Für die Praxis gewappnet – Chorleiterwochenlehrgang 2008

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Der SSB kann sich über 18 hochmotivierte Chorleiter mit frisch bestandener C-Prüfung freuen. Beim Chorleiterwochenlehrgang in Herrenberg wurde den Teilnehmern weit mehr als nur eine Urkunde mit auf den Weg gegeben: Sie erhielten das nötige Rüstzeug für die künftige Arbeit mit ihren Chören.

Herrenberg, März 2008 – Unterschiedlicher hätte die Gruppe kaum sein können, die Lehrgangsleiter Marcel Dreiling am Ostermontag in der Tagungsstätte der Diakonieschwesternschaft Herrenberg antraf. Vom 17-jährigen Musikgymnasiasten bis zum gestandenen Instrumentalprofi, vom bereits erfahrenen Chorleiter bis zur engagierten Sängerin mit eben erst absolvierter Vizechorleiterprüfung reichte die Bandbreite. Wenig verwunderlich also, dass auch die Zielsetzungen zunächst in unterschiedliche Richtungen gingen: Chorleitung von Grund auf erlernen, eingestaubte Kenntnisse auffrischen, Tipps für die Praxis erhalten oder einfach nur das Zertifikat als Qualifikationsnachweis erlangen. 

Teamgeist und Gruppendynamik
Umso erstaunlicher, wie schnell sich aus der zusammengewürfelten Truppe eine Gemeinschaft entwickelte, die sich gegenseitig stützte und zu immer größeren Leistungen anspornte. „Wissen wurde wie von Schwämmen aufgesogen“, resümierte Dreiling sehr treffend. Das galt keineswegs nur für die Musiktheorie, sondern auch für die  Bereiche Stimmbildung und Dirigieren. Wenngleich die C-Prüfung von der ersten Unterrichtseinheit an ihre Schatten vorauswarf, so war doch die wohl wesentlichste Motivation eines solchen Lehrgangs immer zu spüren: möglichst viel für die Praxis in den eigenen Chören mit nach Hause zu nehmen.

Meister der Eselsbrücken
Auch Lehrgangsleiter Marcel Dreiling verlor dieses Ziel zu keiner Zeit aus den Augen und streute immer wieder kleine Anekdoten und Tipps aus dem Chorleiter-Alltag ein. Mit seinen „merkwürdigen“ Beispielen und Merksätzen zu fast jedem Thema, avancierte er mehr und mehr zum Meister der Eselsbrücken, der seinen Schützlingen jede nur erdenkliche Lernhilfe bot. Mehrfach erhielt er die Aufforderung, seinen „Intervall-Turbo-Leser“ patentieren zu lassen, vor allem von jenen Teilnehmern, die sich erst kürzlich bei ihrer Vizechorleiterprüfung mit weit weniger effizienten Methoden geplagt hatten. Beim Dirigieren selbst wurde Dreiling zum vehementen Verfechter der Schlichtheit und verordnete so manchem abhebenden Teilnehmer Bodenhaftung.

Strahlende Augen und Sängerbäckchen
Der Einsatz von Stimmbildnerin Anne-Regina Sieber wurde von einer Teilnehmerin so auf den Punkt gebracht: „Sie kam – sah, wo es klemmte – und löste“. Nur zwei Übungseinheiten hatte sie pro Kehle zur Verfügung, und musste daher sehr schnell zur Sache kommen. Mit sicherem Blick und vor allem Gehör erkannte sie schon nach wenigen Takten Schwachstellen und konnte prompt Ratschläge zur Beseitigung liefern. Ihr Credo der „strahlenden Augen und Sängerbäckchen“ verkörperte sie selbst nicht nur beim Singen, was zur positiven Grundstimmung des gesamten Lehrgangs beitrug. Noch gesteigert wurde die gute Laune durch Bundeschormeister Alfons Scheirle, der zur Abnahme der Gesangsprüfung angereist war. Mit Humor und Einfühlungsvermögen gelang es ihm, die teils doch sehr nervösen Prüflinge zu lockern. 

Das Lernen geht weiter
Neben der Gesangsprüfung mussten eine schriftliche Prüfung mit Harmonielehre und Gehörbildung sowie eine Prüfung in Chorleitung abgelegt werden. Für alle Teile bereiteten sich die Teilnehmer mit enormem Einsatz vor. Schon morgens vor Unterrichtsbeginn war es schwer, eines der acht Pianos im Haus zu ergattern, in der Mittagspause und nach Feierabend musste man schnell sein. Vieles wurde aber auch in Teamarbeit mit bemerkenswerter Hilfsbereitschaft geleistet. Insbesondere die beiden Youngsters Patrick und Daniel sind hier als leuchtendes Beispiel anzuführen. So konnte Marcel Dreiling nach dem abschließenden Kirchenkonzert allen 18 Prüflingen die Urkunde überreichen, die sie als C-Chorleiter auszeichnet. Trotz insgesamt sehr guter Ergebnisse ließ er keinen Zweifel daran, dass das Lernen als Chorleiter nie aufhören sollte. Einige Absolventen meldeten sich denn auch gleich zum Hugo-Herrmann-Seminar an, andere werden bei sonstigen Fortbildungsveranstaltungen zu sehen sein. Motiviert für künftige Chorleiteraufgaben sind jedenfalls alle.

Heike Weis

Wolfgang Layer, 5. Mai 2008, Fortbildungen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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