Singen – ein reines Glückserlebnis

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13 Chöre unterhielten zweieinhalb Stunden mit facettenreichem Gesang – hier der Chor „MundWerk“ aus Ailingen. Ausgerichtet wurde das Regionssingen von der Chorgemeinschaft Liederkranz Ailingen.

Foto: Schall

Singen hat mit Zaubern zu tun, heißt es in einem Artikel der Zeitschrift „GEO“. Und daraus zitiert die Ailinger Ortsvorsteherin Sandra Flucht am vergangenen Sonntag in ihrer Funktion als Schirmherrin des Regionssingen 2009 in der Rotachhalle weiter: „Das Belohnungssystem wird aktiviert, ein Hormon wird ausgeschüttet, das unter anderem Gedächtnisprozesse und die soziale Bindungsfähigkeit beeinflusst. Gleichzeitig senkt Gesang die Konzentration jener Hormone, die aggressiver und stressanfälliger machen. All das geschieht schon nach wenigen Liedstrophen, verbunden mit einem leichten Rausch.“

Nach all dem Singen und Klingen in zweieinhalb Stunden aus Klassik, Swing, Pop und Volkslied müssten eigentlich alle Sängerinnen und Sänger der 13 teilnehmenden Chöre vollkommen beglückt nach Hause gegangen sein. Unter dem Motto: „Komm hör zu, sing mit im Chor“ hatte die Chorgemeinschaft Liederkranz Ailingen im Rahmen ihres 75-jährigen Jubiläums unter der Federführung von Iris Seliger diese Großveranstaltung ausgerichtet. Nicht nur das Ohr, auch das Auge konnte sich weiden an der farbenfrohen Kleidung oder Accessoires. Und es waren einige Überraschungen zu erleben. So zum Beispiel mit dem frischen Jugendchor Kressbronn. Erstaunlich, wie weit die Kinder und Jugendlichen schon in ihrer musikalischen Entwicklung sind, obwohl der Chor noch nicht lange besteht.

Eine Menge interessanter, humor- und stimmungsvoller Chorsätze sorgten für Heiterkeit, fröhliche Stimmung und gute Unterhaltung, in Gang gesetzt durch das „Lied an die Freude“ der Gastgeber, die Chorgemeinschaft Liederkranz Ailingen. Einige Chöre hatten sich zudem überraschende und witzige Effekte ausgedacht. Peppig und poppig präsentierte sich „MundWerk“ Ailingen mit ansteckenden swingenden Rhythmen und einem richtig guten Solisten. Auch der Sängerbund Friedrichshafen brachte mit „Lollipop“ und dem Mäcki-Boogie Schwung herein. Gut in Form zeigte sich der Frauenchor „Belle voci“ aus Kluftern. „Singen überwindet auch Grenzen“, scherzte Keser mit dem Hinweis auf den Klufterner Chor. Gute Laune verbreitete der Männerchor Kau mit seinem witzigen Lied „Frauen sind anders“. Heiteres Liederraten war angesagt mit den Männergesangvereinen (MGV) Kressbronn und Nonnenhorn mit Variationen über „Die launige Forelle“ von Schubert im Stil anderer Komponisten.

Ein starke Gemeinschaft sind der MGV Harmonia Meckenbeuren und die Chorgemeinschaft Oberteuringen. Mit dem populären italienischen Lied „Funiculi funicula“ brachten sie neapolitanische Lebensfreude zum Ausdruck und schwärmten mit den vertonten dalmatischen Liebesgedicht „Gürtel und Tüchlein“ von einem zarten, hellblonden Mädchen. Auch die Chöre MGV Eriskirch und MGV Frohsinn Langenargen machten deutlich, wie sehr Gesang verbindet und erfreuten mit Liedern rund um die Liebe. Gute-Laune-Lieder hatte auch der gemischte Chor Liederkranz Tettnang dabei.

Obwohl der Gesangverein Kressbronn erst zwei Jahre besteht, war er mit 85 Mitgliedern der am stärksten besetzte Chor und überraschte mit feiner Gesangskultur sowie einem äußerst homogenen Chorklang. Dann zeigte der Männerchor Friedrichshafen-Fischbach, wie viel Dynamik man aus Liedern herausholen kann. Mit effektvollen, neu einstudierten Stücken in Zulu und Englisch bewiesen die meist älteren Herren viel Gespür für Rhythmus und stimmliche Fitness. Dafür gab’s den stärksten Beifall. Zu einer großen Veranstaltung gehört ein eindrucksvoller Schluss, und natürlich der Dank für so viel schöne Musik. Der kam mit dem erhebenden Song der Popgruppe ABBA aller gemischten Chöre: „Thank you for the music“. Alle Männerchöre setzten ein romantisches Ende mit „I have a dream“. „Ziel des Regionssingens ist“, bedeutete Regionsvorsitzender Wolfgang Keser, „einen Beitrag zur Erhaltung des gefährdeten Liedgutes zu leisten und Menschen zu animieren und zu motivieren, mitzuwirken“.

Wenn das mal nicht gleich morgen einen großen Ansturm auf die Chöre auslöst, weil Singen nicht nur großen Spaß macht, sondern auch noch viele positive Wirkungen hat. Und wer auf ein so einfach herzustellendes Glückserlebnis verzichtet, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Elfi Braschel

Klaus Haid, 24. Mai 2009, gemischte Chöre, Oberschwäbischer Chorverband, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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