Chorverbände

Wolfgang Layer, 27.01.2008, Gaue und Verbände, Singen und Stimme, Vereinsführung, Kommentare geschlossen

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Bericht des Präsidenten am 19. Januar 2008 in Stuttgart-Degerloch

Diese Begegnungen zum Jahresbeginn mit den Vorsitzenden der Gaue und Chorverbände sind unter der Präsidentschaft von Dr. Lorenz Menz inzwischen zur Tradition geworden. In seinem Bericht erklärte dieser gleich zu Beginn, was ihm dabei wichtig ist: 

„Wir haben alle das gleiche Anliegen: dass es unseren Chören gut geht. Jeder schleppt einen Sack voll Probleme mit sich herum. Und, wenn ich von mir ausgehe, manchmal ist man euphorisch und optimistisch, und manchmal zweifelt man, ob man die Sache richtig macht. Ein Hauptproblem sehe ich darin: Wir wissen noch zu wenig von einander. Es ist eine alte Erfahrung: Wenn man etwas gemeinsam anpackt, ist es immer leichter. Da kann der eine dem anderen helfen. Voraussetzung ist aber, dass wir miteinander reden. Häufig führen wir Monologe statt Dialoge. Wichtig ist vor allem, was wir voneinander erwarten. Mann kann dem anderen nur gerecht werden, wenn man weiß, was er braucht und was er erwartet. Das gilt für das Verhältnis des einzelnen Chores zum Chorverband genauso wie zwischen den Gauen/Chorverbänden und dem SSB. 

Es ist erfreulich, dass immer mehr erkannt wird, dass Gaue, Chorverbände und SSB längstens Dienstleister geworden sind. So wichtig Ehrungen, Urkunden und Grußworte sind – am Wichtigsten ist aber die Steuerungsfunktion, die jede Ebene in ihrem Verantwortungsbereich hat. Wir sind für das Funktionieren an der Basis mitverantwortlich. Hier hat sich sicher die Rolle der Gaue/ Chorverbände und des SSB immer mehr verändert. Je schwieriger die Rahmenbedingungen sind, desto wichtiger ist es, dass beraten wird und dass professionell begleitet wird, dass Arbeit abgenommen wird, dass wir die Arbeit vor Ort, so gut es geht, leichter machen. Dabei muss immer wieder klar gesehen werden, dass wir die Alltagsarbeit dem Chor vor Ort nicht abnehmen können. Die Zukunftsentscheidungen müssen letztendlich dort fallen. Wir können nur Hilfestellungen geben. Begegnungen wie heute sollen uns bewusst machen, welche veränderte Rolle wir haben. 

Heute ist auch Gelegenheit, Anregungen und Kritik vorzutragen. Wir wollen voneinander lernen, zumal keiner die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. In diesem Zusammenhang müssen wir uns selbst immer wieder fragen, wo und wie werden wir wahrgenommen? Ich kann es nur vom SSB sagen: Wir haben sicher noch nicht jene Identifikation der Mitglieder mit dem Schwäbischen Sängerbund erreicht, die notwendig ist, um nach außen hin deutlich zu machen, was wir sind, was wir bieten, wo unsere Ziele sind.  Zunächst mein Dank, dass Sie in den Gauen/ Chorverbänden Verantwortung übernommen haben, dass wir die Gaue auf einem guten Kurs halten. Wir alle sind  immer auch auf Andere angewiesen. Was die Chorlandschaft im Land ausmacht, ist immer letztlich eine Gemeinschaftsleistung. Aber es braucht auch immer einen Mann/eine Frau, der oder die bereit ist, zu führen. Das heißt:  

   Anstöße zu geben,

  zusammenzuhalten, was auseinander strebt,

   auszugleichen, wenn Spannungen sind,

  zu motivieren, wenn sich Ermüdungserscheinungen zeigen und

   zu kritisieren, wenn die Dinge falsch oder überhaupt nicht laufen. 

Gerade für diesen nicht immer sehr angenehmen Dienst möchte ich Ihnen danken. Ich danke ihnen vor allem auch, dass Sie immer wieder in Ihrem Verantwortungsbereich an die „Front“ gehen. Auf diesen Multiplikatorendienst sind wir alle angewiesen. Unsere gemeinsame Hauptverantwortung ist und bleibt: den Chören Zukunft zu geben. Zwar ist der Rückgang der Mitgliederzahlen noch nicht dramatisch, aber: das Vereinssterben ist abzusehen. Ich bin dankbar, dass viele Gaue das Thema aufgegriffen haben. Es muss auf der Tagesordnung bleiben. Ich möchte Sie bitten, in den Gauen und Mitgliedsvereinen die Entwicklung zu besprechen. Vor allem dort, wo Vereine davor stehen, die Arbeit einzustellen. Es ist sehr aufschlussreich, den Gründen nachzugehen, warum Vereine aufhören. Vom Silchergau liegt z.B. eine Analyse der Vereinsverluste ab 2002 vor. Vielleicht ist diese Recherche etwas, das durchaus auch in anderen Gauen und Chorverbänden Nachahmung finden kann. Ich habe die Analyse mit Interesse gelesen. Häufig hängt es an Personen, z.B. an der Weigerung, Funktionen zu übernehmen, an der Ablehnung von Vereinsarbeit.  Es gibt sicher hier auch keine Patentlösung für alle. Es gibt keine Rezepte vom grünen Tisch, keine Lösungen, die man von oben verordnen könnte. Wir sind vielmehr gezwungen: 

   pragmatisch vorzugehen,

   praktische Erfahrung einzubringen,

  die Vereine mitzunehmen durch individuelle Beratung, die sowohl musikalisch (Verbandschorleiter/ Gauchorleiter/ Musikbeirat) als auch strukturell in den Fragen der Vereinsführung erfolgen muss (z. B. Marketing, Öffentlichkeitsarbeit). 

Eine besondere Rolle spielt hier inzwischen unstrittig die Nachwuchsarbeit. Leider stößt dieses Thema häufig dort auf taube Ohren, wo es am wichtigsten ist. Da Nachwuchsarbeit ein Dreh- und Angelpunkt ist, haben wir auf der Tagesordnung dieses Thema ausdrücklich vorgesehen.  Ich will nur einige Stichworte zum Thema Zukunft der Chöre noch anfügen: Wir dürfen uns nicht in eine Weltuntergangsstimmung treiben lassen. Chöre sind keine Auslaufmodelle, keine altmodischen Zipfel – auch wenn der eine oder andere Chor keine Zukunft hat. Wenn wir selber nicht mehr an die Zukunft der Chöre glauben würden, könnten wir andere auch nicht anstecken mit Optimismus. Dabei ist für mich immer wichtig, dass nicht die Vergangenheit die Messlatte abgeben kann. Wir müssen nach vorne schauen: Wo sind heute – bei sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen –  unsere Chancen? Was müssen wir tun, um bei den Menschen von heute anzukommen, auch wenn wir dabei manches Überkommende aufgeben müssen?

Die Veränderungsbereitschaft ist die Grundvoraussetzung, um Gutes zu verteidigen und Neues zu erreichen.  Trotz aller Veränderung sehe ich keine Alternative zu unseren Vereinsstrukturen. Wir brauchen nach wie vor Strukturen, die eine gute und dauerhafte Basis für jede Chorarbeit abgeben. Das zeigt sich am Beispiel der Jungen Chöre. Diese Jungen Chöre sind ja unsere Hoffnungsträger. Wenn Junge Chöre einen Stammchor als Basis haben, haben sie auch eine größere Stabilität. Ihr Fortbestehen ist wahrscheinlicher als bei frei schwebenden Jungen Chören. Junge Chöre ohne feste Anbindung an Vereine sind anfällig und labiler. Umgekehrt gilt: Jeder Stammchor sollte einen Jungen Chor gründen. Um die Vereinsstruktur zukunftsfähig zu machen, müssen wir gemeinsam alles tun, um die Vereinsarbeit, so gut es geht, leichter zu machen. Dazu gehören die Angebote der Fort- und Weiterbildung aber auch die Einbindung von jungen Menschen in unsere Vereinsstrukturen. Das heißt zum Beispiel Übertragung von Verantwortung an junge Menschen ohne Überforderung. 

Wir sollten uns noch mehr als bisher um die vielen freien Chöre kümmern, die nicht in den Gauen, Chorverbänden und im SSB organisiert sind. Wir gehen davon aus, dass in Ba-Wü ca. 500 solcher freien Chöre vorhanden sind. Diesen müssen wir nahebringen, dass Sie in den Gauen und Chorverbänden und beim SSB eine gute Unterstützung haben. Das verlangt:   verstärkte Öffentlichkeitsarbeit,    Umstellung der Service und Fortbildungsangebote auch auf die Bedürfnisse der Jungen Chöre. Langfristige Zukunftssicherung steht und fällt mit den Kontakten mit Kindergärten und Schulen und mit anderen Laienmusikverbänden. Man kann nicht oft genug darauf hinweisen. Inzwischen ist es auch in den anderen Landesverbänden erkannt worden. Hier kann man Sympathie gewinnen. Und das ist die erste Voraussetzung für Zustimmung. 

 In diesem Zusammenhang wiederhole ich meine sicher laienhafte Anregung: Kein Konzert ohne Jugend! 

Eine vielleicht gewagte Prognose will ich anschließen: Wir müssen künftig noch mehr Elemente der „Hauptamtlichkeit“ aufbauen. Ehrenamt kann immer weniger auf Begleitung durch das Hauptamt verzichten. Das gilt in allen Verbänden. Gleichzeitig müssen wir bei den begrenzten personellen Ressourcen auf ein Mehr an Rationalisierung dringen. Das verlangt zum Beispiel Arbeitsteilung und Delegation. Das kann auch den Einsatz von externen Fachleuten bedeuten. Und das verlangt künftig vielleicht auch vermehrt die Kooperation über Gaugrenzen hinweg. Kein Wirtschaftsunternehmen würde es sich leisten, in vielen Zweigstellen nebeneinander die gleichen Aufgaben wahrzunehmen. Arbeitsteilung ist auch für uns noch eine große Reserve an Kraft. 

Wir haben im Jahr 2008 wieder eine Reihe von Veranstaltungen, für die ich Sie bitte, Werbung zu machen: 

  Landes-Musik-Festival in Bietigheim-Bissingen am 28. Juni

   Festival Junger Chöre in Ludwigsburg am 12. Juli 2008

  My Music in Friedrichshafen vom 14. – 16. November

  Über die Seminare und Fortbildungen, die wir 2008 durchführen wollen, sprechen wir unter Punkt „Verschiedenes“.

Helfen Sie mit, dass unsere Veranstaltungen und Projekte erfolgreich sind. Erfolg ist die beste Werbung für unsere gemeinsame Sache. In diesem Zusammenhang noch ein Vorschlag: Wir klagen immer darüber, dass wir die Leistungen und Projekte des Gaues/Chorverbandes bzw. des SSB nicht richtig in die Öffentlichkeit bringen. Warum sind wir nicht bei gelungenen Konzerten und Veranstaltungen z.B. mit einem Informationsstand präsent und informieren das Publikum über unsere Arbeit? Das wirkt mehr als jede Urkundenverleihung!“ 


Hauptversammlung des Frohsinn Kirchberg

Bura, 21.01.2008, Gaue und Verbände, Sängerkreis Mittlerer Neckar, Vereinsführung, Kommentare geschlossen

Hauptversammlung des Frohsinn Kirchberg

Die Tagesordnung wurde satzungsgemäß veröffentlich und von der Versammlung in allen Punkten angenommen. Erfreulicher Weise konnte der erste Vorsitzende Thilo Kiebler in diesem Jahr sehr viele Mitglieder und Ehrenmitglieder begrüßen.

So dann gedachten die Anwesenden in einer Schweigeminute der im vergangenen Jahr verstorbenen Vereinsmitglieder Erwin Schäfer, Eugen Reinhuber, Kurt Seufer, Willi Adelhelm und Günther Kunzi.

Da keine Anträge eingingen, folgten laut Tagesordnung die einzelnen Berichte:

Der erste Vorsitzende gab seinen kurzen, aber inhaltsstarken Bericht ab. In manchen Bereichen, besonders aber in der Wirtschaftsführung war man erfolgreich, vieles durch übergroßes Engagement der Chormitglieder erreicht. Jung und Alt rückten näher zusammen und bewältigten zum Beispiel die große Hürde Bürgerfest. Es sei wichtig, so Kiebler, dass der finanzielle Aspekt stimme, ebenso wichtig sei jedoch das Zusammenwachsen der Vereinsgemeinschaft. Er appellierte  in diesem Punkt auf gegenseitigen Respekt, auf Anerkennung, Unterstützung und Achtung. Lobend sprach er über das gemeinsame Jahreskonzert mit Jugendchor, junger Chor Good News und Gemischten Chor, das der Öffentlichkeit bestens präsentiert wurde. Hier hat sich gezeigt, dass ein Generation übergreifendes harmonisches Miteinander möglich sei. Ein weiteres, sehr wichtiges Ereignis war der Start des Jungendchorprojekts, den er unter Tagesordnungs-punkt fünf näher erläutern wird. Es sei im Verein wie im richtigen Leben, so der Vorsitzende,  ohne Nachwuchs endet man in einer Sackgasse. Sich der Jugend zu öffnen und Angebote für Kindern und Jugendlichen zu bieten, soll künftig vorrangige Aufgabe des Vereins sein. Abschließend galt sein Dank der Vorstandschaft und den Mitgliedern gleicher Maßen.

In Abwesenheit der Schriftführerin Ursula Wolf verlas die stellvertretende Vorsitzende Anna-Maria Falk auszugsweise in chronologischer Reihenfolge aus dem Protokollbuch über die Aktivitäten des Gemischten Chores und die des jungen Chores Good News.

Kassier Erwin Offenhäußer konnte in diesem Jahr einen hervorragenden Kassenbericht abgeben und erläuterte den Anwesenden die Einnahmen und Ausgaben in detaillierter Form. Dank zahlreiche Aktivitäten, Konzerte und Veranstaltungen, durch großes Engagement und Initiativen verschiedener Mitglieder konnte er in allen Sparten eine positive Bilanz verbuchen. Dass man zum Jahresende unter dem Strich wieder schwarze Zahlen schrieb, war aber auch der einwandfreien Kassenführung von Erwin Offenhäußer zu verdanken. Dies wurde von den Kassenrevisoren Gerhard Gleich und Monika Sticotti einwandfrei bestätigt.

Aus dem Bericht der Dirigentin Birgitt Würz war zu entnehmen, dass mit insgesamt  41 Chorproben, einem intensives Probenwochenende in Wüstenrot, drei Ständchen und zwei Beerdigungen, dem Auftritt beim Altennachmittag, der Matinee und beim Jahreskonzert ein arbeitsreiches Sängerjahr zu Ende ging. Sie sprach sich besonders lobend über das gelungene Jahreskonzert aller drei Chöre aus, das eine große Herausforderung darstellte. Das Thema Spanische Weihnachten, zum Teil in Originalsprache zu singen war nicht einfach.

Zur Situation des Chores teilte die Dirigentin mit, dass die Zahlen der 29 Aktiven  weiterhin rückläufig sind, erfreulich dagegen, dass immer wieder Gastsängerinnen- und Sänger gewonnen werden können, die zur Unterstützung und zum Gelingen der Konzerte beitragen. Den Probenbesuch bezeichnete sie als gut, doch musste sie die Pünktlichkeit und Disziplin anmahnen. Mit einem Ausblick auf 2008 und Dankesworten schloss  Birgitt Würz ihre Ausführungen.

Dirigent Sebastian Auer des Good News Chores stieß bei seinen Vorbereitungen im Internet auf das Thema „Chorsterben“, was er allerdings nicht recht nachvollziehen konnte. Hatte man doch gerade erst mal einen Jugendchor mit großem Erfolg in Kirchberg gegründet. Inzwischen auf 16 Jungendlichen angewachsen wird er wohl auch ein fester Bestandteil der Frohsinn Chöre werden. Auer ging auf das musikalische Vorhaben am 7. Juni mit dem Konzert „Starke Töne“ ein, zu dem Gastchöre der Region eingeladen werden sollen. Sein Wunsch und Bestreben sei es, in die Jugendarbeit, auch auf finanziellem Wege zu investieren. Er gab bekannt, dass sich im Zuge seines Studiums und des beruflichen Werdegangs bis 2009 für den Chor keine Änderungen ergeben werden. Er dankte ebenfalls allen für die Unterstützung und das Vertrauen im vergangenen Jahr.

Abschließend dankte Thilo Kiebler allen für die im abgelaufenen Vereinsjahr geleistete Arbeit. Vizedirigent Gerhard Gleich stellte danach den Antrag auf Entlastung der Vorstandschaft, welcher von der Versammlung einstimmig angenommen wurde.

Nun gab der Vorsitzende die Situation der Gründung des Jugendchores bekannt. Das Gremium der Vorstandschaft hat mit Sitzung vom 17.12.2007 beschlossen, der ursprünglich am 24.1.2007 als Projektchor deklarierte Jugendchor soll fortgeführt werden. Die Kinder und Jugendlichen werden mit allen Rechten und Pflichten laut Satzung Mitglieder des Vereins. Der Beitrag beträgt 40 Euro. Der Ausschuss bittet die Versammlung um Zustimmung, den Jugendchor fortzuführen. Dieser wurde einstimmig befürwortet.

Die fälligen Neuwahlen leitete der Chorsprecher des Gemischten Chores Gerhard Imberger. Zuvor gab der 1. Vorsitzende Thilo Kiebler eine Erklärung zu seinem bisherigen Amt und zu seiner Person ab und schilderte die vergeblichen Bemühungen, einen willigen und geeigneten Nachfolger zu finden. Er gab verschiedene Gründe an, das Amt des Vereinsvorsitzenden nicht weiter führen zu können und stellte daher das Amt des 1. Vorsitzenden zur Verfügung.

Es folgte eine rege Diskussion. Wahlleiter Imberger unterbreitete konkrete Vorschläge und bat um Unterstützung des Vorsitzenden, um das Amt weiterhin leiten zu können. Ein neues Konzept soll künftig zur Entlastung des Vorsitzenden dienen, so dass Thilo Kiebler unter erheblichem Für und Wider einer erneuten Wiederwahl als 1. Vorsitzenden zustimmte.
Thilo Kiebler wurde von der Versammlung einstimmig als 1.Vorsitzender wiedergewählt.

Die weiteren Wahlen brachten folgende Ergebnisse: Der Kassier Erwin Offenhäußer, die Mitglieder Erika Spitznagel, Vera Michaelis, Monika Sticotti , Hans Hüber, Margit Trautwein (passives Mitglied) werden einstimmig wieder gewählt. Als Kassenrevisorin wurden Monika Sticotti und als Chorsprecherin von Good News Ursula Renz einstimmig wieder gewählt.  Im Ausblick auf das Jahr 2008 stellte der 1. Vorsitzende Thilo Kiebler das Jahresprogramm vor. So findet in diesem Jahr die Vorstände- und Chorleiter-Tagung des Sängerkreises Mittlerer Neckar in Kirchberg  in der Gemeindehalle statt, die vom Verein ausgerichtet wird. Zur Frühjahrsfeier in Kleinbottwar werden Ehrungen des Sängerkreises an verdiente Mitglieder verliehen. Neben kleineren Aktivitäten stehen das Konzert „Starke Töne“ des Good News am 7. Juni bevor, evtl. ein Mitwirken an der Open-Air-Veranstaltung in Marbach, Singen in der Kirche, die Teilnahme am Bürgerfest , das Maultaschenessen mit Flohmarkt und das gemeinsame Jahreskonzert am 29. November 2008.

Ehrungen im Rahmen der Jahreshauptversammlung
Eine der angenehmen Aufgabe eines Vorsitzenden ist es, langjährige Mitglieder für ihre Treue zum Verein zu ehren. Der 1. Vor-sitzende Thilo Kiebler sprach sich darüber aus, dass jeder Verein eine Vereinigung von Menschen, die gemeinsame Interessen entwickeln, pflegen und durchführen, darstellt. Sowohl aktive als auch passive Mitglieder seien gleichermaßen wichtig und aller Ehren wert. Es sei daher eine schöne Gelegenheit, in diesem Jahre folgende Ehrungen vorzunehmen.

Für 15 Jahre aktive Mitgliedschaft konnte die Silbernen Ehrennadel Frau Maria Kontny entgegennehmen.
Die Silberne Ehrennadel  für 25 Jahre passive Mitgliedschaft erhielten Frau Margarete Klotzbücher, Frau Marianne Raschke-Wolf , Frau Reinlinde Buttkus, Herr Dieter Buttkus.

Mit der Goldenen Ehrennadel für 25 Jahre aktive Sängertätigkeit wurden Frau Vera Michaelis, Herr Gerhard Michaelis und Ehrenvorsitzender Anton Klotzbücher ausgezeichnet. Diese Mitglieder werden auch vom Sängerkreis Mittlerer Neckar eine Ehrung erhalten.

Die Goldene Ehrennadel für 40 Jahre passive Mitgliedschaft erhielt Frau Erika Kunzi. Passives Mitglied Heinz Kunzi wurde nachträglich mit der Goldenen Ehrennadel für eine über 50-jährige Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet.

Da der Verein an Herr Eugen Götz bereits alle möglichen Ehrungen vergeben konnte, wurde er für seine 60-jährige Vereinstreue mit einem Präsent bedacht.

Eine Ehrung ganz besonderer Art durfte der Vorsitzende mit großen Dankesworten und einem Präsent an Herrn Gerhard  Gleich richten, einem Sänger, der sich in 60 Jahren aktives Singen immer vorbildlich, dem Verein mit Freude und Herz verbunden fühlte. Ihm wird im Zuge der Frühjahrsfeier des Sängerkreises Mittlerer Necker eine Ehrung des Deutschen Chorverbandes zuteil. Letztendlich würdigte Thilo Kiebler die älteste Sängerin Lina Göttlicher mit Blumen für ihre inzwischen 30-jährige Mitgliedschaft – fam

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CJ des Sängerkreises gibt begeisterndes Konzert

Bura, 21.01.2008, Chorjugend im SCV, Gaue und Verbände, Sängerkreis Mittlerer Neckar, Veranstaltungen, Kommentare geschlossen

Am Freitag abend war es nach einer langen Planungsphase endlich so weit: 38 jugendliche Sängerinnen und Sänger aus den Kreisvereinen besteigen den Bus in Poppenweiler, um nach Lutzenberg zu fahren. weiterlesen »


Landesmusikfestival in Bietigheim-Bissingen

Sigi Bütefisch, 21.01.2008, Singen und Stimme, Veranstaltungen, Kommentare geschlossen

Noch in dieser Woche beginnt die heiße Phase der Vorbereitung. Schauen Sie doch jetzt schon einmal auf der Internetseite www.landes-musik-festival.de vorbei…


Unterstützung sozialer Projekte der Liedertafel-Concordia

Fahr, 16.01.2008, Chorverband Ludwig Uhland, Veranstaltungen, 1 Kommentar

Unterstützung sozialer Projekte der Liedertafel-ConcordiaKonzert: Liedertafel-Concordia singt in der vollen Marienkirche und stiftet Erlös für Kinderintensivstation

Reutlingen. Dass weihnachtliche Besinnlichkeit nicht unbedingt mit Glühwein und gebrannten Mandeln gleichzusetzen ist, zeigte sich bei einem Konzert in der Marienkirche. Die war proppenvoll, die Besucher standen bis in den Vorraum hinein und saßen zum Teil sogar auf dem Boden. Alle wollten mit dabei sein beim stimmungsvollen Konzert der Chorgemeinschaft und mit einstimmen in die traditionellen Weihnachtslieder.

Vom Orchester des Keplergymnasiums und dem Posaunenchor Sickenhausen-Degerschlacht bekam die Lico wohlklingende Unterstützung. Tiefsinnig die Ausführungen von Marienkirchenpfarrerin Sabine Großhennig über die „herrliche und zugleich unsägliche“ Weihnachtsgeschichte. Letzteres, weil sie als Kind die Geschichte auswendig lernen und immer an Heiligabend aufsagen musste – wo doch die verheißungsvoll verpackten Geschenke viel interessanter waren. „Aber es war gut, den Text gleichsam mit der Muttermilch aufzusaugen“, so die Pfarrerin. Ein Leben lang sei das Unbeschreibliche, was darin beschrieben wird, abrufbar – der Traum vom Frieden nämlich.

Die Männer und Frauen der Lico singen nicht nur schön, sie haben auch einen ausgeprägt zupackenden Sinn, wenn es darum geht, Kasse zu machen und den Erlös gleich für den guten sozialen Zweck weiterzureichen. Seit 19 Jahren untertützen die Reutlinger Sänger mit dem Erlös aus ihrem Adventssingen soziale Projekte der Region.

Dieses Mal hatten es die Lico-Sänger besonders eilig und überreichten einen großen Scheck über 3000 Euro an Professor Dr. Friedrich Trefz, den Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Steinenbergklinikum. Dieser zeigte sich erfreut und sehr dankbar. „Wir werden es für die Kinderintensivstation verwenden, in der Frühchen, aber auch kranke Kinder und Jugendliche betreut werden.“

Gerade bei den Frühchen seien es im Prinzip zwei Patienten, die betreut werden müssten: Das Neugeborene an erster Stelle, aber auch die Mütter, die oft mit ihren Sprösslingen monatelang in der Klinik bleiben und in dieser Zeit unter einem extremen psychischen Druck stünden. „Bei Frühchen geht es immer runter und wieder rauf, eine für die Eltern sehr belastende Phase“, so Trefz.


Liederkranz Walddorf mit gesungenen Lebensweisheiten

Fahr, 16.01.2008, Chorverband Ludwig Uhland, Veranstaltungen, 1 Kommentar

Liederkranz Walddorf mit gesungenen LebensweisheitenLiederkranz Walddorf mit gesungenen LebensweisheitenLiederkranz Walddorf mit gesungenen LebensweisheitenWie sich ein buntes Programm entwickelt, was alles zu beachten ist, und welche Schwierigkeiten bei der Planung übers Jahr auftauchen können, zeigte die Moderation bei der Jahresfeier des Liederkranz Walddorf. Dabei zog sich das Motto „Beiß nicht gleich in jeden Apfel….gesungene Lebensweisheiten“ mit nachdenkenswerten Sprüchen zu verschiedenen Themen und den zugehörigen Liedern wie ein roter Faden durch den Abend. So entstand ein abwechslungsreiches Programm mit unterhaltsamer Mischung aus Chorliteratur, Schlagern, Popmusik, Musical und Film.

Dabei begeisterte „Ein Freund ein guter Freund“ aus dem Film mit Heinz Rühmann die Zuhörer ebenso wie der bekannte Popsong „Money, Money“ von Abba, das „Dampfnudellied“ und das ausdrucksvoll vorgetragene „Auf der Straße zu dir“, bei dem selbst die Mandolinenklänge live gesungen wurden.

Natürlich fehlte der Schlager „Beiß nicht gleich in jeden Apfel“ ebenso wenig wie Berglieder und Chorsätze wie Italienreise oder Memory. Die Chören ließen bis zum Schlusslied „Lass die Sonne in dein Herz“ keine Wünsche offen und statt Abschiedsrede gab der Vorsitzende Hans-Dieter Heim mit den Chören den Zuhörern das Lied „Zeig mir den Platz an der Sonne“ mit auf den Weg.

Auch der Kinderchor beeindruckte mit seinen Liedern und zeigte mit deutlicher Aussprache und akkurater Intonation wieder einmal das hohe Niveau der Nachwuchsarbeit. Sowohl das Weihnachtslied „Mitten in der Nacht“  mit Echochor wie auch das von den „älteren“ Kindern gesungene „Über sieben Brücken musst  Du gehen“ war ein echtes Highlight im Programm. Beste Unterhaltung bestätigten die Gäste den Aktiven auf der Bühne und nahmen gerne eine der Lebensweisheiten als Erinnerung an einen unterhaltsamen musikalischen Abend mit nach Hause.


Un poquito cantas – Gesang aus aller Welt

Fahr, 16.01.2008, Chorverband Ludwig Uhland, Veranstaltungen, Kommentare geschlossen

Un poquito cantas - Gesang aus aller WeltKonzert „Un poquito cantas – ein wenig Gesang…aus aller Welt“

Mit dem Lied „Mairi’s wedding“ – einem Hochzeitslied aus den Hebriden – begann die Chorgemeinschaft Mössingen stimmungsvoll und fröhlich ihr Konzert im Dezember 2007. Wie der Chorleiter Martin Koller – der den Chor nicht nur sicher durch dieses erste Konzert unter seiner Leitung dirigierte, sondern auch die Moderation charmant und kenntnisreich durchführte – berichtete, ist es auf den Hebriden üblich, bei einer Hochzeit um Heringe, Torf und viele Kinder zu bitten, und genau so ursprünglich und ungezwungen fröhlich klang dieses Lied. Mit einem Volkslied „Temporal“ aus Puerto Rico, bei dem die Dramatik eines Wirbelsturmes zum Ausdruck kam, leitete der Chor über zu deutschem Liedgut der Romantik; gekonnt und mit bis zum Schluss durchgehaltener Spannung und Dynamik trugen sowohl der Gesamtchor wie auch der Männerchor Sätze von Friedrich Silcher vor.

Die beiden Kinderchor-Gruppen „Steinlach-Teens“ und „Steinlach-Kids“ zeigten in ihrem Auftritt, was sie in den letzten Wochen mit Martin Koller einstudiert hatten. So waren die Großen bereits in der Lage, ihre Lieder zwei- und gar dreistimmig vorzutragen; und die Kleinen überzeugten mit sicherer Rhythmus-Begleitung zu ihren Songs. Mit unbefangenem Charme sangen sie sich spontan in die Herzen des Publikums!

Nach der Pause begeisterte der Konzert-Gitarrist Sevan Boyaciyan auf unkonventionelle Weise mit rhythmischer Flamenco-Musik, mit Sinatras „My way“ , mit „Cantare“, und es durften sogar einige Besucher aus dem Publikum sich in der Anschlagtechnik auf Sevans Gitarre versuchen!

Der Gesamtchor präsentierte anschließend lateinamerikanische Folklore, unter anderem den brasilianischen Song „Un poquito cantas“, der dem Konzert seinen Namen gab. Es gab auch afrikanische Gospelsongs, in denen die Lebensfreude der Bevölkerung in kirchlichen Liedern zum Ausdruck kommt, und – last not least – ein „ABBA-Medley“. Es groovte vor allem beim Song „Take a chance on me“, bei welchem Sopran und Alt die Melodiestimmen sangen und die Männerstimmen sicher den Groove „Take a chance, take a chance“ als rhythmisches Grundmuster skandierten!

Zum Schlusss sangen alle Chöre mit dem Publikum gemeinsam den Kanon „Schläft ein Lied“ nach Joseph von Eichendorff.


Die Qual der Wahl und die Sache mit der Singbarkeit

Wolfgang Layer, 15.01.2008, Fortbildungen, Singen und Stimme, Kommentare geschlossen

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Ein wichtiger Beitrag für Laienchöre
Professor Dr. Wilfried Fischer hat zusammen mit Hans Günther Bastian die Chorbücher „Cantabile“ für Männerchor, Frauenchor und gemischten Chor herausgegeben. Wir sprachen mit dem Autoren, der seit Jahren erfolreich im SSB als Chorleiter tätig ist.

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SINGEN: Mit den drei Bänden „Cantabile“ für Männer-, Frauen- und gemischten Chor haben Sie und Ihr Mitherausgeber eine exzellent zusammengestellte Sammlung an Chorsätzen veröffentlicht. Wie sahen Ihre Kriterien bei der sicherlich nicht leichten Auswahl aus 6 Jahrhunderten Chorliteratur aus?

Prof. Fischer: Sie haben Recht: Mein Kollege Bastian und ich mussten uns wohl oder übel der „Qual der Wahl“ stellen, da bei einer Auswahl mit den wichtigsten Kriterien: Repräsentativität für die jeweilige Epoche, ästhetischer Anspruch und Singbarkeit (vor allem im Hinblick auf die Laienchorszene) natürlich auch viele andere als die abgedruckten Chorsätze möglich gewesen wären. Zweifellos sind auch subjektive Maßstäbe wie persönliche Präferenzen und individuelle Erfahrungen im Laufe der Chorleitertätigkeit in die Auswahl der Chorsätze eingeflossen. Letztlich fielen auch eine ganze Reihe vorgesehener Stücke dem ökonomischen Argument des verantwortbaren Umfangs der Chorbücher, die ja den Etat der möglicherweise interessierten Chöre nicht übersteigen sollten, zum Opfer.    

SINGEN: Dort, wo es keine Originalvorlagen gab, haben Sie selbst eigene Sätze arrangiert bzw. bearbeitet. Wenn man für den großen laienmusikalischen Bereich schreibt, ist man immer im Zwiespalt zwischen den hoch fliegenden eigenen Ideen und der Machbarkeit bzw. Umsetzbarkeit im Laienchor. Da gibt es dann sicher eine „Plus-/Minusliste“. Was darf ich, was kann ich, worauf muss ich achten? Wie sah das bei Ihnen aus?

Prof. Fischer: Mir persönlich geht es so, dass ich immer, wenn ich einen Chorsatz schreibe, einen bestimmten Chor aus meiner Chorleiterbiographie vor Augen habe, der vom Ambitus der einzelnen Stimmen und vom Anspruch des Arrangements her in der Lage sein sollte, diesen Chorsatz überzeugend darzustellen. Das kann ein Chor an einer der Hochschulen sein, an denen ich tätig war, oder einer der von mir geleiteten sog. Laienchöre bzw. auch ein Chor, in dem ich in jüngeren Jahren selber mitgesungen habe. Ich denke, dass es Hans Günther Bastian ähnlich geht. Allerdings sollte man selbst dann, wenn man für Laien schreibt, möglichst nicht für Laien schreiben, d. h. nicht den Anspruch nach unten drücken, sondern vielmehr versuchen, die Balance zu halten zwischen dem ohne Probleme Machbaren und dem nur durch einige Anstrengungen Erreichbaren. Andererseits können jedoch Sätze aus dem Bereich des Jazz und des Gospelsongs in einem Chorbuch mit breit gestreutem Repertoire nicht den jazzharmonischen Schwierigkeitsgrad zugrunde legen wie Veröffentlichungen für Chöre, die sich auf Jazz oder Gospelsongs spezialisiert haben. 

SINGEN: Unsere Chorszene heute sieht anders aus als vor 40 Jahren. Sie selbst haben nie den Bezug zur Basis verloren, sind inzwischen seit 50 Jahren Chorleiter, leiten selbst Laienchöre. Was bedeutet dieses Musizieren mit Laien für Sie?

Prof. Fischer: Dass uns, d. h. den beiden Herausgebern, das Musizieren mit Laien so sehr am Herzen liegt, hat sicherlich auch damit zu tun, dass wir beide nicht nur als Chorleiter, sondern vor allem auch als Musikpädagogen tätig waren. Chorleitung ist also für uns immer eine der schönsten Möglichkeiten, Musik auch denjenigen Menschen näher zu bringen und sie zur qualifizierten Ausübung zu ermuntern, die keine Möglichkeit zu einer fundierten musikalischen Ausbildung hatten. Es gibt kaum eine schönere Erfahrung, als die bei vielen Chorsängern zu erlebende Resonanz, wenn sie schrittweise in die Geheimnisse künstlerischer Gestaltung eingeweiht werden.

SINGEN: Zu den Besonderheiten der drei Cantabile-Chorbücher zählt ja nicht nur, dass sie aus dem Handbuch „Chorleitung – Theorie und Praxis“ hervorgegangen sind, sondern dass sie durch einen Kommentarband ergänzt werden, der dem Benutzer musikanalytische und chordidaktische Hinweise vermittelt. Was hat Sie zu diesem ungewöhnlichen Schritt eines eigenen umfangreichen Kommentarbandes (mit 278 Seiten) bewogen?

Prof. Fischer: Hans Günther Bastian und ich haben im Laufe unserer Hochschullehrertätigkeit immer wieder feststellen können, dass angehende Chorleiter davon profitieren, wenn ihnen zu Beginn ihres Studiums nicht nur die musikhistorischen, dirigiertechnischen und stimmbildnerischen Voraussetzungen, einen Chor zu leiten, vermittelt werden, sondern vor allem auch ein bestimmtes nachvollziehbares Methodenrepertoire nahe gebracht wird, das sie in die Lage zu einem lebendigen, suggestiven Umgang mit den zu erarbeitenden Chorsätzen versetzt. Daher die ausführlichen Kommentare, die sich vor allem an noch weniger erfahrene Chorleiter und Chorleiterinnen richten. Die Kommentare sollen niemanden „gängeln“, sondern viel eher dazu beitragen, die Auseinandersetzung mit den Chorsätzen zu intensivieren, auch auf die Möglichkeit hin, dass sie den Benutzer zu einer ganz anderen Sichtweise und abweichenden methodischen Schritten inspirieren. 

Kurzbiograhie: Wilfried Fischer, Dr. phil., nach dem Schulmusik- und Kapellmeisterstudium zunächst Universitätsmusikdirektor in Tübingen. Seit 1972 Professor für Musikpädagogik mit dem Schwerpunkt: Künstlerische Praxis des Musikunterrichts einschl. Chorleitung zunächst an der Pädagogischen Hochschule Flensburg, später an den Universitäten Köln und Paderborn. Chorleiter (auch heute noch), Orchesterleiter und Arrangeur. Zahlreiche musikpädagogische Veröffentlichungen (darunter das Lehrbuch „Musikunterricht Grundschule“)

Quelle: Wolfgang Layer in SINGEN 11/2007, Seite 5


Fortbildungstagung erschließt neue Literatur

Zieger, 14.01.2008, Chorverband Donau-Bussen, Fortbildungen, Singen und Stimme, Kommentare geschlossen

Mit 150 Teilnehmern hat die Fortbildungsveranstaltung im Kloster Untermarchtal nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt. Unter dem Leitgedanken „Chorische Gebrauchsmusik in guter Qualität“ standen mit Professor Kurt Suttner und Dieter Aisenbrey zwei exzellente Referenten mit ihrem praxisbezognenen Erfahrungsschatz den Männer- und Gemischten Chören zur Verfügung. In einem kleinen Abschlusskonzert boten die Chorgruppen Einblicke in die erarbeitete Chorliteratur. Suttner mit den gemischten Chören empfahl neben anderem Max Beckschäfers „Kein Feuer, keine Kohle“, oder „Mein Mädel hat einen Rosenmund“ von Helmut Barbe, aber auch Hugo Alfvéns  „Balubeeren leuchten im Garten“ und das besonders von den Damen geliebte „Blue moon“ von Richard Rogers. Zum Sonntag passend intonierte Dieter Aisenbrey mit den Männern den Kanon „Per crucem“, die Totenweise „Du kannst nicht tiefer fallen“, Silchers „Vom Frühjahr“, aber auch einen umjubelten fetzigen Teil aus Uli Führes „Männer-Boogie-Blues“. In der Gastfreundschaft des Bildungshauses Untermarchtal hatte Wolfgang Oberndorfer mit seinem Team zum 12. Mal ein perfekt organisiertes Wochenende vorbereitet und durchgeführt. Rolf Ströbele dankte den Referenten für ihre solide Vorgehensweise, neue Literatur im Umgang mit Lernenden aller Altersschichten zu erschließen. Dieses facettenreiche Arbeiten im Singen, in das eine spezielle Chorleiterschulung und die Gestaltung des Abendgottesdienstes eingebunden waren, verbindet die Chöre des Donau-Bussen-Sängergaues, was auch im gemütlichen Plausch nacht getaner Arbeit mit Beate Denzlers „Blitzlichtaufnahme in Versen“ zum Ausdruck kam. Bis zur nächsten Tagung im Januar 2010 haben hoffentlich viele der angesungenen Titel Eingang in den Liedbestand der Chöre gefunden.

BILD: Rolf Ströbele, Professor Kurt Suttner, Dieter Aisenbrey und Wolfgang Oberndorfer gestalteten das 12. Fortbildungswochenende im Kloster Untermarchtal


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