SCV Aktuell

Eine der elementarsten und wichtigsten Musikerfahrungen

Wolfgang Layer, 12.02.2008, Singen und Stimme, 2 Kommentare

bettina-pahnfoto-manfred-esser.jpg Foto: Manfred Esser

Bettina Pahn, eine außergewöhnliche Sängerin, die soeben die schönste Volksliedeinspielung seit Fritz Wunderlich vorgelegt hat, über das Volkslied

SINGEN: Volkslied, warum Volkslied? Viele Volkslieder sind untergegangen, viele geblieben. Ist das romantische Volkslied noch ein Volkslied heute, oder eher das „Kunstlied“ der Gattung Volkslied? Was bedeutet Volkslied für Sie?

Bettina Pahn: Lassen Sie mich Ihre Fragen von hinten beantworten. Für mich bedeutet das Volkslied einer der wichtigsten und elementarsten Musikerfahrungen, die meine Kindheit und Jugend geprägt haben. Sie sind ein großer Schatz unserer Kultur. Fast jedes dieser Lieder hat tatsächlich sowohl einen Textdichter als auch einen Komponisten für die Melodie. In der romantischen Zeit sind einige wenige Lieder, die eigentlich „Kunstlieder“ waren zu Volksliedern geworden, weil sie vom Volk aufgenommen, umgestaltet und gesungen wurden.

SINGEN: Produziert auch unsere Zeit Volkslieder, oder haben die Massenmedien automatisch aus jedem Schlager ein „Volkslied“ gemacht? Wie wird ein Lied überhaupt zum Volkslied?

Bettina Pahn: Ich bin keine Volksliedforscherin und kenne mich daher mit dem aktuellen Forschungstand nicht aus, aber meiner Meinung nach wird aus einem Schlager kein Volkslied, denn der Schlager ist viel zu kurzlebig. Allerdings gab es in der anglo- amerikanischen Folksong-Bewegung Anregungen, die zu neuen Volksliedern auch in Deutschland führten. Grundlage für diese Bewegung war eine Sammlung von „Deutschen Volksliedern Demokratischen Charakters aus sechs Jahrhunderten“ von Wolfgang Steinitz aus der DDR.

SINGEN: Es gibt kaum eine Liedgattung, die sängerisch schwerer zu bewältigen ist als das Volkslied. Deswegen findet man – von Ausnahmekünstlern wie Fritz Wunderlich mal abgesehen – kaum Sänger, die in der Lage sind, ein Volkslied ohne falsches Pathos, ohne Manierismen zu singen.  Ihnen gelingt das so traumwandlerisch sicher, das sich die Frage stellt: Ist das nun eine Sache der Gesangstechnik oder der Persönlichkeit?

Bettina Pahn: Ich glaube, dass man grundsätzlich Persönlichkeit und Gesangstechnik nicht voneinander trennen sollte, denn es sind die vielfältigen Erfahrungen und seelischen Erlebnisse, die den Umgang mit der Stimme entscheidend prägen.  Für mich persönlich sind die Volkslieder ein Kernpunkt meiner musikalischen Sprache, da sie, wie kein anderes Repertoire, in der Tiefe meines Herzens verwurzelt sind. Verbinde ich doch mit ihnen die glücklichsten Momente meiner Kindheit. Auf vielen Reisen im Trabbi von Rostock nach Ungarn sangen wir mehrstimmig eine Vielzahl der Volkslieder. Auch in der Schule war das Singen der Volkslieder selbstverständlich. Eine andere Entwicklung gab es leider in Westdeutschland, wo die Volkslieder insbesondere durch die Schriften von Adorno verpönt wurden.

SINGEN: Im Opernfach haben Sie auch mehrere Rollen in Barockopern gesungen. Können Sie für Laien, die wir in einem Laienchorverband nun mal sind, ganz kurz den Unterschied zur Gesangstechnik in der klassisch-romantischen Oper erklären. Liegt diese Art zu singen näher am Volkslied?

Bettina Pahn: Ich erwähnte vorhin, dass es durch die unterschiedlichen Arten von Menschen notwendig auch unterschiedlichste Stimmanlagen geben muß. Meine Stimme eignet sich besonders für die barocke Oper, weil sie klar, beweglich und eher leicht ist. Für das klassisch-romantische Fach sind hingegen Stimmen besonders gut geeignet, die über ein größeres Volumen verfügen. Für das Singen von Volksliedern ist die Klarheit der Sprache und eine möglichst natürliche Stimmführung wichtig. Nicht die Sangeskunst des ausgebildeten Sängers darf im Vordergrund stehen, sondern die Melodie in ihrer reinen Schlichtheit. Hierdurch allein ist schon der große Unterschied zur Oper überhaupt definiert, denn dort kommt es ja gerade auf die höchste Kunstfertigkeit der virtuosen, ausgebildeten Stimme an.

SINGEN: Gesang und Laute – klassischer geht es nicht beim romantischen Volkslied. Welche Wirkung übt das Begleitinstrument auf die Stimme aus? Ich stelle mir vor, dass die Gefahr, die Natürlichkeit zu verlieren, bei einem Streicherteppich im Background viel größer wäre.

Bettina Pahn: Ich finde die Laute ideal zum Begleiten dieser wunderschönen Lieder, weil sie selbst schon den altehrwürdigen Ton früherer Zeiten in sich trägt. Sie unterstützt die klare und schlichte Interpretation. In den Sätzen für die Laute hat mein Begleiter, Joachim Held, wie ich finde, besonders schön die verschiedenen Stimmungen und Farben der verschiedenen Strophen ausgeformt und damit rückt der Text mit in den Vordergrund.  Für mich verbindet sich mit dem Volkslied auf keinen Fall eine „Aufpeppung“ durch einen Streicherapparat und scheint mir geradezu wider den eigentlichen Geist dieser Musik zu sein, denn es war doch vorrangig Hausmusik.

SINGEN: Gibt es irgendein Detail, wo sie sagen würden: „Da merkt man meine Instrumentalausbildung als Cellistin“, mit der Sie ihr Musikstudium ja begonnen haben? Das Cello, der Tenor der Instrumente, das romantischste aller Streichinstrumente…

Bettina Pahn: Die Grundlage als Instrumentalistin gibt mir beim Erarbeiten und Singen einfach etwas mehr Klarheit über die Instrumentalsätze, die zu den Liedern geschrieben wurden. Sicher ist das Cello ein wichtiges Instrument in der Romantik, da es dem Ausdrucksspektrum der Stimme besonders nah ist. Allerdings sind viele Volkslieder deutlich vor der Romantik entstanden, gab es doch schon im 11. Jhdt. die ersten aufgezeichneten Lieder .

SINGEN: Zusätzlich zu Ihrer Konzerttätigkeit sind Sie inzwischen auch als Gesangspädagogin tätig. Man sagt, dass man von seinen Schülern mindestens ebenso viel lernt wie von seinen Lehrern. Ist da was dran, und was?

Bettina Pahn: Es ist ein wunderbarer Aspekt beim Unterrichten. Man kann nicht nur den Schülern etwas geben, sondern lernt gleichzeitig so ungeheuer viel über das Singen, dass es eine rechte Freude ist. 

SINGEN: Das Schwerpunktthema unseres Heftes ist Frauenchor, Stimmbildung für Frauen, Frauenpower in den Vereinen. Kleiner Tipp der Pädagogin zum Schluss: Was tun, wenn die Angst einer Sopranistin vor dem hohen Ton größer ist als die tatsächliche Tonhöhe?

Bettina Pahn: In meiner Arbeit als Stimmbildnerin des Chores an St. Michaelis in Hamburg bin ich dieser Frage oft begegnet. Auch hier gibt es wirklich eine Vielzahl von möglichen Ursachen, so dass ich es mir nicht anmaßen möchte, hier Allheilmittel zu empfehlen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, das Angst oft einher geht mit Unbeweglichkeit in Atem und Stimmapparat. Diese Verspannung kann oft durch entsprechende bewusste Bewegungen verringert werden und im Ernstfall eines Konzertes hilft schon das  Denken an diese Bewegungen . Das Wissen um die Funktion des Atems, des Körpers und des Stimmapparates kann aus meinen eigenen Erfahrungen als Sängerin und meiner Lehrtätigkeit viele Probleme lösen.

volkslied-cd-hanssler.jpg Bettina Pahn, Sopran – Joachim Held, Laute

Die CD des Monats:

Deutsche Volkslieder: Das Lieben bringt groß Freud
Bettina Pahn, Sopran – Joachim Held, Laute
CD 18,95 €  Haenssler-CLASSIC

Nein, schöner kann man Volkslieder kaum singen, wenn es denn überhaupt so etwas wie eine „authentische Wiedergabe“ von Volksliedern geben sollte. 21 Volkslieder, begleitet auf  der Laute, dazwischen vier Instrumentalintermezzi. Das Begleitinstrument Laute erweist sich als Glücksfall, weil ihm falsche Emotionen fremd sind und üppige Modulationen erst gar nicht zur Debatte stehen. Joachim Held begleitet mit sehr viel Einfühlungsvermögen, stellt alle virtuosen Aspekte zurück und dient allein dem einen Ziel, den Charakter der Texte und Melodien nicht zu verfälschen und Bettina Pahns Stimme den harmonischen und rhythmisch flexiblen Rahmen zu einer freien Gestaltung zu geben.

Bettina Pahns Sopranstimme spricht in jeder Tonhöhe, jeder dynamischen Schattierung und klanglichen Färbung gleichermaßen ausdrucksstark an. Dieser Ausdruck erwächst aus einer Natürlichkeit frei jeglicher Manierismen, die z.B. Hermann Preys Volksliedinterpretationen immer wieder „befallen“ haben. Vielleicht ist das eine der Besonderheiten des echten Volksliedes, dass es im Gegensatz zur Opernarie keiner Gestaltungseffekte bedarf, weil es so sehr Einheit von Text und Musik ist, dass die einzige Schwierigkeit der solistischen Wiedergabe darin besteht, diese Einheit nicht aufzulösen. Bettina Pahn nimmt sich folgerichtig als Künstlerin völlig zurück und beweist gerade dadurch ihre großes Können. Die Lieder bleiben Volkslieder trotz perfektem Belcanto, trotz künstlerischem Gestaltungswillen. In der Musik ist es wie in der Wissenschaft: Am schwierigsten ist es, „einfach“ und verständlich zu bleiben. Wolfgang Layer


Was mir das Singen bedeutet

Wolfgang Layer, 11.02.2008, Frauenchöre, Gaue und Verbände, Singen und Stimme, 2 Kommentare

Der Frauenchor des SSB La Chorella im Konzert Der Frauenchor des SCV  La Chorella im Konzert

Freude, Ausgleich, Entspannung
Singen ist für mich Freude, Ausgleich und Entspannung. Schon beim Einsingen kann man sich den ganzen Stress der Woche von der Seele „singen“. Indem man sich auf die verschiedenen Lieder konzentriert, tritt alles andere in den Hintergrund. Die vielfältige Chorliteratur biete viel Abwechslung und spricht das Gefühl an. Im Chor zu singen bedeutet für mich sich auf andere einzustellen und anzupassen. Dieses gemeinsame Singen vermittelt ganz andere Klang-erlebnisse. Gemeinsames Lernen ist motivierender, leichter und es macht mehr Freude den Erfolg gemeinsam zu genießen. Ich schöpfe wieder Energie und Motivation für den Alltag. Eva Wolber, Öhringen

Ich singe gerne, weil singen fröhlich macht. Beim Singen vergesse ich alles, was mich bedrückt. Schöne Musik beflügelt und bringt Körper und Geist in Einklang. Ein weiterer Grund ist die Geselligkeit und das Erlebnis mit anderen zu singen. Sigrun Fischer, Reutlingen

Ich singe gern im Chor, weil für mich das Singen ein Ausgleich zum Alltag ist. Es macht mir Spaß, mit anderen zusammen etwas gemeinsam zu erarbeiten. Mir gefallen die Klänge, die beim gemeinsamen Singen entstehen. Im Chor entsteht ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, das ich sehr schätze. Doris Unruh, Renningen

Ein Grundbedürfnis wie Atmen
Ich singe gerne. Singen ist für mich ein Grundbedürfnis wie Atmen, Essen, Trinken, Schlafen. Wenn ich singe, weicht mein Kummer und Sorgen treten in den Hintergrund.  Meine Stimme eingebettet in den Klang meiner Mitsängerinnen im Mezzosopran gibt mir ein Gemeinschaftsgefühl. Begleitet von den anderen Singstimmen gibt es ein gemeinsames großes Ganzes. Wenn dann ein großes Konzert ansteht und alles in freudiger Spannung ist, diese konzentrierte Atmosphäre vor dem Konzert ist ganz besonders. Und erst das grandiose Gefühl  nach einer gelungenen Aufführung ist einfach unbeschreiblich. Deshalb muss ich es immer wieder tun: Singen-ja! Sieglinde Korb, Steinheim/Murr

Stimmbildung, Stimmbildnerin
Weil ich Frau Reusch-Weinmann als Stimmbildnerin sehr schätze, zum anderen, weil es mir Freude macht, anspruchsvolle Frauenchorliteratur zu singen. Ausserdem trägt das Singen zu meinem Wohlbefinden bei, denn: „Singen macht die Seele frei.“ Waltraud Schulz, Reichenbach weiterlesen »


A-Cappella Ensembles los gehts

Sigi Bütefisch, 11.02.2008, Singen und Stimme, Kommentare geschlossen

2008 schreibt die Stadt Ulm im Rahmen von „Baden-Württemberg musiziert!“ und „Heimattage“ erstmals den *A-Cappella-Award Baden-Württemberg* aus. Die Endrunde zwischen acht Vokalgruppen wird in einem öffentlichen Wertungskampf am 01.Juni 2008 im Ulmer Roxy ausgetragen.

Mehr darüber auf www.ssb1849.de


Ehrennadel des Landes an Martin Sommer verliehen

Wolf, 8.02.2008, Chorverband Region Kocher, Kommentare geschlossen

sommer.jpg Überreichung der Ehrennadel an Martin Sommer

Eine freudige Überraschung ereilte jüngst Martin Sommer. Der Vorsitzende des Neuensteiner Männergesangvereins erhielt die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg. In einer kleinen Feierstunde im Rathaus-Foyer wurde ihm die höchste Auszeichnung des Landes für das Ehrensamt verliehen.

Sommers Chor selbst war es, der die Ehrung vorschlug. Seit mehr als 25 Jahren nun ist Sommer der Vorsitzende des rührigen Neuensteiner Gesangvereins. Und das mit voller Hingabe. Die Auszeichnung durfte Sommer aus den Händen der Rathauschefin Sabine Eckert-Viereckel entgegen nehmen. Sommer kann auf eine Reihe von Ehrungen zurückblicken. Aber diese Auszeichnung ist die bisherige Krönung seines ehrenamtlichen Engagements. „Bei Ihnen stehen uneigennützige Motive im Vordergrund,“ wusste Bürgermeisterin Eckert-Viereckel zu berichten. „Sie leisten damit einen Beitrag zum allgemeinen Wohl,“ lobte sie Sommers Engagement weiter. Neben dem Präsidenten des Kochergaus, Siegfried Feuchter, waren viele Gäste zu Ehren Sommers gekommen. Viele Neuensteiner Vereine waren durch ihre Vorsitzenden präsent und erwiesen damit ihre Solidarität unter den Vereinen der Stadt. Zahlreiche Aktivitäten konnte Feuchter in seiner Laudatio aufzählen. Sommer sei Ideengeber, Motor und starke Antriebskraft zum Singen, Theater spielen oder beim Organisieren. Mit Dirigent Willibald Wick bilde er ein perfektes Duo. „Hier stimmt ganz einfach die Chemie,“ machte Feuchter in seiner Rede deutlich. Die Würdigung des Kochergaus für seine vorbildliche Leistung wurde ihm durch die Verleihung der neuen Kochergau-Ehrennadel in Gold ausgedrückt.

Gustav Schmidt, unmittelbarer Vorgänger Sommers, brachte es auf den Punkt. „Ich spreche für alle Sängerkameraden. Wir zollen Dir Achtung, Anerkennung und Respekt.“ Dass Sommer seinen Verein über die Grenzen bekannt gemacht hat, sei unbestritten. Davon zeugen viele Reisen, zahlreiche Konzerte oder Jahresfeiern. „Zwei Konzertreisen nach Kanada, die Du minutiös und detailgenau vorbereitet hast,“ standen laut Schmidt im Mittelpunkt. „Aber zu allem Tun und Wirken brauchst man eine starke Frau.“ Regina Sommer erhielt nicht nur Blumen, sondern auch starken Applaus. Von seinem Chor erhielt Sommer eine Bronze-Statue eines holländischen Künstlers, die einen Freundeskreis symbolisiere. „ Das soll aber kein G’schmäckle einer Verabschiedung haben,“ meinte Schmidt süffisant. „Wir wollen Dich noch lange an der Spitze unseres Vereins wissen.“

Sommer selbst bedankte sich mit gerührter Stimme. Er reichte den Dank weiter an Dirigent Wick. „Wir haben uns gesucht und gefunden. Wir verstehen uns ganz einfach. Herzlichen Dank an Dich.“ Der Männergesangverein Frohsinn drückte mit fröhlichen Liedern sein Dankeschön für 25 Jahre Vorstandstätigkeit und für 35jähriges aktives Singen im Frohsinn aus.


150 Jahre Liederkranz Onstmettingen

Boehme, 5.02.2008, Chorverband Zollernalb, Singen und Stimme, Kommentare geschlossen

Jubiläum Onstmettingen Ehrung W. Boss
Bericht Klaus Böhme
Bilder von Horst Schweizer

150 Jahre Liederkranz Onstmettingen

Mit einem großen Gala-Konzert feierte der Liederkranz Onstmettingen am 19.Januar das 150-jähriges Bestehen.
Vor dem Beginn der Chorgala ehrte Geschäftsführer Werner Schwarz auf Antrag des Liederkranzes ihren Vorsitzenden Wolfgang Boss mit der Gauehrennadel in Silber. Werner Schwarz hob in der Laudatio hervor, diese Auszeichnung werde vom Zollernalb Sängergau für besondere Verdienste um den Chorgesang verliehen. Diese Voraussetzungen seien vom Geehrten in 18 Jahren Vorstandsarbeit durch Fleiß und Leistungswillen mehr als erbracht.

Chorleiter Andreas Kind, zugleich als Moderator und Organisator im Einsatz, betonte in der Begrüßung, man habe bewusst auf auswärtige Künstler verzichtet und auf eigene einheimische Kräfte gesetzt. Der Erfolg gab den Verantwortlichen recht, denn die Darbietungen wurden von Besuchern und Presse als beste Werbung für Chorgesang bewertet. Vorsitzender Wolfgang Boos sah in der großen Resonanz des Publikums ein gutes Zeichen für den Stellenwert des Chorgesanges im kulturellen Leben des Stadtteils. Rückblickend erinnerte Boos an 155 Sängerinnen und Sänger, die der Chor vor 50 Jahren noch zählte. Der Wandel im Chorgesang mache vor dem Talgang nicht halt. Die rückläufige Sängerschar stelle den Verein in Zukunft vor große Herausforderungen, fügte er an.

Das bunt gefächerte Programm wurde vom Kinder- und Jugendchor “Young Voices” mit Szenen aus Musicals wie “Ritter Rost”, “Tabaluga” und “Nesaja” eröffnet. Lea Lichownik, Fabienne Bitzer, und Tamara Herter glänzten dabei als Solisten. Als Zugabe sang der Chor aus dem Musical “Mamma Mia” den bekannten Hit “Danke für die Lieder”. Vielfältige Klangkörper gestalteten danach das Jubiläumskonzert. Da war das Gesangsduo Silvia und Jochen Huber (Tochter und Vater), die für ihre Lieder viel Beifall bekamen. Als Onstmettinger “Comedian Harmonist” trat der Männerchor verstärkt durch Sänger der Feuerwehr auf. Ihre lustigen Lieder ließen sie in einer Hommage an den schwäbischen Dialekt erklingen. Den Schwerpunkt des Galakonzertes bestritten der Frauenchor und der Gemischte Chor, die bei ihren Potpourris unvergänglicher Filmschlager von einem kleinen Orchester begleitet wurden. Zur Besseren Erinnerung wurden passende Foto der Idole auf eine Leinwand initiiert. Für die gesanglichen Höhepunkte in Stücken aus “Broadway Melodies” von Bernstein sorgten die einheimischen Solistinnen Carla Frick und Silvia Huber sowie Tenor Gunnar Schiereich-Leibold aus Pfeffingen. Mit einem chorisch stimmungsvollen Finale klang das Konzert nach den gewährten Zugaben auf stürmische Beifallsbekundungen aus.


Ein Hauch von Broadway beim Rock-Pop-Musical „Just Stars“

Schmidt, 1.02.2008, Oberschwäbischer Chorverband, Singen und Stimme, Kommentare geschlossen

Im Pfarrstadel hat der Alberweiler Jugendchor „LEMONS4motion“ als Kooperationsprojekt mit dem Jugendchor Steinhausen-Muttensweiler das Rock-Pop-Musical „Just Stars“ aufgeführt. Unter der Gesamtleitung von Wolfgang Hirsch war dies schon das sechste Musical des Alberweiler Jugendchores „LEMOS4motion“.
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SINGEN Kompositions- und Arrangement-Wettbewerb 2008

Wolfgang Layer, 31.01.2008, Chorjugend im SCV, Gaue und Verbände, Singen und Stimme, 7 Kommentare

Komponisten, Arrangeure und Chorleiter schreiben für den
Frauenchor des Schwäbischen Sängerbundes

SINGEN, die Zeitschrift des Schwäbischen Sängerbundes (SSB), schreibt zusammen mit dem Verlag Edition Omega einen Kompositions- und Arrangement-Wettbewerb für eine CD mit La Chorella, dem Frauenchor des SSB, aus.

Teilnehmen können alle im und für den Deutschen Chorverband tätigen Komponisten, Arrangeure und Chorleiter. Eine Jury, bestehend aus Mitgliedern des SSB-Musikbeirats und der Redaktion von SINGEN, wählt insgesamt 8 Titel aus, die vom Frauenchor des SSB einstudiert und aufgenommen werden. Alle Titel müssen verlagsfrei sein.

Gewinner sind die Komponisten bzw. Arrangeure der ausgewählten Stücke, deren Chorwerke vom SSB-Frauenchor einstudiert und auf CD aufgenommen werden. Wenn sie Mitglieder der GEMA sind, profitieren sie in Zukunft von jedem Konzert und selbstverständlich von den GEMA-Tantiemen der CD.

Thema des Wettbewerbs
Thema des Wettbewerbs sind jahreszeitliche Lieder. Für jede Jahreszeit werden 2 Chorsätze ausgewählt. Das können sein:
– Eigenkompositionen mit eigenem Text*
– Bearbeitung eines Volksliedes (von 12 vorgeschlagenen)
– Ein selbst ausgewähltes deutsches oder internationales Traditional (Volkslied)
– Komposition unter Verwendung der 4 vorgegebenen Texte

Zahl der eingesandten Chorsätze
Jeder Teilnehmer am Wettbewerb kann bis zu vier Sätze einreichen.

Besetzung
Frauenchor a cappella à 3 oder 4 Stimmen

Copyright der Texte, Kompositionen und Arrangements
*Alle Kompositionen, Arrangements und Texte müssen verlagsfrei sein. Der Wettbewerbsteilnehmer bestätigt dies mit seiner Unterschrift. (siehe „Notensatz”)

Anonymität der eingereichten Werke
Die eingereichten Noten dürfen keine Hinweise auf den Namen des betreffenden Komponisten bzw. Arrangeurs enthalten. Sie erhalten vom Verlag eine interne Nummer und werden unter dieser Nummer der Auswahlkommission vorgelegt.

Notensatz
Für jedes der ausgewählten Werke wird – zusätzlich zu den Audioaufnahmen – der Chorsatz in Form eines PDF-Dokuments auf der geplanten CD veröffentlicht, so dass Käufer der CD (Chorleiter/Chor/Verein/Einzelperson)  automatisch das einmalige Recht erwerben, Chornoten in Chorstärke auszudrucken bzw. zu kopieren. Die so erstellten Noten dürfen weder privat noch kommerziell weitergegeben bzw. weiterverkauft werden.

GEMA
Es ist sinnvoll, die eingereichten Chorsätze bei der GEMA anzumelden, damit ihre Komponisten, Arrangeure und Textdichter vom CD-Verkauf und von allen zukünftigen Aufführungen profitieren.  Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft bei der GEMA.

Einsendeschluss
30. Juli 2008 (Poststempel)

Die Einsendungen können entweder auf elektronischem Weg (PDF-Anhang zum E-Mail) erfolgen unter dem Hinweis „Chorsätze für La Chorella” an Singen@edition-omega.de oder postalisch an:

Chorsätze für La Chorella
Edition Omega
Redaktion SINGEN
Eschweg 12
27308 Kirchlinteln

Vorschlagsliste Volkslieder zur Bearbeitung:

– Frühling
   Jetzt fängt das schöne Frühjahr an (Volksweise aus dem Rheinland)
   Grüß Gott, du schöner Maien (Volksweise aus dem 16. Jhdt.)
   Auf einem Baum ein Kuckuck saß (Vokslied aus dem Bergischen)
– Sommer
   Geh aus, mein Herz, und suche Freud (Paul Gerhardt/ August Harder)
   Wem Gott will rechte Gunst erweisen (J.v.Eichendorff/ F.Th. Fröhlich)
   Kommt ihr G´spielen, wir woll´n uns kühlen (Melchior Franck, 1630)
– Herbst
   Als ich einmal reiste (Volkslied aus Thüringen)
   Das Laub fällt von den Bäumen (Siegfried August Mahlmann)
   Ein Jäger längs dem Weiher ging (Volksweise)
– Winter
   Ach, bittrere Winter, wie bist du kalt (Ambraser Liederbuch , 1582)
   Freu dich Erd‘ und Sternenzelt (Altböhmische Volksweise)
   Herbei, oh ihr Gläubigen (Volksweise)

Vorschlagsliste Texte für eigene Kompositionen

– Frühling
  Der verliebte Schmetterling (Wilhelm Busch)
– Sommer
  Im Sommer (Wilhelm Busch)
– Herbst
  Herbst (Wilhelm Busch)
– Winter
  Karneval (Wilhelm Busch)
Texte und/oder Noten erhalten Sie auf Wunsch unter Singen@edition-omega.de


Harmonie Durchhausen konzertiert mit dem Uralkosakenchor

Hahnel, 30.01.2008, Chorverband Schwarzwald-Baar-Heuberg, Singen und Stimme, Kommentare geschlossen

Durchhausens Harmonie konzertiert mit dem Ural-Kosakenchor

Eine gute Idee hatten Chorleiterin Charlotte Schäfer und die maßgebenden Funktionäre der Harmonie Durchhausen, als sie sich für ihr Kirchenkonzert den Uralkosakenchor ins Boot holten. Dadurch boten sie nicht nur ihrem Publikum einen besonderen Hörgenuss, sie trugen mit dem Erlös auch zur Unterstützung eines Krankenhauses in der russischen Heimat ihrer singenden Gäste bei und erhielten selbst einen Anteil der Eintrittsgelder, den sie zur Renovierung des Glockenturmes der Durchhauser Kirche verwenden werden.

Es war schon ein besonderes Erlebnis: Auf der einen Seite bot der von seiner Dirigentin bestens vorbereitete gemischte Chor der Harmonie Volksweisen wie z.B. „Schon neigt sich der Tag“, sowie romantische geistliche Lieder, andererseits füllten die 10 Uralkosaken mühelos den Kirchenraum mit ihren tiefen Bässen und ihren unwahrscheinlich schlanken Tenören, die abwechselnd immer wieder solistisch brillierten. Zwei Instrumentalisten (Balaleika und Bajan (russ. Akkordeon) trugen ebenfalls zum Gelingen dieses abwechslungsreichen Konzertes bei, das mit den von beiden Chören gemeinsam vorgetragenen Bortnjanskij-Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“ und dem Spiritual „O Herr welch ein Abend“ ausklang. Im letzten Stück stellte Charlotte Schäfer einmal mehr auch ihr solistisches Talent unter Beweis.

uralkosaken_gesangverein008_2.jpguralkosaken_gesangverein002_2.jpg


Informationstagung für Vorsitzende der Gaue und Chorverbände

Wolfgang Layer, 27.01.2008, Gaue und Verbände, Singen und Stimme, Vereinsführung, Kommentare geschlossen

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Bericht des Präsidenten am 19. Januar 2008 in Stuttgart-Degerloch

Diese Begegnungen zum Jahresbeginn mit den Vorsitzenden der Gaue und Chorverbände sind unter der Präsidentschaft von Dr. Lorenz Menz inzwischen zur Tradition geworden. In seinem Bericht erklärte dieser gleich zu Beginn, was ihm dabei wichtig ist: 

„Wir haben alle das gleiche Anliegen: dass es unseren Chören gut geht. Jeder schleppt einen Sack voll Probleme mit sich herum. Und, wenn ich von mir ausgehe, manchmal ist man euphorisch und optimistisch, und manchmal zweifelt man, ob man die Sache richtig macht. Ein Hauptproblem sehe ich darin: Wir wissen noch zu wenig von einander. Es ist eine alte Erfahrung: Wenn man etwas gemeinsam anpackt, ist es immer leichter. Da kann der eine dem anderen helfen. Voraussetzung ist aber, dass wir miteinander reden. Häufig führen wir Monologe statt Dialoge. Wichtig ist vor allem, was wir voneinander erwarten. Mann kann dem anderen nur gerecht werden, wenn man weiß, was er braucht und was er erwartet. Das gilt für das Verhältnis des einzelnen Chores zum Chorverband genauso wie zwischen den Gauen/Chorverbänden und dem SSB. 

Es ist erfreulich, dass immer mehr erkannt wird, dass Gaue, Chorverbände und SSB längstens Dienstleister geworden sind. So wichtig Ehrungen, Urkunden und Grußworte sind – am Wichtigsten ist aber die Steuerungsfunktion, die jede Ebene in ihrem Verantwortungsbereich hat. Wir sind für das Funktionieren an der Basis mitverantwortlich. Hier hat sich sicher die Rolle der Gaue/ Chorverbände und des SSB immer mehr verändert. Je schwieriger die Rahmenbedingungen sind, desto wichtiger ist es, dass beraten wird und dass professionell begleitet wird, dass Arbeit abgenommen wird, dass wir die Arbeit vor Ort, so gut es geht, leichter machen. Dabei muss immer wieder klar gesehen werden, dass wir die Alltagsarbeit dem Chor vor Ort nicht abnehmen können. Die Zukunftsentscheidungen müssen letztendlich dort fallen. Wir können nur Hilfestellungen geben. Begegnungen wie heute sollen uns bewusst machen, welche veränderte Rolle wir haben. 

Heute ist auch Gelegenheit, Anregungen und Kritik vorzutragen. Wir wollen voneinander lernen, zumal keiner die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. In diesem Zusammenhang müssen wir uns selbst immer wieder fragen, wo und wie werden wir wahrgenommen? Ich kann es nur vom SSB sagen: Wir haben sicher noch nicht jene Identifikation der Mitglieder mit dem Schwäbischen Sängerbund erreicht, die notwendig ist, um nach außen hin deutlich zu machen, was wir sind, was wir bieten, wo unsere Ziele sind.  Zunächst mein Dank, dass Sie in den Gauen/ Chorverbänden Verantwortung übernommen haben, dass wir die Gaue auf einem guten Kurs halten. Wir alle sind  immer auch auf Andere angewiesen. Was die Chorlandschaft im Land ausmacht, ist immer letztlich eine Gemeinschaftsleistung. Aber es braucht auch immer einen Mann/eine Frau, der oder die bereit ist, zu führen. Das heißt:  

   Anstöße zu geben,

  zusammenzuhalten, was auseinander strebt,

   auszugleichen, wenn Spannungen sind,

  zu motivieren, wenn sich Ermüdungserscheinungen zeigen und

   zu kritisieren, wenn die Dinge falsch oder überhaupt nicht laufen. 

Gerade für diesen nicht immer sehr angenehmen Dienst möchte ich Ihnen danken. Ich danke ihnen vor allem auch, dass Sie immer wieder in Ihrem Verantwortungsbereich an die „Front“ gehen. Auf diesen Multiplikatorendienst sind wir alle angewiesen. Unsere gemeinsame Hauptverantwortung ist und bleibt: den Chören Zukunft zu geben. Zwar ist der Rückgang der Mitgliederzahlen noch nicht dramatisch, aber: das Vereinssterben ist abzusehen. Ich bin dankbar, dass viele Gaue das Thema aufgegriffen haben. Es muss auf der Tagesordnung bleiben. Ich möchte Sie bitten, in den Gauen und Mitgliedsvereinen die Entwicklung zu besprechen. Vor allem dort, wo Vereine davor stehen, die Arbeit einzustellen. Es ist sehr aufschlussreich, den Gründen nachzugehen, warum Vereine aufhören. Vom Silchergau liegt z.B. eine Analyse der Vereinsverluste ab 2002 vor. Vielleicht ist diese Recherche etwas, das durchaus auch in anderen Gauen und Chorverbänden Nachahmung finden kann. Ich habe die Analyse mit Interesse gelesen. Häufig hängt es an Personen, z.B. an der Weigerung, Funktionen zu übernehmen, an der Ablehnung von Vereinsarbeit.  Es gibt sicher hier auch keine Patentlösung für alle. Es gibt keine Rezepte vom grünen Tisch, keine Lösungen, die man von oben verordnen könnte. Wir sind vielmehr gezwungen: 

   pragmatisch vorzugehen,

   praktische Erfahrung einzubringen,

  die Vereine mitzunehmen durch individuelle Beratung, die sowohl musikalisch (Verbandschorleiter/ Gauchorleiter/ Musikbeirat) als auch strukturell in den Fragen der Vereinsführung erfolgen muss (z. B. Marketing, Öffentlichkeitsarbeit). 

Eine besondere Rolle spielt hier inzwischen unstrittig die Nachwuchsarbeit. Leider stößt dieses Thema häufig dort auf taube Ohren, wo es am wichtigsten ist. Da Nachwuchsarbeit ein Dreh- und Angelpunkt ist, haben wir auf der Tagesordnung dieses Thema ausdrücklich vorgesehen.  Ich will nur einige Stichworte zum Thema Zukunft der Chöre noch anfügen: Wir dürfen uns nicht in eine Weltuntergangsstimmung treiben lassen. Chöre sind keine Auslaufmodelle, keine altmodischen Zipfel – auch wenn der eine oder andere Chor keine Zukunft hat. Wenn wir selber nicht mehr an die Zukunft der Chöre glauben würden, könnten wir andere auch nicht anstecken mit Optimismus. Dabei ist für mich immer wichtig, dass nicht die Vergangenheit die Messlatte abgeben kann. Wir müssen nach vorne schauen: Wo sind heute – bei sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen –  unsere Chancen? Was müssen wir tun, um bei den Menschen von heute anzukommen, auch wenn wir dabei manches Überkommende aufgeben müssen?

Die Veränderungsbereitschaft ist die Grundvoraussetzung, um Gutes zu verteidigen und Neues zu erreichen.  Trotz aller Veränderung sehe ich keine Alternative zu unseren Vereinsstrukturen. Wir brauchen nach wie vor Strukturen, die eine gute und dauerhafte Basis für jede Chorarbeit abgeben. Das zeigt sich am Beispiel der Jungen Chöre. Diese Jungen Chöre sind ja unsere Hoffnungsträger. Wenn Junge Chöre einen Stammchor als Basis haben, haben sie auch eine größere Stabilität. Ihr Fortbestehen ist wahrscheinlicher als bei frei schwebenden Jungen Chören. Junge Chöre ohne feste Anbindung an Vereine sind anfällig und labiler. Umgekehrt gilt: Jeder Stammchor sollte einen Jungen Chor gründen. Um die Vereinsstruktur zukunftsfähig zu machen, müssen wir gemeinsam alles tun, um die Vereinsarbeit, so gut es geht, leichter zu machen. Dazu gehören die Angebote der Fort- und Weiterbildung aber auch die Einbindung von jungen Menschen in unsere Vereinsstrukturen. Das heißt zum Beispiel Übertragung von Verantwortung an junge Menschen ohne Überforderung. 

Wir sollten uns noch mehr als bisher um die vielen freien Chöre kümmern, die nicht in den Gauen, Chorverbänden und im SSB organisiert sind. Wir gehen davon aus, dass in Ba-Wü ca. 500 solcher freien Chöre vorhanden sind. Diesen müssen wir nahebringen, dass Sie in den Gauen und Chorverbänden und beim SSB eine gute Unterstützung haben. Das verlangt:   verstärkte Öffentlichkeitsarbeit,    Umstellung der Service und Fortbildungsangebote auch auf die Bedürfnisse der Jungen Chöre. Langfristige Zukunftssicherung steht und fällt mit den Kontakten mit Kindergärten und Schulen und mit anderen Laienmusikverbänden. Man kann nicht oft genug darauf hinweisen. Inzwischen ist es auch in den anderen Landesverbänden erkannt worden. Hier kann man Sympathie gewinnen. Und das ist die erste Voraussetzung für Zustimmung. 

 In diesem Zusammenhang wiederhole ich meine sicher laienhafte Anregung: Kein Konzert ohne Jugend! 

Eine vielleicht gewagte Prognose will ich anschließen: Wir müssen künftig noch mehr Elemente der „Hauptamtlichkeit“ aufbauen. Ehrenamt kann immer weniger auf Begleitung durch das Hauptamt verzichten. Das gilt in allen Verbänden. Gleichzeitig müssen wir bei den begrenzten personellen Ressourcen auf ein Mehr an Rationalisierung dringen. Das verlangt zum Beispiel Arbeitsteilung und Delegation. Das kann auch den Einsatz von externen Fachleuten bedeuten. Und das verlangt künftig vielleicht auch vermehrt die Kooperation über Gaugrenzen hinweg. Kein Wirtschaftsunternehmen würde es sich leisten, in vielen Zweigstellen nebeneinander die gleichen Aufgaben wahrzunehmen. Arbeitsteilung ist auch für uns noch eine große Reserve an Kraft. 

Wir haben im Jahr 2008 wieder eine Reihe von Veranstaltungen, für die ich Sie bitte, Werbung zu machen: 

  Landes-Musik-Festival in Bietigheim-Bissingen am 28. Juni

   Festival Junger Chöre in Ludwigsburg am 12. Juli 2008

  My Music in Friedrichshafen vom 14. – 16. November

  Über die Seminare und Fortbildungen, die wir 2008 durchführen wollen, sprechen wir unter Punkt „Verschiedenes“.

Helfen Sie mit, dass unsere Veranstaltungen und Projekte erfolgreich sind. Erfolg ist die beste Werbung für unsere gemeinsame Sache. In diesem Zusammenhang noch ein Vorschlag: Wir klagen immer darüber, dass wir die Leistungen und Projekte des Gaues/Chorverbandes bzw. des SSB nicht richtig in die Öffentlichkeit bringen. Warum sind wir nicht bei gelungenen Konzerten und Veranstaltungen z.B. mit einem Informationsstand präsent und informieren das Publikum über unsere Arbeit? Das wirkt mehr als jede Urkundenverleihung!“ 


Tag der Chorstimmen – 130 begeisterte Teilnehmer(innen)

Boehme, 26.01.2008, Chorverband Zollernalb, Singen und Stimme, Kommentare geschlossen

Tag der Chorstimmen

Gammertingen:
Auf der Suche nach Fortbildungsmöglichkeiten für Chorleiter und Sänger ist Gauchormeister Wilhelm Schuler in Zusammenarbeit mit dem Präsidium des Sängergaus am vergangenen Samstag in Gammertingen ein toller Erfolg gelungen. Nach einigen Seminaren mit dem Donau- Bussen-Gau, an denen die Resonanz aus dem Zollernalb Gau nicht so groß war, wurden in Gammertingen 130 Teilnehmer gezählt. Nach der Begrüßung aller Teilnehmer, darunter viele Chorleiter, Vizechorleiter durch Wilhelm Schuler und Gaupräsident Erwin Hirschle in der neuen Mensa im Schulzentrum, begann unter dem Thema “ Tag der Chorstimmen ”die Arbeit in zwei großen Gruppen. Erfreulicher Weise konnte in beiden Gruppen, die nach der Mittagspause den Dozenten wechselten, gut besetzte vier Chorstimmen arbeiten.

Für den “Tag der Chorstimmen” konnten mit Uli Führe, Dozent an der Musikhochschule Freiburg, und Klaus Heizmann, Komponist geistlicher Chormusik aus Wiesbaden, zwei hervorragende Gesangspädagogen gewonnen werden. Die Referenten hatten sehr unterschiedliche Lehrmethoden, was zum Großteil in der Themenstellung aber auch in der Mentalität der Dozenten begründet lag. Bester Beweis für die Qualität der Referate war große Begeisterung der Teilnehmer, die so weit ging, dass sie die Mittagspause auf Kosten eines weiteren Liedes verkürzen ließen.

Klaus Heizmann gliederte seinen Auftrag in chorische Stimmbildung, Förderung der Aussprache und praktisches Singen neuer Chorliteratur. Im Wissen darum, dass das Einsingen in den Chören nicht so beliebt ist, gelang es ihm auf spielerische Weise die Sänger von der Wichtigkeit der Stimmbildung zu überzeugen. In der Chorpraxis studierte er zeitnahe Chorliteratur ein. Der Wandel zum modernen Chorgesang kam im Osterlied “Der Herr ist auferstanden” deutlich zum Ausdruck. Gesang ,so war zu hören, kann als Musiktherapie Trost spenden und hat gegenüber dem Wort den Vorteil, dass Töne Herz und Gemüt besser erreichen.

Bei Uli Führe gewann man zuerst den Eindruck, seine Auflockerungsgymnastik die bis zu rhythmischen Übungen reichte, hätten nichts mit Gesang zu tun. Aber im Verlauf seiner Erläuterungen hatte jede lustige Bewegung zugleich eine aktivierende Funktionen für die Körperhaltung , die Lunge und den Kehlkopfbereiches bewirkt. Es war einfach begeisternd, wie er die Freude am richtigen Singen vermitteln konnte. Der Erfolg seiner Liedpädagogik war abschließend in der Praxis gut zu hören. Denn auf die Bitte eines Kranken hallte es kräftig durch die Mensa “Hol sie der Teufel, wenn sie nicht kommen!” Während der Mittagspause im Hotel Kreuz hatte Gaupräsident Hirschle, Bürgermeister Holger Jerg für die Überlassung der Räumlichkeiten gedankt. Als Hausherr stellte er im Grußwort die Stadt Gammertinger in den besten Farben dar und zeigte sich dem Chorgesang zugetan.

Gaupräsident Erwin Hirschle sah man die Freude über den Erfolg des Seminars an. Gauchormeister Wilhelm Schuler freute sich besonders über die breit gestreute Teilnahme von Chorleitern aus dem Gaugebiet von Bingen/ Krauchenwies bis Haigerloch und Grosselfingen. Beide betrachteten diesen Erfolg als kleinen Lohn für ihre Angebote in Sachen Fortbildung und speziell Stimmbildung, denn für sie war es die letzte Veranstaltung, die sie vor dem Ende ihrer Amtszeit durchführten.

Tag der Chorstimmen Tag der Chorstimmen


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